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Hotelmitarbeiter verweigert Künstler wegen Davidstern-Kette den Check-In

Der Musiker Gil Ofarim wird in einem Leipziger Hotel sowohl von Gästen als auch vom Manager am Empfang aufgefordert, seine Davidstern-Kette, die offen sichtbar ist, zu verbergen. In einem Video auf seiner Instagram-Seite schildert der Künstler, dass er beim Check-In am Schalter des Hotels ignoriert wird und andere Personen hinter ihm in der Schlange vorgezogen werden. Als er den zuständigen Mitarbeiter darauf anspricht, wird er von diesem sowie anderen Gästen aufgefordert, seine Davidstern-Kette zu verbergen. Dann, so der Mitarbeiter, dürfe er einchecken.

Nach Bekanntwerden des Vorfalls solidarisierten sich zahlreiche Menschen mit Ofarim. Das Hotel beurlaubte zwei Mitarbeiter:innen und zog durch eine fragwürdige Solidaritätsaktion weitere Kritik auf sich: Als sich rund 600 Demonstrierende am Dienstagabend vor Hotel versammelten, organisiert von der Initiative „Leipzig nimmt Platz“, um ein solidarisches Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen, wurden sie von knapp 20 Westin-Mitarbeitenden begrüßt, die ein frisch bedrucktes Transparent hochhielten. Darauf stand das Logo des Hotels sowie Israelflaggen und islamische Sterne mit Halbmonden. Das Banner ist problematisch auf mehreren Ebenen: Denn Ofarim wurde als Jude diskriminiert – nicht als Israeli. Mit der Israelflagge wird Ofarim als „Fremder“ wahrgenommen, nicht als Deutscher. In Kombination mit Halbmond und Sternen soll möglicherweise der Gedanke des „Gäste Integrierens“ illustriert werden, „unabhängig welcher Religion sie angehören“, wie es im Hotel-Statement hieß. Vor allem wird damit aber vom Antisemitismus des Hotel-Mitarbeiters abgelenkt. „Belltower.News“ verweist zudem auf den Umstand, dass das Hotel zur Absicherung der Aktion offenbar eine Sicherheitsfirma beauftragte, deren Geschäftsführer feste Verbindungen in die rechtsextreme Szene haben.

 

Kategorie: Bedrohung, Beleidigung

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