Chronik antisemitischer Vorfälle 2011

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Chronik antisemitischer Vorfälle 2011

  • 04.01.2011, Jüdische Gemeinde in Brandenburg beklagt Antisemitismus

    In einem Interview mit der Märkischen Allgemeinen am 04. Januar äußert sich der Landesrabbiner Shaul Nekrich zur antisemitischen Stimmung in Brandenburg. Die Jüdische Gemeinde gebe ihre Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen nicht mehr öffentlich bekannt und Studenten des Rabbinerseminars seien angehalten, ohne Kippa auf die Straße zu gehen. Er persönlich sei auch ohne Kippa oder Hut unterwegs. In Bernau würde immer wieder das Schild abgerissen werden, das die Jüdische Gemeinde anbringt. Dennoch erhielten die Gemeinde- und Veranstaltungsräume in Brandenburg bisher keinen Polizeischutz.

     
  • 23.01.2011, Antisemitischer Brandschlag auf Bungalow

    Brandenburg

    (Gosen)

    Quelle:
    T-Online.de Jüdischer Einwanderer bedroht

    Auf einen Bungalow im brandenburgischen Gosen ist am Sonntag, den 23. Januar 2011, ein offensichtlich antisemitisch motivierter Brandanschlag verübt worden. Die Polizei teilte mit, dass der Bungalow mit Brandbeschleuniger angezündet worden sei. Die Außenwand wurde mit einem roten Davidstern und dem Wort "Raus" beschmiert. Der Besitzer des Bungalows immigrierte vor Jahren aus Israel nach Deutschland und bekennt sich zum jüdischen Glauben.

     
  • 21.02.2011, Schändung von Stolpersteinen in Leipzig

    Sachsen

    (Leipzig)

    Quelle:
    Leipzig Fernsehen vom 22.02.2011 Schändung von Stolpersteinen in Leipzig

    Am Montag, den 21. Februar 2011 beschmierten unbekannte Täter in Leipzig drei Stolpersteine am Lindenauer Markt Nr.22 mit grüner Farbe.

     
  • 27.02.2011, Antisemitische Sprechchöre nach Eishockey-Spiel in Herne

    Nordrhein-Westfalen

    (Herne)

    Quelle:
    Indymedia Herne: Dortmunder Nazis festgenommen

    Nach einem Eishockey-Spiel in Herne wurden Fans des EHC Dortmund von der Polizei verhaftet. Die Festgenommenen hatten die Parole "In Buchenwald, in Buchenwald, da machen wir die Juden kalt" gerufen.

     
  • 27.02.2011, Polizeischüler äußern sich antisemitisch während Geschichtsunterricht

    Berlin

    (Spandau)

    Quelle:
    Focus.de (20. März) Antisemitismus - Zentralrat der Juden ist schockiert

    In einer, zum Thema Nationalsozialismus durchgeführten, Klassendiskussion erklärten am 27. Februar einige Berliner Polizeischüler sie wollen „nicht dauernd an den Holocaust erinnert werden“. Weiterhin gaben sie antisemitische Vorurteile von sich, wonach Juden reiche Leute seien. Zeuge dieser Äußerungen wurde ein 83-jähriger Holocaust-Überlebender, welcher anläßlich des Themas einen Vortrag gehalten hatte. Nun sollen dienstrechtliche Konsequenzen und pädagogische Reaktionen der Landespolizeischule geprüft werden.

     
  • 19.02.2011, Moschee und jüdische Gedenksteine beschmiert

    Saarland

    (Dillingen)

    Quelle:
    Jungle World 09/11 Deutsches Haus 09/11

    In der Nacht auf den 19. Februar beschmierten Unbekannte in Dillingen (Saarland) eine Moschee und einen jüdischen Gedenkstein mit Nazisymbolen und rassistischen Parolen.

     
  • 11.03.2011, Antisemitische Protestaktion in Bremen

    Bremen

    (Bremen)

    Quelle:
    Potsdamer Neueste Nachrichten (16.03.2011) Kritik an Boykottaufruf

    Mehrere Menschen forderten in Bremen den Boykott israelischer Waren. Dabei trugen sie unter anderem ein Plakat mit der Aufschrift "Boykottiert Israels Früchte". Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland kritisierte die Aktion. „Natürlich hat dieser Appell einen antisemitischen Charakter. Was denn auch sonst?“, sagte Graumann dem Tagesspiegel.

