Chronik antisemitischer Vorfälle 2017

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Chronik antisemitischer Vorfälle 2017

  • 15.05.2017, Antisemitische Plakate vor S-Bahnhof

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    eigene Beobachtung durch Mitarbeiter

    Am frühen Abend zeigte ein mittelalter Mann an der belebten Kreuzung Friedrichstraße/Ecke Georgenstraße mehrere antizionistisch-antisemitische Plakate. Auf diesen stand, dass "Zionisten" sich "in dem Geheimdienst" "verbergen" und "in der Türkei putschen" wollten. Die "Zionisten" wurden als "Nazi" bezeichnet und mit "Faschisten" und "Terroristen" gleichgesetzt. "Zionistische Rechtsanwälte" seien an "psychischer Folter" und "am Mord der Ausländer" "beteiligt". Als jemand dem Mann seine Plakate entreißen wollte, reagierte dieser aggressiv und begann "Zionisten sind Lügner und Verräter" zu rufen. Die herbeigerufene Polizei sprach mit dem Mann, rechnete seine Plakate jedoch der freien Meinungsäußerung zu. Eine Frau erstattete Anzeige, da der Mann auch gerufen habe, dass Hitler die Juden nicht ermordet hätte.

     
  • 28.04.2017, Antisemitische Parolen und Hitlergruß in Fußballstadion

    Brandenburg

    (Potsdam)

    Quelle:
    Potsdamer Neueste Nachrichten Hitlergruß und Platzsturm: Zehn Energie-Fans festgenommen

    Während eines Regionalliga-Spiels zwischen dem SV Babelsberg 03 und dem FC Energie Cottbus haben am Freitagabend Cottbus-Anhänger mehrfach den Hitlergruß gezeigt und antisemitische Parolen wie „Arbeit macht frei, Babelsberg 03“ und „Zecken, Zigeuner und Juden“ gerufen. Die Angriffe der rechtsextremen Cottbus-Anhänger richteten sich dabei gegen die als links und israel-solidarisch geltenden Babelsberg-Fans. So wurde der Block der Babelsberg-Fans mit Feuerwerkskörpern beschossen und das Spielfeld von Cottbus-Anhängern gestürmt. Die Partie musste zwei Mal unterbrochen werden, 10 Cottbus-Anhänger wurden in Gewahrsam genommen, insgesamt 19 Strafanzeigen wurden aufgenommen, u.a. wegen Landfriedensbruch, dem Verwenden von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen und dem Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz. Die rechtsextremen Fans aus dem Umfeld der Gruppe "Inferno Cottbus 99" haben in Cottbus Stadionverbot. Die Gruppe zeichne sich laut einem Sprecher des brandenburgischen Innenministeriums durch eine Verbindung aus aggressivem Antisemitismus und gewaltorientiertem Hooliganismus aus. Bereits beim Hinspiel der beiden Vereine war es zu antisemitischen Vorfällen gekommen. Cottbus-Fans zeigten den Hitlergruß und beschmierten das Umfeld des Stadions mit Parolen wie „Juden 03“ und „Babelsberg vergasen“.

    Levi Salomon, Sprecher des Vereins Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus sagte: "Es ist schockierend und verstörend zugleich, dass wiederholt gewalttätige Fußballfans eine gesamte Spielpartie ungestört volksverhetzende sowie antisemitische Inhalte skandieren und ein vermummter Block grölend den Holocaust verherrlicht. Wir hoffen, dass die entsprechenden Täter strafrechtlich belangt werden und es nicht erneut zu solchen Szenen kommt."

     
  • 06.04.2017, Stolpersteine besprüht

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    Tagesspiegel Zwei Stolpersteine in Friedenau besprüht

    In Friedenau wurden zwei Stolpersteine mit silberner Farbe besprüht.

     
  • 03.04.2017, Antisemitischer Übergriff an Flughafen

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    RIAS RIAS

    Auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld wurde eine Frau beleidigt und es wurde versucht ihren Rucksack in Brand zu stecken. Sie war mit einer EL AL - Maschine aus Tel Aviv gelandet, die aufgrund einer zweistündigen Verspätung zeitgleich mit einem Germania-Flug aus Beirut ankam. Als sie kurz nach der Landung als Erste aus ihrem Flug durch die elektrische Schiebetür in die Ankunftshalle trat, rief eine Gruppe von ca. 25 jungen Männern „Free, free Palestine“. Die Gruppe bildete daraufhin ein schmales Spalier, durch das die Frau hindurch laufen musste, um zum Ausgang gelangen zu können.

