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Fachtag

Jugendarbeit im Spiegel rassistischer, populistischer und rechtsextremer Entwicklungen

19.05.2021 (9;00-10:30)

Jugend(verbands)arbeit muss sich mit menschenverachtenden und demokratiefeindlichen Einstellungen auseinandersetzen. Auf dem Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag am 19. Mai werden Möglichkeiten diskutiert, wie emanzipatorische und an Menschenrechten orientierte Jugend(verbands)arbeit reagieren kann.

Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendverbandsarbeit müssen sich mit unterschiedlichen menschenverachtenden Äußerungen und Einstellungen wie Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Frauenfeindlichkeit und grundsätzlichen Anti-Demokratietendenzen auseinandersetzen. Anlässe dazu können sehr vielfältig sein. Dies kann sowohl in der konkreten Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen geschehen wie auch in Aushandlungsprozessen, wenn es um die strukturelle Ausstattung und Absicherung der Angebote von Jugendeinrichtungen vor Ort geht.

Anmeldung via: www.jugendhilfetag.de/besucherinnen/registrierung

Kinder und Jugendliche werden nicht nur im öffentlichen Raum oder im familiären Kontext mit rechtspopulistischen Positionen konfrontiert; sie werden auch über Social-Media-Dienste abwertenden und menschenverachtenden Botschaften ausgesetzt. Zunehmend werden hier die digitalen Möglichkeiten als zentrales Mittel zur Verbreitung rechtsextremer Propaganda genutzt. Vorurteile und menschenfeindliche Ideologien reichen mittlerweile bis in die gesellschaftliche Mitte. Diese Entwicklungen stellen für Fachkräfte im Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendarbeit, aber gleichfalls in der Jugendverbandsarbeit eine besondere Herausforderung dar. Es gilt stets, sich zu positionieren, Haltung zu entwickeln bzw. zu festigen und zu zeigen.

Offene Kinder- und Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit sollen Kindern und Jugendlichen Angebote bieten, die von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement anregen und hinführen. Die Jugend(verbands)arbeit soll jungen Menschen die Möglichkeit geben, zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit heranzuwachsen. Um diesen Auftrag unter den gegenwärtigen Herausforderungen gewährleisten zu können, sollen in diesem Fachforum die folgenden Fragen diskutiert werden:

  • Wie kann Jugend(verbands)arbeit geleistet werden, wenn Menschen extrem polarisiert werden und das gesellschaftliche Klima emotional und wenig faktenbasiert aufgeheizt wird?
  • Wie arbeitet frau/man gegen antidemokratische Sprüche/Anspielungen, die von Jugendlichen oder auch Kolleg*innen geäußert werden?
  •  Wie kann Stärkung und Empowerment von Fachkräften und jungen Menschen aussehen, die selbst von antisemitischer und/oder rassistischer Diskriminierung betroffen sind?
  • Was ist bei extrem rechten Angriffen und Diffamierungen auf die eigene Jugendarbeit zu tun?
  • Wie kann eine intersektionale, emanzipatorische und an Menschenrechten orientierte Jugendarbeit auf diese Entwicklungen reagieren?
  • Wie können demokratische Grundwerte wie Toleranz, Gleichstellung und Solidarität unter diesen Rahmenbedingungen gelebt/umgesetzt werden?

Die Fragen sollen mit Erfahrungen und Handlungsansätzen aus der Praxis ergänzt werden.
Nach einem Publikums-Warm-Up und einer Abstimmung über zwei einführende Fragen ins Themenfeld gibt die Amadeu Antonio Stiftung einem kurzen Input (ca. 20 Min.), der die oben genannten Herausforderungen im Feld der Jugend(verbands)arbeit skizziert und Schlaglichter auf Auswirkungen anhand von Beispielen aus der Beratungspraxis legt.

Im anschließenden Podiumsgespräch wird der Umgang mit Extremismus, Antisemitismus, Rassismus und anderen Formen von Abwertung, Diskriminierung und Ausgrenzung in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen erörtert. Gesprächsteilnehmer*innen sind Akteure der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und der Jugendverbandsarbeit. Das Publikum wird aktiv in die Diskussion einbezogen. Gemeinsam wird diskutiert, was es für eine antisemitismus- oder rassismuskritische Jugendarbeit braucht und wie eine intersektionale, emanzipatorische und menschenrechtsorientierte Arbeit mit Jugendlichen aussehen kann. Darüber hinaus sollen Handlungsmöglichkeiten zum Umgang mit politischen Akteuren im kommunalen Raum, die sich gegen Angebote und Einrichtungen demokratischer Jugendarbeit wenden, beschrieben werden.

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