     
  • 17.03.2011, Stolpersteinzerstörung nach Neuerverlegung

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    Persönliche Beobachtung

    In Berlin sind vom 17. - 19. März Stolpersteine verlegt worden. Im Anschluss wurden in Berlin Schöneberg Steine erneut heftig zerkratzt und somit unkenntlich gemacht. Hierbei ist besonders brisant, dass die Steine bereits 2010 nach ihrer Verlegung zerstört wurden (Chronik 2010). Nun überdauerten die Steine wiederum nur einge Stunden, bevor Unbekannte sie erneut zerstörten.

     
  • 26.03.2011, Mann zeigt Hitlergruß

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    Berliner Morgenpost (27. März) Hitlergruß am Ostbahnhof

    Ein 35-jähriger hat am Sonntag am Berliner Ostbahnhof den Hitlergruß gezeigt und Schweizer Touristen antisemitisch beleidigt. Der betrunkene Mann wurde von Beamten festgenommen, nun wird ermittelt.

     
  • 26.03.2011, Fenster von Jüdischer Gemeinde in Bernau eingeschlagen

    Brandenburg

    (Bernau)

    Quelle:
    Transodora (30.03.2011) Angriff auf jüdische Gemeinde

    In der Nacht zum 26. März wurden in Bernau die Fenster der jüdischen Gemeinde mit Steinen eingeschlagen. Außerdem wurde ein Hakenkreuz in den Briefkasten geritzt. Schon in der Vergangenheit war es zu Beleidigungen und Angriffen gegenüber der Gemeinde gegeben. Von den Tätern fehlt jede Spur.

     
  • 30.03.2011, Gastronom in Berlin Pankow angegriffen und antisemitisch beleidigt

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    Morgenpost (31.03.2011) Angriff auf Berliner Gastwirt

    Ein Gastronom in Pankow wurde am Donnerstag, den 30. März von nicht-zahlenden Gästen antisemitisch beleidigt und tätlich angegriffen. Der Wirt erlitt Kopf-, Rücken und Oberkörperverletzungen. Die Polizei nahm den Sachverhalt auf und ermittelt nun wegen Volksverhetzung und schwerer Körperverletzung. Die Täter wurden nach Behandlungen in umliegenden Krankenhäusern entlassen.

     
  • 31.03.2011, Ehrenfriedhof von Mittelbau Dora besprüht

    Thüringen

    (Nordhausen)

    Quelle:
    Nordhausen.de (1.April 2011) Ehrenfriedhof besprüht

    In der Nacht vom 31. März auf den 1. April wurde das Denkmal auf dem Ehrenfriedhof des früheren KZs Mittelbau Dora mit antisemitischen Parolen, Hakenkreuzen und SS-Runen beschmiert. Die Stadt und die Gedenkstätte verurteilten die Ereignisse. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf, Täter sind bis jetzt allerdings noch nicht identifiziert.

     
  • 13.04.2011, Dynamo Dresden Fans zeigen antisemitische Banner bei 3. Ligaspiel

    Mecklenburg-Vorpommern

    (Rostock)

    Quelle:
    Zeit. de (14. April) Antisemitische Banner bei 3. Ligaspiel

    Fans von Fußball 3. Ligist Dynamo Dresden haben beim Auswärtsspiel gegen Hansa Rostock antisemitische Banner im Stadion gehisst. Dynamo ist schon oft mit seinem rechtsradikalen Hooligan-Milieu aufgefallen. Der Verein distanzierte sich von der Aktion und sucht nun nach den verantwortlichen „Fans“ die sich hinter der Aktion verstecken.

     
  • 21.04.2011, 30 jüdische Grabsteine beschmiert

    Nordrhein-Westfalen

    (Essen)

    Quelle:
    DerWesten.de (25. Juli) 30 Grabsteine auf jüdischem Friedhof beschmiert

    In der Nacht zum 21. April beschmierten drei junge Erwachsene 30 Grabsteine des jüdischen Friedhofs mit nazistischen Symbolen in gelber Farbe. Drei Tatverdächtige, im Alter zwischen 18 und 20 Jahren, konnten drei Monate später ermittelt werden, zwei der Beschuldigten gestanden die Tat sofort.

