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Diskussion

Tradition oder Transformation? Antisemitismus und Rassismus in der DDR, in Ostdeutschland und in Berlin

24.09.2020 (18:00 -20:00), Berlin-Moabit

Der Beitritt der DDR zur BRD liegt mittlerweile 30 Jahre zurück. Die negativen Begleiterscheinungen des ostdeutschen Transformationsprozesses und die damit einhergehenden biografischen Brüche sind in den letzten Jahren verstärkt in die öffentliche Diskussion gerückt. Gleichzeitig inszenieren sich Rechtspopulist*innen als Stimme der „Einheitsverlierer“ und können mit ihrer rassistischen und antisemitischen Propaganda an weit verbreitete Ressentiments der Dominanzgesellschaft anknüpfen.

Wie auch in der Bundesrepublik, waren Antisemitismus und Rassismus in der DDR Bestandteil der politischen und gesellschaftlichen Kultur. Im nationalistischen Taumel nach Mauerfall und Vereinigung häuften sich in Ostdeutschland Angriffe auf Minderheiten; an mehreren Orten kam es zu Pogromen gegen Asylsuchende und ehemalige Vertragsarbeiter*innen. Heute, nach 30 Jahren Transformationsprozess, sind aktuellen Studien zufolge sowohl (latent) antisemitische als auch rassistische Einstellungen – insbesondere gegenüber Muslim*innen und Geflüchteten – im Osten teilweise deutlich stärker verbreitet als im Westen.

Welche Erfahrungen haben Jüd*innen, Schwarze und People of Color in Ostdeutschland vor und nach der Wende gemacht, und wie erleben sie die aktuelle Situation? Wie sehr sind heute antisemitische und rassistische Einstellungen im Osten Deutschlands – auch bei Jüngeren – noch von der DDR-Vergangenheit (sowie von älteren Traditionsbeständen) geprägt, und welche Rolle spielen Deklassierungserfahrungen im Kontext des Transformationsprozesses? Und nicht zuletzt: Ist die Lage in Ostberlin vergleichbar mit der in den neuen Bundesländern, oder hat in der ehemals geteilten Stadt die Unterscheidung zwischen Ost und West mittlerweile an Bedeutung verloren? Diesen und anderen Fragen möchten wir in dem Podiumsgespräch nachgehen.

Das Podiumsgespräch findet statt im Rahmen unseres Projekts „Bewegte Vielfalt in Berlin“ (www.bildungsbausteine.org/projekte/bewegte-vielfalt). Im Zentrum des Projekts steht die Durchführung unterschiedlicher pädagogischer Angebote zu Antisemitismus, Rassismus und sozioökonomischer Deklassierung – insbesondere im Kontext des ostdeutschen Transformationsprozesses nach 1989/90 – für Schüler*innen, Fachkräfte und andere Multiplikator*innen. Es wird von der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung sowie der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung (LADS) gefördert.

Ort

Festsaal der Berliner Stadtmission
Lehrter Str. 68, 10557 Berlin

Im Gespräch:

  • Anetta Kahane, Vorstandsvorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung
  • Mai-Phuong Kollath (angefragt), Coach und interkulturelle Beraterin
  • Dr. Patrice G. Poutrus Historiker, Universität Erfurt

Moderation: Tahera Ameer Bildungs Bausteine e.V.

Anmeldung:

Bitte melden Sie sich bis zum 20.09.20 an unter: susanna.harms@bildungsbausteine.org und teilen Sie uns mit, ob Sie vor Ort oder online teilnehmen möchten.Bei einer Online-Teilnahme schicken wir Ihnen vor der Veranstaltung die Zugangsdaten zum Livestream zu.

Für alle, die nicht vor Ort sein können, gibt es die Möglichkeit, die Veranstaltung als Livestream zu verfolgen.

Mehr Informationen zur Veranstaltung (u. a. zu den Anmeldemodalitäten) können dem Flyer entnommen werden.

Wir freuen uns sehr über Ihre/eure Teilnahme, ob vor Ort oder per Livestream!

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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