     

    Am S-Bahnhof angekommen stellte sie fest, dass der von ihr auf dem Rücken getragene und zuvor verschlossene Rucksack geöffnet und eine brennende Zigarette hineingeworfen worden war. Unterschiedliche Gegenstände waren durch die Zigarette beschädigt worden, es kam zu Rauchentwicklung.

     
  • 03.04.2017, Schmierereien an Gedenkstätte

    Niedersachsen

    (Wilhelmshaven)

    Quelle:
    Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland Graffiti in Wilhelmshaven - Polizei bittet um Mithilfe

    Die Gedenkstätte "Seefrieden" wurde zum wiederholten Mal mit antisemitischen und rassistischen Symbolen beschmiert. Die Polizei Wilhelmshaven teilte mit, dass ein Zeuge am 03.04.2017 Symbole verfassungsfeindlicher Organisationen in weißer und schwarzer Farbe an der Gedenkstätte entdeckt habe, die sich offenbar schon länger dort befanden. Am 18.10.2016 hatte die Gruppe "Antifaschistischer Anker WHV" mehrere Bilder veröffentlicht und erklärt, dass im Zeitraum vom 12.10. bis 14.10.2016 insgesamt 17 Hakenkreuze, mehrere SS-Runen sowie die Worte "Juden vergasen" und "Scheiß Nigger" an die Gedenkstätte geschmiert wurden. Dies sei seit den letzten Monaten bereits der dritte Vorfall gewesen. Nach der Renovierung am 02.11.2016 seien die Symbole direkt wieder aufgebracht worden.

     
  • 01.04.2017, Jüdischer Junge verlässt die Schule

    Nach längerem Zeitpunkt wurde bekannt, dass ein 14-Jähriger Schüler an der Friedenauer Gemeinschaftsschule antisemitisch diskriminiert wurde. Höhepunkt war nun ein tätiger Übergriff von zwei Mitschülern.

     
  • 30.03.2017, Opferzahlen des Holocaust bezweifelt

    Niedersachsen

    (Lingen)

    Quelle:
    Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim Lingen - Polizei leitet Strafverfahren nach menschenverachtenden Äußerungen bei Facebook ein

    Ein 47-Jähriger hat in einer Facebook-Gruppe mit 4.000 Mitgliedern offen die Opferzahlen des Holocaust und die Verantwortung Adolf Hitlers für die Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden bezweifelt. Die Polizei Lingen hat ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung gegen den Lingener eingeleitet. Die Äußerungen wurden im Laufe einer Diskussion geäußert, die später von einem Administrator gesperrt wurde. Zuvor wurden die Posts des 47-jährigen jedoch von der Abteilung Staatsschutz der Polizei gesichert, die die Ermittlungen übernommen hat.

     
  • 26.03.2017, Kolumne mit verschwörungsideologischen Versatzstücken

    Bremen

    (Bremerhaven)

    Quelle:
    Salonkolumnisten Ein blöder Hund aus Bremerhaven

    Nach einem Beitrag bei Salonkolumnisten, wurde eine Kolumne mit antisemitisch-verschwörungsideologischen Versatzstücken in dem Bremerhavener Stadtmagazin Laufpass abgedruckt. Die Autorin greift die alte Erzählung der Brunnenvergiftung auf, und bedauert, dass jenen die Brunnen vergiften nicht mehr so begegnet werden wie früher - mit dem Tode, da sie der Allgemeinheit schaden.

     
  • 24.03.2017, AfD teilt Holocaust-relatvierendes Bild

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    Facebook Facebook

    Nach einem Beitrag auf Facebookseite "Gegen die Alternative für Deutschland", teilte die AfD-Berlin ein Bild auf Facebook, worauf ein weißes T-Shirt abgebildet ist. Auf diesem ist ein Davidstern abgedruckt, in welchem der Schriftzug 'Rechtspopulist' steht. Durch die eigene Opferinszenierung relativiert sie die Shoah und setzt sich mit den sechs Millionen jüdischen Opfern des Nationalsozialismus gleich.