     
  • 01.05.2011, Jüdischer Friedhof in Dillingen geschändet

    Saarland

    (Dillingen)

    Quelle:
    Wochenspiegel Friedhofsschändung Dillingen

    Während Sanierungsmaßnahmen auf dem Dillinger Friedhof wurden dort erhebliche Friedhofsschändungen entdeckt. Unbekannte hatten insgesamt 19 Grabsteine umgeworfen. Die Steine wurden dabei erheblich beschädigt und teilweise gebrochen. Außerdem wurden an acht Gräbern Schriftplatten aus Marmor zerstört. Die Motive liegen bislang im Verborgenen. Das Landeskriminalamt Saarland hat die Ermittlungen aufgenommen.

     
  • 14.05.2011, Anzeige wegen antisemitischer Beleidigung

    Berlin

    (Berlin Neukölln)

    Quelle:
    Polizei Berlin Antisemitische Beleidigung

    Eine 48-jährige wurde am Samstag, den 14. Mai in einer Berliner U-Bahn antisemitisch beleidigt. Der unbekannte Täter hatte dies im Hinblick auf eine Kette mit Davidssternanhänger getan und das Opfer anschließend mit Kaffee begossen. Am Kottbusser Tor verließ der Täter das Fahrzeug. Das Opfer erstattete Anzeige.

     
  • 18.05.2011, Ehrenfriedhof in Nordhausen erneut geschändet

    Thüringen

    (Nordhausen)

    Quelle:
    Blog.Zeit.de (24. Mai) Erneute Schändung von Friedhof für NS-Opfer in Nordhausen

    Unbekannte warfen in der Nacht zum 18. Mai zwei Blumenkübel in den Gedenkpavillon des Ehrenfriedhofs für die Opfer des KZ Mittelbau-Dora. In Nordhausen kommt es zu regelmäßigen Schändungen des Ehrenfriedhofs, zuletzt im März 2011 (siehe Chronik 2011).

     
  • 17.06.2011, Paar mit antisemitischen Äußerungen beschimpft

    Berlin

    (Berlin-Charlottenburg)

    Quelle:
    Berliner Morgenpost online (18. Juni 2011) Paar in Berlin beleidigt, bespuckt und beworfen

    In Berlin-Charlottenburg wurde am Abend des 17. Juni ein Paar antisemitisch beschimpft. Aus einer Gruppe von fünf Personen heraus spuckte ein Unbekannter einer 37-jährigen Frau ins Gesicht und beschimpfte das Paar antisemitisch, nachdem diese ihn im Vorbeigehen am Arm berührt hatte. Nachfolgend warf einer der Unbekannten dem Mann eine Plastikflasche an den Hinterkopf, bevor die fünf Personen flüchteten.

     
  • 01.06.2011, Boykott-Flyer auf Kirchentag verteilt

    Sachsen

    (Dresden)

    Quelle:
    Bild.de (10. Juni) Skandal beim Kirchentag - Anti-jüdische Hetzflyer verteilt

    Der „Deutsch-Palästinensische Frauenverband“ verteilte vom 1.-5. Juni an einem Stand des Kirchentages Boykottaufrufe gegen israelische Waren. Die Flugzettel trugen die Überschrift „Verzicht! Boykottiert israelische Apartheid“ und bildeten verschiedene israelische Produkte ab, welche es zu boykottiert gälte.

     
  • 18.07.2011, Antisemitische Wurfsendungen in Bielefeld-West

    Nordrhein-Westfalen

    (Bielefeld)

    Quelle:
    Neue Westfälische (22.Juli) Volksverhetzende Wurfsendungen

    Zwischen dem 18. und 21. Juli verteilten Unbekannte entlang der Weststraße im Bielefelder Westen antisemitische Wurfsendungen in den Briefkästen der Anwohner. Die Wurfzettel beinhalteten ein anti-jüdisches Zitat aus dem achten Kapitel des Johannesevangeliums sowie die Behauptung das Judentum hätte seit 1933 Kriegsabsichten gegen Deutschland. Verschiedene Anwohner übergaben die Wurfsendungen der Polizei. Gleiche Wurfzettel waren in den vergangenen Wochen auch in Paderborn aufgetaucht. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

     
  • 15.07.2011, KZ-Informationstafeln zerstört

    Hessen

    (Mörfelden-Walldorf)

