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Aktionswochen gegen Antisemitismus 2021

Chawerim. Jüdische Selbsthilfe, Widerständigkeit und die Hachschara-Bewegung

07.10.2021 – 09.01.2022 (19 Uhr)

Eine Ausstellung des Instituts für Neue Soziale Plastik e.V. in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutsche Widerstand

Wo: Gedenkstätte Deutscher Widerstand (1. Etage, Sonderausstellungsbereich)
Stauffenbergstraße 13 – 14
Eingang über den Ehrenhof
D-10785 Berlin-Mitte

Das hebräische Wort Hachschara bedeutet „Tauglichmachung, Vorbereitung“. Als Hachschara-Stätten werden Einrichtungen bezeichnet, in denen sich Jüdinnen und Juden ab den späten 1910er Jahren auf ihre Einwanderung nach Erez Israel (das Land Israel) vorbereiten.

Mit der Balfour-Deklaration Anfang November 1917 sagt die britische Regierung der zionistischen Bewegung Unterstützung bei der „Errichtung einer nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes in Palästina“ zu. Damit wächst die Hoffnung auf eine baldige Realisierung dieses Ziels, besonders als Großbritannien vom Völkerbund das Mandat für Palästina erhält. Doch die Mandatsregierung begrenzt die jüdische Einwanderung nach Palästina durch limitierte Einwanderungszertifikate. Wer ein Zertifikat will, muss in der Regel handwerkliche, hauswirtschaftliche oder landwirtschaftliche Fähigkeiten nachweisen. Die Hachschara-Stätten vermitteln diese Fähigkeiten oft aus akademischen Berufen kommenden Männern und Frauen. Diese nennen sich selbst Chaluzim, „Pioniere“, oder auch Chawerim, „Freunde“.

Ab der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wächst die zunächst kleine Bewegung, die in den folgenden Jahren vielen Tausenden Menschen das Leben retten wird. Ihr organisatorisches Zentrum für Deutschland liegt in Berlin, die meisten Hachscharot liegen in Brandenburg, sie finden sich aber auch in anderen Regionen des Deutschen Reichs.

Die Ausstellung des Instituts für Neue Soziale Plastik e.V. wird in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand präsentiert. Sie skizziert anhand ausgewählter Orte und Biografien die Geschichte der deutschen Hachschara-Bewegung von ihren Anfängen über die Zeit des Nationalsozialismus bis zu ihrem Ende, der Staatsgründung Israels. Dabei gewährt sie Einblick in die diversen politischen und religiösen Strömungen, Vereine, Organisationen und Einzelpersonen der Bewegung.

Die Autor:innen der Ausstellung bieten während der Laufzeit Führungen und Workshops für Gruppen zwischen fünf und zehn Personen an. Anmeldung unter: info@neue-soziale-plastik.org. Über diese E-Mail-Adresse kann auch Vorbereitungsmaterial für den Besuch der Ausstellung mit Schüler*innen bezogen werden.

Die Vernissage findet im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus 2021 im Livestream statt. Eine Teilnahme vor Ort ist leider nicht möglich.

Die Ausstellung wird bis zum 9. Januar 2022 in der 1. Etage, Sonderausstellungsbereich, gezeigt.

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