     
  • 22.03.2017, Kollegah reagiert in Klärungsgespräch mit antisemitischen Vorwürfen

    Nachdem der Rapper Kollegah bereits wegen Kritik an seinen Liedern in die Medien gekommen ist, weil diese Antisemitismus enthalten, wurde er von Jan Böhmermann zu einem Klärungsgespräch eingeladen, bei dem auch Shahak Shaipra und Kat Kaufmann teilnahmen. Auf die Antisemitismus-Vorwürfe angesprochen, reagierte Kollegah: „Die einzigen, die sich immer in diese Opferrolle setzen, seid ihr Juden.“ Und: „Ich hab immer das Gefühl, man kriegt gar nicht so viel mit von der jüdischen Bevölkerung – sie integrieren sich nicht, sie zeigen sich auch gar nicht, sie zeigen nicht so die Präsenz.“ 

     
  • 19.03.2017, Dokumentation reproduziert antisemitische Stereotype

    In einer WDR-Dokumentation wird Geert Wilders als Agent des Zionismus dargestellt. Nach der Doku habe sein antimuslimischer Rassismus etwas mit Juden zu tun, da in Wilders Verwandtschaft Juden seien, er ein Jahr in Israel gelebt habe und bis heute dem jüdischen Konsulat regelmäßig Besuche abstatte. Zudem wird seine finanzielle Unterstützung von jüdischen Spender_innen übermäßig betont, was weltverschwörungsideologische Erzählungen bedient.

     
  • 19.03.2017, Antisemitische Nachrichten in Messengergruppe

    In einer Messenger-Gruppe der AfD Weserbergland, werden über längeren Zeitraum neben pornografischen auch antisemitische und andere menschenverachtende Nachrichten geteilt.

     
  • 18.03.2017, Antisemitische Parolen auf Neonazi-Demonstration

    Sachsen

    (Leipzig)

    Quelle:
    RIAS RIAS

    Auf eine Neonazi-Demo sollen laut Felix Steiner 'Nie wieder Israel' Parolen gerufen worden seien.

     
  • 15.03.2017, Antisemitisches Transparent auf Neonazi-Demo

    Rheinland-Pfalz

    (Zweibrücken)

    Quelle:
    RIAS RIAS

    Laut Stoerungsblog wird auf einer Neonazi-Demonstration ein Transparent gezeigt, in welchem die Shoah relativiert wird und suggeriert wird, dass Juden keine Deutschen sein können.

     
  • 11.03.2017, Antisemitisches Wahlkampfplakat

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    Bento Die AfD zeigt Martin Schulz mit Hakennase

    AfD zeigt auf einem Wahlplakat zur Bundestagswahl Martin Schulz mit einer Hakennase. Bild und Bildsprache erinnern an alte antisemitische Karikaturen.

     
  • 11.03.2017, BDS-Aktivist_innen bei ITB

    Am Rande der Internationalen Tourismus Börse (ITB), waren einige dutzend Aktivist_innen der antisemitischen BDS-Bewegung (=Boycott, Divestment and Sanctions) vertreten. Dabei wurden Parolen wir 'Kindermörder Israel' gerufen und Flugblätter verteilt.

     
  • 11.03.2017, Antisemitische Chiffren auf Neonazi-Demonstration

    Sachsen-Anhalt

    (Dessau)

    Quelle:
    RIAS RIAS

    Laut einer Meldung von Friedenswatch, wurden antisemitische Chiffren auf einem Neonazi-Aufmarsch gezeigt. Dabei wurde der Nationalsozialismus verherrlicht und die antisemitische Gegenüberstellung einer internationalen Hochfinanzwirtschaft vs. ehrlicher deutscher Arbeit gemacht.

     
  • 10.03.2017, Mahnmal beschmiert

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    RIAS RIAS

    Das Mahnmal und die Gedenkstelle der jüdischen Gemeinde Adass Jisroel in Berlin-Tiergarten wurde antijudaistisch beschmiert.

     
  • 07.03.2017, Antisemitische Beschimpfung und Bedrohung

    Hessen

    (Kassel)

    Quelle:
    Informationsstelle Antisemitismus Kassel Informationsstelle Antisemitismus Kassel

    Bedrohung und Beschimpfung wegen Button mit Davidstern. Ein junger Mann ist heute in der Kurt-Schumacher-Straße in Kassel auf der Höhe eines Discounters in der Nähe des "Sterns" wegen eines Buttons mit Regenbogen und Davidstern antisemitisch beleidigt und bedroht worden. Ein unbekannter Mann beschimpfte ihn als "nach Pisse stinkender Jude" und warf ihm vor, "mit Nazis zusammen gegen die Türkei" zu kämpfen. Er forderte den Träger des Buttons auf, zu verschwinden, sonst werde er "seine Leute holen".