    Quelle:
    Frankfurter Rundschau (19. Juli) Randale an ehemaligem KZ

    Am 15. Juli fanden Teilnehmer des trinationalen Work-and-Study-Camps im ehemaligen KZ Walldorf zwei zerstörte Informationstafeln des historischen Lehrpfades vor. Die unbekannten Randalierer hinterließen weiterhin Nazischmierereien in einer nahegelegenen Kleingartensiedlung. Die an dem Workshop teilnehmenden Studierenden aus Israel, Rumänien und Deutschland zeigten sich bestürzt und bekräftigten die Notwendigkeit der Erinnerungsarbeit. Die erste der beiden Info-Tafeln wurde bereits erneuert.

     
  • 28.07.2011, Häftlingsfriedhof in Flößberg geschändet

    Sachsen

    (Flößberg)

    Quelle:
    LVZ online (9. August) Hakenkreuze auf dem Häftlingsfriedhof Flößberg

    Zwischen dem 28. und 31. Juli, beschmierten Unbekannte das Eingangstor des KZ-Häftlingsfriedhofs in Flößberg, mit Hakenkreuzen und einer antisemitischen Parole. Das erst kürzlich erneuerte Eingangstor trägt symbolische Hinweise auf die 235 ermordeten jüdischen Häftlinge des ehemaligen KZ-Außenlagers. Die Kommune stellte nach der Entdeckung der Schändung Strafanzeige.

     
  • 01.08.2011, Wiederholte antisemitische Beleidigungen gegen Mutter und Tochter

    Berlin

    (Berlin Westend)

    Quelle:
    Berliner Umschau (2. August) Mutter und Tochter antisemitisch beleidigt

    Eine 56-Jährige brachte am 1. August fortlaufende Beleidigungen gegen sie und ihre 38-Jährige Tochter zur Anzeige. Seit beide im Juni eine Eigentumswohnung in Westend bezogen, wurden sie durch die Hausbewohner wiederkehrend wegen ihres jüdischen Glaubens beleidigt. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Volksverhetzung.

     
  • 07.08.2011, Mann beleidigt und schlägt jüdischen Jungen

    Berlin

    (Prenzlauer Berg)

    Quelle:
    Welt.de (7. August) Junge antisemitisch beschimpft und geschlagen

    Am 7. August beleidigte und schlug ein Unbekannter in der Kolmarer Straße einen 13-Jährigen auf offener Straße. Der Mann beschimpfte den Jungen antisemitisch und schlug ihm mit einer Kunststoffstange auf den Oberarm. Anschließend entfernte sich der Täter. Eine unmittelbar eingeleitete polizeiliche Suche in der Umgebung blieb zunächst erfolglos.

     
  • 09.08.2011, Erneut Denkmal für die alte Synagoge geschändet

    Sachsen-Anhalt

    (Magdeburg)

    Quelle:
    PM Polizei Magdeburg, 10.08.2011/ 16.08.2011

    Am 09.08. wurde zum wiederholten Male das Denkmal der alten Synagoge geschändet. Unbekannte haben Hakenkreuze und ein Keltenkreuz, sowie das Wort „Schande“ auf das Denkmal gesprüht. Das Denkmal wurde schon Ende letzten Jahres zweimal geschändet (Siehe Chronik November/Dezember 2010). In derselben Nacht wurde das Mahnmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Widerstandskämpfer mit rechten Symbolen und der Parole „Nie wieder Kommunismus“ beschmiert. In der Nacht des 15.08. haben unbekannte Täter das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma ebenfalls mit einer rechten Parole beschmiert. Die Polizei geht von einem Zusammenhang zwischen den Taten aus. Der Staatsschutz hat die Ermittlung aufgenommen.

     
  • 26.08.2011, Gedenkstätte Wöbbelin beschädigt

    Mecklenburg-Vorpommern

    (Wöbbelin)

    Quelle:
    MVPO.COM (29. August) Beschädigung an Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in Wöbbelin

    In der Gedenk- und Mahnstätte des KZ-Außenlagers Wöbbelin rissen Unbekannte fünf Holzstelen aus der Verankerung und beschädigten eine, als Symbol für den Standort des ehemaligen Konzentrationslagers aufgestellte, Steinfigur erheblich. Nachdem am Freitag den 26. August die Schäden bemerkt worden waren, veranlaßte der Verein für Mahn- und Gedenkstätten umgehend die Instandsetzung. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

