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5 Schritte zum digitalen Selbstschutz

5 Schritte zum digitalen Selbstschutz

Hassrede, Antifeminismus, homo-, trans*- und inter*feindliche Angriffe im Netz sind weit verbreitet: Google spuckt für Suchbegriffe rund um Gender jede Menge rechtspopulistische Inhalte aus, Frauen und LSBTIQ werden bedroht und beleidigt – unabhängig davon, zu was sie sich äußern. Selbsternannte „Anti-Genderisten“ haben sich online und offline dem Kampf gegen vielfältige Lebens- und Liebensweisen, für traditionelle Geschlechterrollen und Familienbilder verschrieben. Wir setzen uns ein für ein Netz, das für alle offen und zugänglich ist!

 

Für den Schutz der eigenen Daten und Accounts, hier fünf Schritte für mehr Sicherheit in digitalen Räumen:
 

1. Starke Passwörter

Nutze Passwörter niemals doppelt. Besonders sicher sind lange (mindestens zwölf Zeichen) Nonsens-Passwörter – Eselsbrücken helfen beim Merken. Ein Passwort-Manager erzeugt für jeden Dienst ein Zufallspasswort, aber: wird das Masterpasswort geklaut, gilt das auch für die anderen Passwörter. Für besonders wichtige Profile (z.B. Clouds), kannst du die 2-Faktor-Authentifizierung nutzen. Hier wird dir zusätzlich zum Passwort ein Code über einen anderen Kommunikationskanal geschickt.

 

2. Social Media Sicherheit

Überprüfe deine Privatsphäre-Einstellungen und passe Berechtigungen für Apps an. Du kannst bei Facebook beispielsweise den Standortverlauf und die Gesichtserkennung deaktivieren. Stelle die Profilzugriffe auf privat. Mehr Tipps für verschiedene Soziale Medien gibt’s hier: https://www.kompass-social.media

 

3. Verschlüsselte Kommunikation

Ende-zu-Ende Verschlüsselung verwandelt Mailtexte in Datensalat. Erst das Empfängergerät kann den Text wieder entschlüsseln. Statt WhatsApp kannst du sichere Messenger wie Signal oder Wire nutzen. Im Mailprogramm Thunderbird lässt sich die Verschlüsselungssoftware Enigmail einrichten. Wichtig: Die sendende und die empfangene Person müssen beide die Verschlüsselungssoftware einrichten.

 

4. Self-Doxxing

Durch Self-Doxxing überprüfst du, welche Informationen über dich im Netz zu finden sind, um anschließend unliebsame Informationen zu entfernen. Benutze dafür einen sicheren Browser, logge dich aus allen Accounts aus und nutze https:// für eine sichere Verbindung. Suche dann nach Informationen wie Bildern, Namen, Nicknames, IP-Adresse oder Wohnadresse. Schreibe ggfls. Seiten an, damit sie deine Daten löschen.

 

5. Unterstützung – Hilfe – Pause

Suche dir Unterstützung: Einerseits um dich inhaltlich zu stärken, die eigene Haltung über die Auseinandersetzung mit antifeministischen Positionen nicht aus dem Blick zu verlieren und dir zu vergegenwärtigen, wofür du dich einsetzt und warum. Andererseits praktisch: Überleg dir, wer die Moderation deiner Social Media-Acoounts zeitweise übernehmen oder positive Kommentare hinterlassen könnte und sprich die Person(en) an! Such dir ggfls. professionelle Hilfe (z.B.: HateAid bei Shitstorms, Rechtsberatung bei Drohungen oder Klagen…). Achte auf dich selbst: Mach Pausen, setz klare online und offline Zeiten und mach Urlaub!

 

Dissens/Civic

Sarah Klemm und Ulla Wittenzellner arbeiten bei Dissens - Institut für Bildung und Forschung e.V. als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Fortbildnerinnen sowie freiberuflich zu Themen um sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Geschlechterverhältnisse und Sexismus, Antifeminismus, Geschlecht und Neonazismus sowie Diskriminierung aufgrund von Geschlecht online und offline.

 

Mehr Informationen unter:

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