     
  • 05.03.2017, Antisemitische Beleidigung bei Fußballspiel

    Bremen

    (Bremen)

    Quelle:
    Twitter Twitter

    Laut einer Twitter-Meldung skandierten Fans von MSV Duisburg bei einem Fußballspiel "Juden SVW"

     
  • 04.03.2017, Antisemitische Redebeiträge auf Demonstration

    Zum fünften Mal zogen Aktivist_innen im Zuge einer 'Merkel muss weg'-Demo durch Berlin. An dem Bündnis beteiligten sich rechtsextremistische und -populistische Personen. Zu hören waren antisemitische Redebeitrage, wo unter anterem von  “einer kleinen internationalen Clique in Europa” geredet wurde, welche die “Volkssouveränität” unterminiere. Auch die Wörter “Schuldkult” und mehrfache Nennung des “Holocaust-System” wurde laut geteilt.

     
  • 01.03.2017, Untersuchung eingestellt

    Die Staatsanwaltschaft Dresden beendet ihre Untersuchungen wegen des Verdachts auf Volksverhetzung bei Bjorn Höcke. Dieser hatte Mitte Januar eine 'Erinnerungspolitische Wende um 180 Grad' gefordert.

     
  • 25.02.2017, Antisemitische E-Mails an das JFDA

    Am Sonnabend, den 25.02.2017, erreichten das JFDA gleich mehrere antisemitische E-Mails. In einer der Zuschriften hetzte der anonyme Absender „GEGEN Semitismus“ und Flüchtlinge.  In einer zweiten namentlich unterschriebenen Mail versuchte ein 83-jähriger Deutscher offenbar seine individuelle „Vergangenheitsbewältigung“ anhand der Projektionsfläche Israel zu vollziehen. Die Art und Weise wie er und andere Deutsche „im Krieg“ gelitten hätten, ließe ihn natürlich „differenziert“ darauf blicken, dass auch Juden es nicht leicht hatten. Aus dieser privilegierten historischen Einsicht heraus, schien es ihm jedoch unverständlich, „warum (…) die Palästinenser jetzt von den Juden genauso unmenschlich behandelt“ würden. An einer Antwort auf die ihn umtreibende Frage, die offensichtlich darauf abzielt das Verhältnis von Deutschen und den von ihnen verfolgten und ermordeten Juden als Täter und Opfer zu verwischen und dabei die Relativierung der Shoa betreibt, zeigte sich der Absender nicht interessiert.

     
  • 23.02.2017, Erneut Stolpersteine beschmiert

    Mecklenburg-Vorpommern

    (Stralsund)

    Quelle:
    NNN Stralsund: Weitere Stolpersteine besprüht

    Nach einer Meldung des NNN wurden in Stralsund erneut mehrere Stolpersteine mit schwarzer Farbe besprüht.

     
  • 22.02.2017, Parlamentarierin reproduziert antisemitisches Stereotyp

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    Neues Deutschland Die Sprache der AfD

    Auf einer Bezirksverordnetenversammlung in Neukölln stellte die auf AfD-Ticket ins Parlament gekommene fraktionslose Bezirksvorsitzende Anne Zielisch die deutsche Staatsangehörigkeit von Andreas Nachama infrage. Nachdem Nachama als deutscher Professor vorgestellt worden war, stellte Zielisch die Rückfrage, ob "der nicht Jude" sei. Demnach würden sich deutsche und jüdische Identität ausschließen.

     
  • 22.02.2017, Antisemitische Karikatur

    Laut einem Eintrag auf mena-watch, hat der Karikaturist Horst Haitzinger  erneut eine Karikatur veröffentlicht, die sich einer antisemitischen Bildsprache bedient. Zudem enthält sie Anspielungen auf die Shoa, die gegen Israel gewendet werden.

     
  • 20.02.2017, Vorwurf des Antisemitismus gegen Vermieter

    Nordrhein-Westfalen

    (Düsseldorf)

    Quelle:
    RP Online Vorwurf des Antisemitismus gegen Vermieter

    Eine von auswärts angereiste Mitarbeiterin des Paul-Spiegel-Filmfestivals wurde bei einer Übernachtungsanfrage entgegengehalten, dass der Vermieter „an Juden nicht vermiete“.