     
  • 25.08.2011, Jüdischer Junge erleidet schwere Verletzungen durch Jugendliche

    Baden-Württemberg

    (Stuttgart)

    Quelle:
    Hagalil.com (2. September) „Jude“, „Scheißjude“: 15-Jähriger nach Überfall im Krankenhaus

    In der Nacht vom 25. zum 26. August drangsalierte eine Gruppe von zehn Jugendlichen in Stuttgart einen 15-jährigen Jungen der jüdischen Gemeinde. Zwei der Gruppe, darunter ein Zwölfjähriger, schlugen und tritten unter Jubel und „Scheißjude“ rufen auf Kopf und Bauch des Jungen ein. Das Opfer wurde übers Wochenende im Krankenhaus behandelt, die Polizei ermittelt wegen schwerer Körperverletzung. Die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs dazu in ihrer Pressemitteilung: „Eine ausgeprägte antisemitische oder fremdenfeindliche Ideologie vorauszusetzen, um Gewalt als antisemitisch oder fremdenfeindlich zu problematisieren, greift viel zu kurz. So werden Probleme erst erkannt, wenn es längst zu spät ist.“

     
  • 12.09.2011, Antisemitischer Angriff auf Jungen in Rudow

    Berlin

    (Rudow)

    Quelle:
    Berliner Morgenpost (15. September) Angriff gegen 13-Jährigen

    Am Montag den 12. September attackierte eine Gruppe Jugendlicher einen 13-Jährigen in Rudow. Die sechs bis acht Angreifer schlugen an einer Bushaltestelle am Goldlackweg auf den jüdischen Jungen ein und beschimpften ihn antisemitisch. Im ersten Halbjahr 2011 verzeichnete die Polizei laut Berliner Morgenpost einen Anstieg der Gewaltstraftaten auf 369 Delikte. Bei vielen dieser Straftaten wird ein politisches Motiv vermutet.

     
  • 18.09.2011, Betrunkene Männer urinieren an Gedenkstein

    Baden-Württemberg

    (Pforzheim)

    Quelle:
    Schwarzwaelder-Bote.de (20. September) Mit Hitler-Gruß an Synagoge uriniert

    In der Nacht zum Sonntag den 18. September 2011 urinierten zwei Männer im Alter von 63 und 32 Jahren an einen Gedenkstein am Platz der Synagoge in Pforzheim. Zeugen beobachteten die alkoholisierten Männer wie sie den Hitlergruß zeigten während sie den Gedenkstein schändeten. Die verständigte Polizei konnte die beiden Täter anschließend ausfindig machen. Die Kriminalpolizei ermittelt.

     
  • 26.09.2011, Dynamo Dresden Fans skandieren antisemitischen Sprechchor

    Sachsen

    (Dresden)

    Quelle:
    Indymedia (29. September) Dynamo Dresden ruft "Jude Jude Jude!"

    Bei einem Fussballspiel am Montag den 26. September belegte ein Teil der Dynamo Dresden Fans die Fans der Gästemannschaft mit den Rufen „Jude, Jude, Jude Eintracht Frankfurt“. Weiterhin sollen Hitlergrüße und „Dönerverkäufer“-Rufe in Richtung der Frankfurter Fans getätigt worden sein.

     
  • 29.09.2011, Schüler rufen judenfeindliche Parolen

    Brandenburg

    (Werder / Havel)

    Quelle:
    Märkische Allgemeine 29. September Schule: Schüler drohten mit „Vergasung“ Museumsleute antisemitisch beschimpft

    Am Donnerstag den 29. September beschimpften Schüler Mitarbeiterinnen der Stiftung Jüdisches Museum Berlin aufs Schlimmste. Die Mitarbeiter hatten im Rahmen einer Veranstaltung einen Infostand im Schulhof der Carl-von-Ossietzky-Oberschule errichtet. Während der Hofpause riefen verschiedene Schüler den Mitarbeitern dann antisemitische Parolen zu. Vier 15-Jährige stehen nun unter dem Verdacht der Volksverhetzung, laut den Mitarbeiterinnen seien jedoch mehr Schüler beteiligt gewesen, der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

     
  • 24.10.2011, Antisemitische Schmierereien in Lichtenberg

    Berlin

    (Lichtenberg)

