Ausgabe Nr. 123, Oktober 2015

Spenden gegen Rechtsextremismus

 
 

In eigener Sache

 

Liebe Leserinnen und Leser,

wie wir aus eigener, oft schmerzlicher Erfahrung wissen, gibt es keinen Algorithmus für die Liebe. Wer warum wen liebt und ob diese Liebe hält, lässt sich einfach nicht errechnen. Bestenfalls zeigen Statistiken, also Erfahrungswerte, die einfach nur zusammengezählt werden, wie wahrscheinlich es ist, die Liebe des Lebens zu finden und dann auch zu behalten. Man kann ein derart komplexes Gefühl einfach nicht ausrechnen. Ebenso ist es mit dem Hass. Gebe es einen Algorithmus dafür, Mark Zuckerberg hätte ihn ganz bestimmt schon bei Facebook installiert und Angela Merkel beim Dinner damit überrascht. Dann hätte er auf ihre Frage: “Was gedenken Sie gegen den Hass bei Facebook zu unternehmen?“ einfach eine Serviette mit einer draufgekrakelten Formel rüberschieben können. „Neuland“, hätte er lächelnd gesagt, „alles noch Neuland, aber wir arbeiten dran“. Dann hätte Angela Merkel zurücklächeln können.

Aber so, ganz ohne Algorithmus muss sie zurück ins Altland, in dem nicht nur die Hilfsbereitschaft sondern auch der Hass wächst und gedeiht. Dafür können die sozialen Medien leider nichts, obwohl das doch so schön gewesen wäre, wenn Deutschland dem amerikanischer Konzern Facebook, mit einem Juden namens Zuckerberg an der Spitze, die Schuld an rassistischem und antisemitischem Hass geben könnte. Gleiches gilt natürlich auch für Twitter und Google, aber da kennen wir die Namen der Chefs nicht auswendig.

Hass im Netz ist ein Problem. Die sozialen Netzwerke haben eine Verantwortung. Strafbares ist auch dort strafbar. Die Community kann nicht allein dagegen angehen. Der Staat auch nicht. Und Mark ebenso wenig, selbst wenn er über Algorithmen grübelt, muss auch sein Unternehmen wenigstens seine eigenen Gemeinschaftsregeln durchsetzen und Strafbares sowieso.

 

Im Fokus

Amadeu Antonio Stiftung erhält Joseph-Ben-Issachar-Süßkind-Oppenheimer-Auszeichnung

© IRGW/Werner Meier

 

Die Amadeu Antonio Stiftung hat am 21. September die erstmals verliehene Joseph-Ben-Issachar-Süßkind-Oppenheimer-Auszeichnung erhalten. Der baden-württembergische Landtag und die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg würdigen damit herausragendes Engagement gegen Minderheitenfeindlichkeit und Vorurteile in Wissenschaft und Publizistik. Für das Team der Stiftung ist diese Würdigung zugleich Auszeichnung und Ansporn.

 

Antisemitismus den Stecker ziehen: Relaunch von nichts-gegen-juden.de

 

Soziale Netzwerke explodieren vor Hass. Nicht nur die Hetze gegen Flüchtlinge zeigt sich hier ungeschminkt und aggressiv. Auch Jüdinnen und Juden sind das Ziel von Anfeindungen. Um antisemitische Parolen zu entlarven und aufzulösen, haben wir unser Tool nichts-gegen-juden.de aktualisert.

 

Aktionswochen gegen Antisemitismus: Vorbereitungen auf Hochtouren

 

Wir freuen uns, dass wir dieses Jahr wieder die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus durchführen können! Die Vorbereitungen sind in vollem Gange und wir freuen uns über rege Beteiligung. Einen Schwerpunkt legen wir auf antisemitische Querfrontbewegungen und Verschwörungsideologien. Und es wird an symbolischen Straßenumbenennungen gearbeitet...

 

Geförderte Projekte

Trotz einer beispiellosen Solidaritäts-Welle für Flüchtlinge in der Bevölkerung: Einige Politiker und rechte Demagogen zündeln wieder und versuchen, die Stimmung zu kippen. Jetzt ist es an jedem von uns, öffentlich Flagge zu zeigen. Als Zeichen der Solidarität mit den Flüchtlingen gibt Campact Willkommen-Pakete mit Aufklebern für Tür und Briefkasten ab. Dafür kann eine freiwillige Spende geleistet werden, die je zur Hälfte an die Stiftung :do und die Amadeu Antonio Stiftung gehen. Ganz herzlichen Dank für diese großartige Unterstützung! Wir fördern damit Initiativen, die sich gegen rassistische Hetze und für eine Willkommenskultur einsetzen. Helfen auch Sie uns dabei mit Ihrer Spende!

Spenden

 

BAFF – Schön, dass du da bist!

 

Bei schönstem Spätsommer-Wetter spielte die Joachimsthaler Initiative Bands auf festen Füßen ein öffentliches Konzert unter dem Motto "Schön, dass Du da bist". Gemeinsam wollen Kinder und Jugendliche aus Joachimsthal damit ein Zeichen gegen Rassismus und für Flüchtlinge setzen. Die Amadeu Antonio Stiftung fördert das Projekt.

 

„Die Betroffenen kommen selbst zu wenig zu Wort“

 

Wie wird über Migrantinnen und Migranten in den Medien berichtet, wie sind sie selber in den Medien repräsentiert? Die Amadeu Antonio Stiftung fördert den Mediendienst Integration bei seiner Arbeit für eine differenziertere Berichterstattung über Migration und Integration. Darüber haben wir uns mit Rana Göroglu unterhalten. Sie ist Redakteurin beim Mediendienst.

 

Publikation bestellen

Fairplay statt Hass

 

Die Amadeu Antonio Stiftung hat eine neue Handreichung mit dem Titel "Fairplay statt Hass – Was wir gegen Menschenverachtung und rechtsextreme Ideologien im Fußball machen können" veröffentlicht. Die Broschüre ist aus den Erfahrungen des Projekts Fussball-gegen-Nazis.de der Stiftung entstanden und stellt Initiativen vor, bietet Hilfestellungen für die Ehrenamtlichen und regt zur Nachahmung an.

 

Termine

16. Oktober, Stavenhagen
Feierliche Eröffnung der wiederaufgebauten Synagoge Stavenhagen
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16. Oktober, Berlin

Blogger_innen Event zu Antisemitismus im Netz.
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22. Oktober, Berlin
Tagung "Wer hat hier das sagen? - Zivilgesellschaftliches Engagement 2.0"
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9. November, Dresden
Verleihung des Sächsischen Förderpreis für Demokratie
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14. November, Kiel
Fachtag "Antisemitismus - Zwischen Aufregung, Alltag und Tabuisierung"
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20. November, Berlin
Fachgespräch „Erziehung im Kontext rechtsextremer Milieus – 
eine Frage von Kindeswohlgefährdung?“
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Impressum

Copyright (c) 2015
Redaktionsschluss: 05. Oktober 2015

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Spenden


Sollten Sie zur Verwendung von Spenden Fragen haben, können Sie sich jederzeit an uns wenden.

Redaktion: Robert Lüdecke. Mitarbeit: Anna Brausam, Amelie Hoffmann, Anetta Kahane, Timo Reinfrank (verantwortlich).

 
 

Die Amadeu Antonio Stiftung wird als Bundeszentraler Träger gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"

 
 

Kontakt

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Fax:  ++49 (0)30. 240 886 22

 

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