     
  • 19.02.2017, Antisemitische Rufe bei Fußballspiel

    Nordrhein-Westfalen

    (Lippstadt)

    Quelle:
    WDR Rechte Parolen bei Fußballspiel in Hamm

    Bei einem Fußball-Oberligaspiel zwischen Hammer Spielvereinigung und SV Lippstadt, hatten Anhänger_innen der Hammer Spielvereinigung extrem rechte Parolen gebrüllt. So wurden gegnereische Fans unter anderem als "Jude" beschimpft.

     
  • 18.02.2017, Redner sprach vom „Bombenholocaust"

    Bayern

    (Würzburg)

    Quelle:
    RIAS RIAS

    Auf einer rechten Demonstration, organisiert von der extrem rechten Kleinstpartei "III Weg", sprach ein Redner vom "Bombenholocaust".

     
  • 14.02.2017, Antisemitische dpa-Meldung

    Zwei dpa-Autoren haben anlässlich des Besuchs des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu in den USA den Mythos der „jüdischen Weltverschwörung“ bedient. Demnach sei Donald Trump von „einflussreichen jüdischen Parteispendern auf den Thron gehoben" worden.

     
  • 13.02.2017, Stolpersteine überklebt

    Sachsen

    (Dresden)

    Quelle:
    Aluhut für Ken Aluhut für Ken

    Nach einem Eintrag bei Aluhut für Ken nutzten Rechtsextreme den Jahrestag des Angriffs auf Dresden um die Shoah zu relativieren. In Dresden hat die Gruppe „Freie Aktivisten Dresden“ Stolpersteine mit Namen von Bürgern und dem Spruch „verstorben im allierten Bombenholocaust von Dresden" (sic) überklebt.

     
  • 12.02.2017, Rabbi wird antisemitisch beleidigt

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    Zeit Online Unterwegs an der Front

    Aus einem vorbeifahrenden Auto wird der orthodoxe Rabbi Jehuda Teichtal auf offener Straße mit „Yahoud“ (Jude) angebrüllt.

     
  • 05.02.2017, Schüler schicken NS-Nachrichten in Whatsapp-Gruppe

    Auf dem Smartphone ihres Sohnes haben Eltern einen rechtsradikalen Chat entdeckt. In einer Whatsapp-Gruppe wurde die SS verherrlicht und Witze über Jüdinnen und Juden ausgetauscht.

     
  • 04.02.2017, Fans provozieren mit „Juden Jena"-Rufen

    Nach einem Fußballspiel zwischen FC Rot-Weiß Erfurt und FSV Frankfurt 1899 kam es zu antisemitischen Provokationen und gewaltvollen Auseinandersetzungen. Im Stadion waren vonseiten der Erfurter Fangruppe „Juden Jena“ an Fans des FC Carl Zeiss Jena zu hören, die im Frankfurter Fanblock standen.

     
  • 04.02.2017, Antisemitische Beleidigungen bei Fußballspiel

    Nordrhein-Westfalen

    (Dortmund)

    Quelle:
    MDR Steine, Blut und viel Wut

    Bei einem Fußballspiel zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig kommt es zu Ausschreitungen und antisemitischen Schmähungen. Der Fußballclub RB Leipzig sieht sich öfters konfrontiert mit antisemitischen Anfeindungen. Einigen Fußballfans gilt er als 'moderner Kapitalistenklub', der den 'traditionellen' Fußball bedrohe, was einer strukturell antisemitischen Argumentation gleichkommt.

     
  • 04.02.2017, Hakenkreuz an Stromkasten gesprüht

    Niedersachsen

    (Oldenburg)

    Quelle:
    Oldenburger Rundschau Polizei stellt 47 jährigen Hakenkreuzschmierer

    Ein 47-Jähriger wurde am Samstagnachmittag gestellt, als er ein Hakenkreuz an einen Stromkasten sprühte. Es wurde ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung und dem Verwenden verfassungswidriger Symbole eingeleitet. Der Mann hatte für seine Tat die Peterstraße aufgesucht, in der bis zum Brandanschlag in der Reichspogromnacht 1938 die örtliche Synagoge beheimatet war und in der heute zwei Mahnmale an die Verbrechen des Nationalsozialismus und seine Opfer erinnern.