    Am 24.10. wurden in Berlin-Lichtenberg an verschiedenen Orten antisemitische Schmierereien entdeckt. In der Nähe des S-Bahnhofs Lichtenberg wurden ein Verteilerkasten und mehrere Müllbehälter mit antisemitischen Parolen und Hakenkreuzen von unbekannten TäterInnen beschmiert. PassantInnen informierten die Polizei. Die Schmierereien wurden unkenntlich gemacht. Der Staatschutz des Landeskriminalamts hat die Ermittlungen aufgenommen. (PM der Polizei Berlin, 26.10.2011)

     
  • 03.11.2011, Mahnmal zur Deportation demoliert

    Berlin

    (Berlin Kreuzberg)

    Quelle:
    Berliner Morgenpost

    In der Nacht zum 3. November demolierten in Berlin Kreuzberg bislang unbekannte Täter eine Gedenktafel des Mahnmals zur "Deportation nach Theresienstadt". Einer Polizeistreife fiel am Askanischen Platz auf, dass das Mahnmal beschädigt worden war. Die Täter zündeten die Beschichtung der Tafel an und beschädigten einen Teil des Monuments, so dass die Beschriftung unlesbar ist. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt ermittelt.

     
  • 05.11.2011, Antisemitsche Beschimpfungen im Lokal

    Berlin

    (Wedding)

    Quelle:
    Berliner Morgenpost 23-jähriger in Lokal fremdenfeindlich beschimpft

    Ein 23-jähriger hat in Berlin Wedding Besucher eines Lokals mit antisemitischen und rechtsextremen Parolen beschimpft. Ein 29-jähriger, der mit dem Mann vor die Tür ging, wurde von ihm leicht verletzt. Auch nach Eintreffen der Polizei gingen die Tiraden weiter. Den Täter erwartet nun ein Verfahren wegen Volksverhetzung und Körperverletzung.

     
  • 06.11.2011, Radiomoderator unter Antisemitismusverdacht

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    Berliner Morgenpost Antisemitische Mail? Radio Fritz setzt kurzfristig Ken FM ab

    Ein Moderator des Berliner Senders FritzFM steht unter Verdacht, eine Mail mit antisemitischem Inhalt verfasst zu haben. Darin wird der Holocaust als "PR-Aktion" bezeichnet. Die Mail wurde auf dem Webblog "Die Achse des Guten" veröffentlicht. Die Urheberschaft der Mail muss jedoch geklärt werden. Solange wird die Sendung des Moderators abgesetzt.

     
  • 09.11.2011, Hakenkreuze auf Gedenkstein

    Nordrhein-Westfalen

    (Detmold)

    Quelle:
    Lippisches Landes-Zeitung, 12.November

    Nach den Gedenkfeiern zur Pogromnacht am 9. November beschmierten Unbekannte den Gedenkstein in der Lortzingstraße mit Hakenkreuzen und anderen Symbolen. Die Kränze, die während der Feierlichkeiten niedergelegt wurden, wurden entwendet. Der Gedenkstein in der Lortzingstraße erinnert an die Synagoge, die am 9. November 1938 niedergebrannt wurde. Die Stadt Detmold ließ die Schmierereien entfernen. Der Staatsschutz ermittelt.

     
  • 10.11.2011, Antisemitische Töne im Stadtparlament

    Hessen

    (Frankfurt)

    Quelle:
    Frankfurter Neue Presse Wangenheim unter Beschuss

    Am 10. November äußerte sich in Frankfurt der Abgeordnete Stefan von Wangenheim (FDP) während einer Sitzung des Stadtparlamentes antisemitisch. In einer Debatte über die Geschichte eines Hauses sagte er, der jüdische Besitzer des Hauses habe im Jahr 1933 "die Gunst der Stunde" genutzt, das Haus zu verkaufen. Damit habe er seine Flucht vor Nazideutschland finanzieren können. Von Seiten des Stadtparlaments blieb die Äußerung ohne Konsequenz. Erst ein offener Brief der Abgeordneten Jutta Ditfurth brachte den Vorfall an die Öffentlichkeit.

