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Lesung

Digitale Lesung und Gespräch: „Antifeministische Online-Subkulturen“

30.09.2020 (19:00 - 21:00), Online

Digitale Buchvorstellung und Gespräch am 30.09. ab 19 Uhr

Die Autorin Veronika Kracher wird ihr neues Buch „Incels. Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults“ vorstellen und mit Rachel Spicker und Judith Rahner von der Fachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung über antifeministische Online-Subkulturen ins Gespräch kommen. Um Anmeldung wird bis zum 27.09. gebeten: netzwerke@amadeu-antonio-stiftung.de

Obwohl Incels schon zahlreiche Gewalt- und Terrorakte begangen haben, wird das Phänomen gerade im deutschsprachigen Raum bisher nur sehr oberflächlich analysiert. »Incels« ist die Kurzform für »Involuntary Celibates« – unfreiwillig im Zölibat Lebende. Sie treffen sich in Onlineforen und auf Imageboards und lamentieren darüber, keinen Sex zu haben, obwohl dieser ein naturgegebenes männliches Grundrecht sei. Im mildesten Falle artikuliert sich ihr Denken in Depressionen und Selbstmitleid, im schlimmsten Falle in der Glorifizierung von Kindesmissbrauch, sexueller Gewalt oder dem Femizid.

In dieser Veranstaltung wird die Geschichte der Incels und anderer antifeministischer Online-Subkulturen nachgezeichnet, ihre Memes und Sprache erklärt, ihre Ideologie analysiert und eine sozialpsychologische Auseinandersetzung mit diesem Online-Kult versucht.

Antifeministischer Hass ist in Imageboards, Messengerdiensten und in Gaming-Communities, für Betroffene, aber auch für Plattform- oder Forenbetreiber und Spielehersteller ein großes Problem. Skizziert werden soll abschließend, vor welchen Herausforderungen Sicherheitsbehörden und eine geschlechterreflektierte Präventionslandschaft stehen, um (potentielle) Opfer zu schützen und Bystander (on- und offline) für den demokratischen Diskurs zu begeistern.

Zur Person: Veronika Kracher hat Soziologie und Literaturwissenschaft in Frankfurt und Mainz studiert. Ihre Arbeitsschwerpunkt sind das Verhältnis von Antisemitismus und Antifeminismus, Geschlechtervorstellungen der (neuen) Rechten, die Alt-Right, rechte Online-Sphären und vor allem die frauenfeindliche Incel-Subkultur. Innerhalb der nächsten Wochen erscheint ihr Buch „Incels – Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults“ im Ventil Verlag.

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