     
  • 02.02.2017, Laut TV-Magazin defacto – Ditib betreibt antisemitische Hetze

    Quelle:
    Jüdische Allgemeine »Unerträgliche Posts«

    Gemeinden des türkischen Islamverbands Ditib machen nach Informationen des Hessischen Rundfunks im Internet antisemitische Agitation. So waren auf deren Facebook-Seiten Zitate wie „Der kannibalische Jude kotzt den Tod in Palästina“ oder „Um die Barbarei der Juden zu beschreiben, werdet ihr nicht die richtigen Worte finden können“ zu finden.

     
  • 31.01.2017, Jüdische Einrichtungen in NSU-Adresslisten

    Bayern

    (München)

    Quelle:
    tagesschau Ermittlungen des BKA

    Auf Wunsch des Münchener Gerichts ermittelte das BKA in den Hinterlassenschaften des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU). Darin sind sie auf Adressen von 233 jüdischen Einrichtungen gestoßen. Darunter waren u.a. Synagogen, Gemeindezentren, Kulturvereine und Schulen aufgeführt.

     
  • 31.01.2017, Bombenanschlag antisemitischer Hintergrund?

    Nordrhein-Westfalen

    (Düsseldorf)

    Quelle:
    Spiegel Online SEK nimmt mutmaßlichen Bomber von Düsseldorf fest

    In Ratingen wurde der mutmaßliche Täter des Bombenanschlags an der Düsseldorfer S-Bahn-Station Wehrhahn festgenommen. Bei diesem Anschlag sind 10 Menschen schwer verletzt worden, sechs von ihnen waren Juden.

     
  • 30.01.2017, "Heil Hitler" Rufe an Haltstelle

    Hessen

    (Kassel)

    Quelle:
    Informationsstelle Antisemitismus Kassel Informationsstelle Antisemitismus Kassel

    "Heil Hitler"-Rufe durch Mann im Rollstuhl am Stern in Kassel. Ein rund 80 Jahre alter Mann hat am 26. Januar 2017 um etwa 12.25 Uhr an der Haltestelle "Am Stern" in Kassel mehrfach laut "Heil Hitler" gerufen. Der Rollstuhlfahrer hat laut Aussage eines jüdischen Zeugen, der sich bei uns gemeldet hat, mit den Rufen eine Gruppe von jungen Männern adressiert. Der Senior fuhr anschließend mit einer Straßenbahn weiter.

     
  • 28.01.2017, Gedenktafel beschmiert

    Thüringen

    (Eisenach)

    Quelle:
    Thüringen24 Gedenktafel in Eisenach mit Hakenkreuz beschmiert

    In Eisenach wurde die Gedenktafel der Synagogen-Gedenkstätte mit einem Hakenkreuz beschmiert. Passanten entdeckten die Schmiererei und meldeten es der Polizei.

     
  • 27.01.2017, Bürgermeister erhält antisemitischen Brief

    Niedersachsen

    (Weyhe)

    Quelle:
    Kreiszeitung Bürgermeister bekommt anonymen Brief

    In Weyhe erhielt der Bürgermeister Andreas Bovenschulte am Holocaust-Gedenktag einen antisemitischen Brief. Der Verfasser schrieb vom „Holocaust-Schandmaul in Berlin“ und dass den „Juden alles in den Arsch gesteckt“ werde.

     
  • 27.01.2017, Gedenkstein beschmiert

    Niedersachsen

    (Hannover)

    Quelle:
    Hannoversche Allgemeine Unbekannte beschmieren Mahnmal

    Unbekannte haben in der Nacht vom 27. auf den 28. Januar das Mahnmal am Fischerhof im Hannoveraner Stadtteil Linden-Süd beschmiert. Der Gedenkstein, auf dem "Für alle Verfolgten des Nationalsozialismus" steht, wurde mit gelber Lackfarbe beschmiert. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung eingeleitet, der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

     
  • 25.01.2017, Neonazi-Gruppe plante Anschläge

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung Nach „Reichsbürger“-Razzia

    Nach einer Razzia gegen ein Netzwerk von Rechtsextremen wurden zwei Männer festgenommen, da sie unter Terrorverdacht stehen. Nach der Bundesanwaltschaft soll die Gruppe unter anderem Anschläge auf Jüdinnen und Juden, Asylbewerber*innen und Polizist*innen geplant haben

