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Vortrag

Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus: Online-Veranstaltungsreihe des Projekt „debunk“ und der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Chemnitz

06.07.2022 – 20.07.2022 (17:00 - 19:00 Uhr), Chemnitz

Antisemitismus ist in Sachsen sowie auch bundesweit auf dem Vormarsch. Das bestätigen die jüngsten Zahlen und Daten der polizeilichen Erfassung, aber auch der zivilgesellschaftlichen Beobachtung. Nicht zuletzt die zahlreichen Berichte der Betroffenen, z.B. in den jüdischen Gemeinden des Freistaates, zeigen deutlich, dass Antisemitismus in Sachsen ein Problem darstellt. Die Corona Pandemie, wie allgemein auch Krisenlagen, dürfte(n) hier beschleunigt gewirkt haben. Auf der Sehnsuchtssuche nach einem oder mehreren Schuldigen an der Pandemie und ihren Folgen, blieben nicht wenige der Demonstrierenden gegen die Corona-Maßnahmen bei alt-bekannten Feindbildern stehen. Wohlhabende und Einfluss-Habende Menschen werden nach wie vor stark vor allem in jüdischen Personen oder Familien gesehen. Hinter globalen Ereignissen, wie der Corona-Pandemie, verbirgt sich in Wahrheit ein düsterer Plan einer geheimen Elite, so die Überzeugung vieler Menschen. Antisemitismus ist nicht erst dann ein Problem, wenn aus Worten Hass oder Gewalt wird. Antisemitismus ist bereits dann problematisch, wenn Gedanken, Bilder oder Codes genutzt und geteilt werden, die antisemitischen Hass oder Gewalt ermöglichen. Aus diesem Grund wollen das Projekt „debunk“ der Amadeu Antonio Stiftung und die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Chemnitz mit einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe über das Thema aufklären und zum Handeln ermutigen. Eingeladen sind alle Bürger:innen sowie Engagierten und Fachkräfte der Chemnitzer Region und weiterer Regionen in Sachsen.

Die Reihe startet am 6. Juli um 17 Uhr über eine Online- Plattform. Den Auftakt bildet ein kurzer Vortrag zur Geschichte des Antisemitismus (Referent: Richard Buchner) und seiner Erscheinungsformen bis in die heutige Zeit. Im Anschluss an den Vortrag sind alle Teilnehmenden eingeladen, mit Referent:in und Organisator:innen der Veranstaltungsreihe ins Gespräch zu kommen. Ziel der Diskussion ist auch gemeinsam zu überlegen, wie man in der Chemnitzer Region Antisemitismus begegnen kann.

Weiter geht es am 13. Juli um 17 Uhr mit einem Vortrag über die Formen des Antisemitismus (Referent: Benjamin Winkler), die besonders in den zurückliegenden zwei Jahren in Deutschland und Sachsen, im Kontext der coronakritischen Proteste sichtbar wurden. Neben Verschwörungsideologien wird es auch um die Relativierung bzw. Verharmlosung des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen durch Bild und Wortwahl der Demonstrierenden gehen. Im Anschluss an diesen Vortrag sind die Teilnehmenden eingeladen, über Erfahrungen zu sprechen, wie man Antisemitismus auf coronakritischen Demonstrationen begegnen kann.

Den Abschluss der Reihe bildet am 20. Juli um 17 Uhr ein Vortrag zum Thema Israel-bezogener Antisemitismus (Referentin: Rosa Fava). Schon lange ist bekannt, dass der so genannte Nahost-Konflikt immer wieder Anlässe für judenfeindliche und antisemitische Stimmungen bietet. Sei es die antisemitische BDS-Kampagne (Kampagne zum Boykott des Staates Israel) oder pro-palästinensische Demonstrationen: Auch in Sachsen ist Israel-bezogener Antisemitismus ein Problem. Nach dem Vortrag sind wieder alle Teilnehmende eingeladen, mit Referent:in und Organisator:innen über Begegnungen mit Israel-bezogenen Antisemitismus zu sprechen und wiederum gemeinsam zu überlegen, wie man damit (pädagogisch) umgehen kann.

Die Teilnahme an den o.g. Veranstaltungen ist sowohl einzeln als auch gesammelt möglich. Bevorzugt werden Plätze an Personen vergeben, die sich zu mindestens zwei der drei Veranstaltungen anmelden. Personen, die der extrem rechten Szene angehören oder die in der Vergangenheit durch demokratie- und menschenfeindliche, insbesondere antisemitische Äußerungen aufgefallen sind, erhalten keinen Zugang zur Veranstaltung.

Haben wir Ihr / Haben wir Dein Interesse geweckt? Dann freuen wir uns über Ihre / Deine Anmeldung unter sachsen@amadeu-antonio-stiftung.de. Bitte geben Sie dort / gibt dort an: Name, zueghörige Organisation (wenn vorhanden) und E-Mail-Adresse. Damit wir die Anmeldung berücksichtigen können, muss diese für die erste Veranstaltung am 6. Juli bis spätestens Montag, 4. Juli vorliegen. Wer sich für die zweite oder dritte Veranstaltung anmelden will, kann dies bis ca. 2-3 Tage vor Beginn der Veranstaltung tun.

Wir freuen uns auf Ihre und Deine Teilnahme!

Benjamin Winkler, Projektleiter „debunk“
Katrin Siegel, Fach- und Koordinierungsstelle Partnerschaft für Demokratie der Stadt Chemnitz

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