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Antisemitismus in der Süddeutschen Zeitung

, München

Die Süddeutsche Zeitung hat den Staat Israel in einer Bildunterschrift als „gefräßigen Moloch“ bezeichnet. Durch die redaktionelle Kombination eines Bildes des Künstlers Ernst Kahl, das ein gefräßiges Monster zeigt, mit einer Doppelrezension zweier Bücher über Israel, transportiert die Zeitung in der Rubrik „Das Politische Buch“ eine klar antisemitische Aussage. Weder dem Artikel noch dem Bild würde alleinstehend der Vorwurf des Antisemitismus gemacht. Letzteres wurde ursprünlgich für die Zeitschrift „Der Feinschmecker“ gestaltet. Die Rezension ist sachlich. Künstler und Autor des Artikels kann daher keine, der Redaktion der Süddeutschen Zeitung hingegen die volle Verantwortung zugeschrieben werden. Sowohl durch das American Jewish Committee als auch durch den israelischen Botschafter in Deutschland wurde heftige Kritik geübt. Die zuständige Redakteurin war sich zwar nach Angaben der Jüdischen Allgemeine keiner Schuld bewusst, entschuldigte sich aber für die „Missverständnisse“. Die Redaktion der Süddeutschen Zeitung distanzierte sich offiziell: „Die Veröffentlichung der Zeichnung in diesem Kontext war ein Fehler“, hieß es in einer Stellungnahme.