     
  • 25.01.2017, Zeitsoldat wird gekündigt nachdem er „Jude“ als Beleidigung verwendete

    Nordrhein-Westfalen

    (Düsseldorf)

    Quelle:
    Neues Deutschland Rechter Busfahrer darf Job behalten, Soldat nicht

    Ein Zeitsoldat wurde aus der Bundeswehr entlassen, da ihm die Nähe zu Rechtsextremismus vorgeworfen wurde. Er benutzte die Bezeichnung „Jude“ als Schimpfwort und soll Auszubildende rassistisch beleidigt haben. Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht bestätigte die Entlassung als rechtens.

     
  • 25.01.2017, NPD-Abgeordneter verlässt provokativ den Saal bei Schweigeminute

    Brandenburg

    (Cottbus)

    Quelle:
    RBB 24 RBB 24

    Der NPD-Abgeordnete Ronny Zasowk verließ bei einer Schweigeminute demonstrativ den Saal, die für den kürzlich in den USA verstorbenen Juden Max Schindler abgehalten wurde. Schindler wurde währende des zweiten Weltkriegs in das KZ Theresienstadt deportiert und überlebte die Shoah.

     
  • 23.01.2017, Südafrikas BDS-Vorsitzender mit Gastprofessur in Hamburg

    Hamburg

    (Hamburg)

    Quelle:
    Audiatur BDS-Kader ist Gastprofessor an der Uni Hamburg

    Nach einem Eintrag von Audiatur hatte der Vorsitzende von BDS Südafrika, Professor für islamische Theologie und Leiter der Fakultät für Religionswissenschaften der Universität Johannesburg Dr. Farid Esack, im Wintersemester 2016/17 die Gastprofessur „Forum Humanum“ in Hamburg erhalten. Die südafrikanische BDS-Gruppe ist eine der aktivsten und organisiert jedes Jahr die sogenannte „Israeli Apartheid Week“. 2011 fand unter maßgeblichem Einsatz von Esack eine Boykottkampagne statt die dazu führte, dass die Universität Johannesburg alle Verbindungen zur Ben-Gurion-Universität in Israel beendete. 

     
  • 23.01.2017, Norman Finkelstein hält Vorträge am Max-Planck-Institut

    Im ethnologischen Max-Planck-Institut in Halle wurde Norman Finkelstein ein Podium geboten. Dieser führte einen Workshop durch der offiziell „Rechtfertigung des Einsatzes staatlicher Gewalt“ betitelt wurde – jedoch intern und auf der Homepage Finkelsteins „Gaza: Untersuchung seines Martyriums“ genannt wurde. In der Ankündigung hieß es, dass Israel Gaza in ein „Freiluftgefängnis“ verwandelt habe, die Hamas „keine Raketen auf Israel abgefeuert“ und „keine Terror-Tunnel gebaut“ habe, weshalb die Operation „Protective Edge“ von 2014 „keine Verteidigungsaktion“ gewesen sei. Finkelstein provoziert seit Jahren mit fragwürdigen Thesen.

     
  • 22.01.2017, Antisemitische Sprüherei

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    Berliner Register Antisemitische Sprüherei im Bürgerpark Pankow

    Im Bürgerpark Pankow am Julius-Fucik-Denkmal wurde eine antisemitische Sprüherei entdeckt. Das Denkmal war mit dem Wort „Jude" sowie einem Davidstern versehen. Darüber hinaus befanden sich noch einige Anti-Merkel Sprüche auf dem Denkmal. Die Slogans „Merkel muss weg" oder „Merkel raus" sind seit längerer Zeit in verschiedenen rechten Szenen populär. In Berlin fanden 2016 mehrere Demonstrationen unter dem Motto statt, an denen Rechtsextreme, rechte Hooligans sowie rechtspopulistische Parteien und Gruppierungen teilnahmen.

     
  • 21.01.2017, Antizionistischer Stand in Innenstadt

    Niedersachsen

    (Hannover)

    Quelle:
    Focus Israel-feindlicher Stand in Hannover

    In der Innenstadt von Hannover baute die israelfeindliche Organisation „Die Feder“ einen Stand auf, an dem sie Passant_innen darüber abstimmen ließ, ob Israel illegal sei. Der Stand war von der Stadt genehmigt. Im Logo der Gruppe ist der iranische Revolutionsführer Ajatollah Ali Chāmene’i abgebildet, der öffentlich zur Vernichtung Israels und der Juden und Jüdinnen aufruft.

