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Talk

Stereotype im Langzeitnarrativ: Kontinuitäten des Antiziganismus

09.07.2020 (19:00 - 21:00 Uhr), Jena

Online-Podiumsdiskussion über Antiziganismus in der BRD und der DDR und seine heutige Aktualität anlässlich der Veröffentlichung des 7. Bandes der Schriftenreihe „Wissen schafft Demokratie“ mit dem Schwerpunkt „Kontinuitäten“

Sinti*zze und Rom*nja sind in Deutschland nach wie vor mit historisch tief verwurzelten Stereotypen, Vorurteilen und massiver Diskriminierung konfrontiert. Ein Spezifikum der Vorurteile gegen Sinti*zze und Rom*nja ist ihre starke Ambivalenz. Negative Einstellungen sind einerseits assoziiert mit der Zuschreibung einer erhöhten Neigung zu Kriminalität, selbstverschuldeter Armut und eines nicht-normativen, nomadischen Lebensstils. Andererseits existieren auch viele romantisierende, positive Zuschreibungen, welche unter anderem mit „Freiheitliebe“, „Musikalität“ und „Leidenschaft“ verbunden sind. Doch auch diese exotisierenden Vorurteile und Stereotype dienen der Verbreitung und Manifestation antiziganistischer Narrative: Sie befördern ein gesellschaftliches Bild von Sinti*zze und Rom*nja, welches angeblich von Unangepasstheit, Identitätslosigkeit und parasitärem Verhalten geprägt ist. Letztendlich legitimieren diese in der Gesellschaft weit geteilten negativen Einstellungen abwertendes und ausgrenzendes Verhalten, Diskriminierung bis hin zur Hasskriminalität.

In der Online-Podiumsdiskussion werden drei Expertinnen miteinander über Ausprägungen und Auswirkungen des Antiziganismus in verschiedenen historischen Zeiträumen in der BRD und der DDR aber auch über seine heutige Aktualität ins Gespräch kommen. Anlass ist die Veröffentlichung des 7. Bandes der Schriftenreihe „Wissen schafft Demokratie“ mit dem Schwerpunkt „Kontinuitäten“. In diesem Band haben Katharina Lenski den Beitrag „Stereotype im Langzeitnarrativ: Sinti in der DDR zwischen Ausgrenzung und Selbstbehauptung“ und Laura Hankeln den Artikel „Antiziganistische Kontinuitäten in der Debatte um eine baden-württembergische „Landfahrerordnung“ nach 1945“ beigetragen. Sie werden kurz jeweils zentrale Punkte ihrer historischen Analysen vorstellen. Anja Reuss wird als politische Referentin des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma kurz zur aktuellen Situation referieren. Daniel Geschke vom IDZ wird das Gespräch und die anschließende Diskussion von Fragen aus der Zuhörer*innenschaft moderieren.

Gäste:
Laura Hankeln | Historikerin Universität Heidelberg
Dr. Katharina Lenski | Historikerin, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Anja Reuss | Zentralrat der Sinti und Roma Deutschland
Moderation: Dr. Daniel Geschke | IDZ

Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung bis zum 08.07.2020 an: veranstaltung(at)idz-jena.de erforderlich. Sie erhalten dann den Zugangslink. Die Veranstaltung findet statt ab 10 Teilnehmende. Die Teilnehmendenanzahl ist begrenzt.

Die Veranstaltung wird zusätzlich live auf Facebook übertragen.

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