     
  • 16.11.2011, Erneut Schändung in Magdeburg

    Sachsen-Anhalt

    (Magdeburg)

    Quelle:
    Mitteldeutsche Zeitung Denkmal der Alten Synagoge in Magdeburg geschändet

    Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr wurde ein Anschlag auf das Denkmal der Alten Jüdischen Synagoge in Magdeburg verübt. Mit schwarzer Farbe wurde "Schande" auf das Denkmal geschmiert und die davor liegenden Kränze zur Erinnerung an die Reichspogromnacht zerstört. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

     
  • 19.11.2011, Farbanschlag auf jüdischen Friedhof

    Niedersachsen

    (Oldenburg)

    Quelle:
    TAZ Braun schmiert weiß

    In der Nacht zum 19.11.2011 verübten fünf bislang unbekannte Täter einen Farbanschlag auf den jüdischen Friedhof in Oldenburg. Sie warfen dabei Farbbeutel, die mit weißer Farbe gefüllt waren auf den Friedhof und beschmutzten sechs Grabsteine. Ein Polizist, der nicht mehr im Dienst war, bemerkte die Täter, verfolgte sie und wurde von ihnen verletzt. Es wird nun gegen die Unbekannten wegen Sachbeschädigung, Störung der Totenruhe und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

     
  • 25.11.2011, FSV Zwickau: Fans und Spieler katapultieren sich ins Abseits

    Sachsen

    (Zwickau)

    Quelle:
    Focus FSV Zwickau im Visier der Staatsanwaltschaft

    Bei der Fünftliga-Partie des FSV Zwickau gegen Aue II am 25. November skandierte ein Teil des Zwickau-Anhangs antisemitische Parolen. Neben dem U-Bahn-Lied wurden auch Anhänger der Gegenmannschaft in diffamierender Absicht als Juden bezeichnet. Darüber hinaus wurde mit Gesängen die rechts-terroristische NSU glorifiziert. Mehrere Anhänger des FSV haben bei der Polizei Anzeige erstattet. Darüber hinaus sorgte beim gleichen Match ein Spieler des FSV durch einen "Sieg-Heil"-Ruf in der Mannschaftskabine für Entrüstung. Die Vereinsspitze versuchte zunächst die Vorkommnisse runterzuspielen. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft kündigte an, mit "allen Mitteln der Strafprozessordnung die Vorfälle auf[zu]klären".

     
  • 01.12.2011, Indirekter Mordaufruf gegen Graumann im Internet

    (Deutschland)

    Quelle:
    tagesschau.de Neonazis bedrohen Graumann

    Auf einer neonazistischen Internetseite wurde indirekt zum Mord am Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, aufgerufen. In Anlehnung an das Bekennervideo der rechts-terroristischen NSU wurde ein Bild des Zentralratsvorsitzenden mit dem im Video auftauchenden Paul Panther veröffentlicht. Im Text wird der Wunsch geäußert, dass Paul Panther als Synonym für die Terrogruppe doch weiter machen möge. Das Innenministerium Mecklenburg Vorpommern prüft, ob sich aus den Drohungen Gefährdungsaspekte ergeben könnten.

     
  • 17.12.2011, Gästebuch nach antisemitischen Äußerungen offline

    Rheinland-Pfalz

    (Gau-Algesheim)

    Quelle:
    Allgemeine Zeitung Antisemitische Parolen in Netz-Gästebuch

    Nach einer Reihe antisemitischer Parolen sah sich die Stadt Gau-Algesheim genötigt, das Gästebuch auf ihrer Seite vom Netz zu nehmen. Ein Informationsangebot über den Reisemobil-Stellplatz war für neonazistische Äußerungen missbraucht worden. Auf der Seite wird unter anderem über Geschichte und Verfolgung der Juden informiert. Darüber hinaus tauchten mehrere neonazistische Schmierereien auf. Der Stadtrat zeigte sich betroffen und verurteilte die Taten.

     
  • 27.12.2011, Fußballfans von rechtsextremistischen Hooligans angegriffen und antisemitisch beleidigt

    Brandenburg

    (Frankfurt / Oder)

    Quelle:
    Potsdamer Neueste Nachrichten Potsdamer Neueste Nachrichten online

    Im Verlauf eines Hallenfußball-Turniers am 27.12. griffen rechte Hooligans des Vereins FFC Viktoria 91 Fans des Gastes Tennis Borussia mit Pyrotechnik, Flaschen und Steinen an und beschimpften sie antisemitisch. Die Polizei zeigte erst mit großer Verzögerung Präsenz.

     

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