     
  • 20.01.2017, Antisemitismus in Abi-Lehrbuch

    In einem seit 2012 benutzten Schulbuch der Oberstufe wird die Euro-Krise mit antisemitischen Stereotypen unterrichtet. In einer Grafik wird ein Kugelkopf mit Reißzähnen abgebildet, welcher Europa verschlingt. Hinter dem Wesen zieht ein Schweif, der in Blassgelb mit „Rothschildbank“ beschriftet ist. Demnach sei eine Bank für die Misere Europas verantwortlich, womit das antisemitische Stereotyp des geldgierigen Juden bedient wird

     
  • 20.01.2017, Baden-Württemberger AfD-Fraktion stellt Erinnerungskultur in Frage

    Baden-Württemberg

    (Stuttgart)

    Quelle:
    Schwäbisches Tagblatt Südwest-AfD auf Höckes Spuren

    Der baden-württembergische AfD-Fraktionschef Jörg Meuthen stellt einen Antrag, laut dem Zuschüsse für Fahrten zu „Gedenkstätten nationalsozialistischen Unrechts“ umgewidmet werden sollen für Fahrten zu „bedeutsamen Stätten der deutschen Geschichte“. Als Begründung gibt er an, dass eine „einseitige Konzentration“ auf zwölf Jahre NS-Unrecht „abzulehnen“ sei um „eine positive Identifikation mit Deutschland zu ermöglichen“. Zudem stellte Meuthen einen zusätzlichen Antrag im Haushaltsausschuss in welchem er die Fördergelder für die NS-Gedenkstätte Gurs (Frankreich) entziehen will. 

     
  • 17.01.2017, Björn Höcke fordert andere Erinnerungskultur

    Sachsen

    (Dresden)

    Quelle:
    Tagesspiegel Der totale Höcke

    Auf einer Veranstaltung der Jungen Alternative fordert der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke in einer Rede „eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad". Den Deutschen wirft er vor „sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt“ zu haben, womit er das Holocaust-Mahnmal meint.

     
  • 16.01.2017, Freispruch für Neonazi-Band

    Rheinland-Pfalz

    (Betzdorf)

    Quelle:
    Siegener Zeitung „Kaltes Judenleder“: Freispruch

    In Betzdorf wurde die Band „Kaltes Judenleder" vom Verdacht auf Verbreitung rechtsextremer Propaganda freigesprochen. Die Ermittlungen hatten Anfang September 2012 begonnen, und dem Prozess waren Termine bis März angedacht. Nach dem zweiten Verhandlungstag wurde der Prozess eingestellt aus Mangel an Beweisen. Die Band sang unter anderem vom Verbrennen von „Judenresten", dem Zerhacken von linken „Zecken" sowie Baseballschläger-Attacken auf Homosexuelle. 

     
  • 11.01.2017, Urteil rechtskräftig. Anschlag nicht antisemitisch

    Nordrhein-Westfalen

    (Wuppertal)

    Quelle:
    Jüdische Allgemeine Wuppertal und die Brandstifter

    Einem Urteil des Wuppertaler Amtsgerichtes zufolge, war in einem Anschlag auf eine Synagoge vom Sommer 2014  kein antisemitisches Motiv zu erkennen. 

    Dagegen wurde Revision eingelegt, welche nun vom Düsseldorfer Oberlandesgericht zurückgewiesen wurde.

     
  • 02.01.2017, Offener Antisemitismus im Wartezimmer einer Arztpraxis

    Berlin

    (Berlin)

    Quelle:
    RIAS RIAS

    Am 2. Januar gegen 11 Uhr nahm die betroffene Jüdin in einem Wartezimmer des Medizinischen Zentrums in der Residenzstraße neben einem ca. 55-jährigen Mann Platz. Nachdem dieser ihre Halskette mit einem Magen David registrierte, stand er auf und sagte für alle Wartenden gut wahrnehmber in Deutsch, dass er nicht neben Juden sitzen würde. Niemand der 10-12 Personen reagierte auf diesen offenen Antisemitismus. Der Mann nahm in einer anderen Ecke des Wartezimmers wieder platz. Die Betroffene wurde kurze Zeit später vom Arzt zu ihrem Termin aufgerufen.

     
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