CSDs schützen

Zwei neue Rekorde 2026: So viele CSDs und Angriffe auf CSDs wie nie zuvor
Der queerfeindliche Trend setzt sich leider auch in diesem Jahr fort: mehr als jeder zweite CSD konnte nicht störungsfrei ablaufen. Wie in den letzten Jahren äußerten sich die Störungen in Form von rechtsextremen Gegendemonstrationen, Hasskommentaren, körperlichen Angriffen, Sachbeschädigungen, politischen Interventionsversuchen und Bedrohungen. Die Zahlen erreichen einen neuen Höchststand: Während im Jahr 2025 mindestens 112 der 245 CSDs angegriffen wurden, waren es in diesem Jahr 156 von 299 CSDs.
Letztes Jahr offenbarte unser Sicherheitsreport „Queerfeindlichkeit sichtbar machen“ noch, dass vor allem rechtsextreme Mobilisierungen einen großen Teil der Angriffe auf CSDs ausgemacht haben. In diesem Jahr scheinen diese zurückgegangen zu sein. Dafür haben unorganisierte Angriffe und Störungen deutlich zugenommen. Das niedrige Aufkommen von rechtsextremen Gegendemonstrationen ist also kein Grund zur Entwarnung: CSDs und die damit verbundene queere Sichtbarkeit wurden in diesem Jahr so oft angegriffen wie nie zuvor. Auch die Erhebung der politisch motivierten Kriminalität zeigt, dass queerfeindliche Straftaten immer weiter steigen. Gleichzeitig werden die staatlichen Förderungen für queere Projekte und Projekte der Demokratiearbeit immer weiter gekürzt. Ohne diese Förderungen ist vor allem die Finanzierung von Sicherheitsmaßnahmen und damit direkt der Schutz von queeren Menschen bedroht.
Die Amadeu Antonio Stiftung fördert gezielt CSDs, um diese vor Angriffen zu schützen. Im Jahr 2026 konnten so Schutzmaßnahmen für 28 CSDs finanziert werden, hauptsächlich in ostdeutschen Kleinstädten. Unsere Förderung erhöht direkt die Sicherheit von CSDs.
Quellen
Die Daten dieser Chronik stammen aus einem Monitoring der Amadeu Antonio Stiftung und wurden ergänzt durch eine Umfrage unter CSD-Veranstalter*innen. Das Monitoring beruht auf Medien- und Social-Media-Auswertungen, eigenen Recherchen sowie Rückmeldungen aus der Zivilgesellschaft. Die Amadeu Antonio Stiftung geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Angriffe noch höher liegt.
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Fallzahlen zu Politisch motivierter Kriminalität bestätigen: Queerfeindliche Straftaten nehmen zu
Queerfeindliche Straftaten haben in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Laut den Angaben zur Politisch motivierten Kriminalität (PMK) stieg ihre Zahl 2025 erneut um 12,8 %. Besonders auffällig ist dabei der hohe Anstieg von Hasskriminalität von rechts: Hassverbrechen von rechts aufgrund von sexueller Orientierung (21,17 %) und geschlechtsbezogener Diversität (24,26 %) sind trotz ihres bereits in den Vorjahren sehr hohen Niveaus deutlich angestiegen. Alarmierend ist dabei auch der sehr hohe Anteil von Gewaltdelikten.
Diese Zahlen machen deutlich: der generelle Trend der letzten Jahre von zunehmender Hasskriminalität gegenüber queeren Personen setzt sich immer weiter fort. Antifeministische und queerfeindliche Einstellungen gewinnen insbesondere innerhalb rechtsextremer Ideologien an Bedeutung und weisen auf einen gesellschaftlichen Backlash gegen emanzipatorische Entwicklungen, vielfältige sexuelle Identitäten und pluralistische Geschlechterbilder hin.
Es ist außerdem davon auszugehen, dass die offiziellen Zahlen das tatsächliche Ausmaß nur unvollständig abbilden können. Viele Betroffene zeigen queerfeindliche Gewalt nicht an, teilweise auch aus Angst vor queerfeindlichen Reaktionen bei der Polizei. Zudem werden entsprechende Zahlen nicht immer als Hasskriminalität, sondern lediglich als Allgemeinkriminalität erfasst. Auch der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt weist darauf hin, dass rechte Gewalt in Polizeistatistiken nur unvollständig erfasst wird. Die tatsächliche Gefahr für queere Menschen dürfte daher erheblich größer sein, als es die offiziellen Zahlen bereits erkennen lassen.
Entwicklung der Angriffe auf CSDs
Nicht nur die Anzahl der Angriffe auf CSDs hat sich über die letzten Jahre deutlich verändert, sondern auch die Qualität dieser Angriffe. Während in den Jahren 2024 und 2025 organisierte, rechtsextreme Gegendemonstrationen noch teilweise mehrere hundert Menschen mobilisieren konnten, sind solche Demonstrationen im Jahr 2026 weniger und kleiner geworden. Es scheint, als hätten vor allem rechtsextreme Jugendgruppen den Höhepunkt ihrer Massenmobilisierung überschritten. Das ist allerdings kein Grund zur Entwarnung: Angriffe auf CSDs erreichen im Jahr 2026 erneut eine neue Höchstzahl. Statt Gegendemonstrationen werden nun deutlich mehr körperliche Angriffe registriert.
Eine Analyse zu den Angriffen auf CSDs seit 2024:

*aus dem Jahr 2024 liegen keine Zahlen zu den erstmalig stattgefundenen CSDs vor
Pride in Sachsen: Weniger Gegenversammlungen, gestiegenes Sicherheitsgefühl
Von Lea Bellmann und Bastian Stock
In den Jahren 2025 und 2026 begleitete die Agentur für Aufklärung und Demokratie e.V. alle sächsischen CSD- und Pride-Events mit einer Befragung, um zu zeigen, wie sich rechtsextreme Gegenmobilisierungen auf die Sicherheit und das Empowerment der Teilnehmenden auswirken. Der Vergleich beider Saisons offenbart einen erfreulichen Trend: Während es 2025 noch bei sechs von 17 Events in Sachsen zu angekündigten rechtsextremen Gegenversammlungen kam, waren 2026 nur zwei 2 von 19 Veranstaltungen betroffen. Dies spiegelt sich im gestiegenen Sicherheitsgefühl der Teilnehmenden wider. Während sich 2025 noch 29 % der Befragten auf dem Hinweg eher oder sehr unsicher fühlten, sank dieser Wert 2026 auf 19 % – ein Rückgang um 10 Prozentpunkte. Auch die Heimreise wird als sicherer empfunden: 2026 gibt ca. jede vierte befragte Person (27 %) an, sich auf dem Rückweg unsicher zu fühlen. Im Vorjahr traf dies noch auf mehr als jede dritte Person (38 %) zu. Während der Veranstaltungen selbst ist das Unsicherheitsgefühl am geringsten und bleibt auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau (9 % im Jahr 2025 gegenüber 8 % im Jahr 2026). Dennoch besteht das grundlegende Muster fort: Die Teilnehmenden fühlen sich auf dem Event deutlich sicherer als auf der An- und Abreise. Besonders der Rückweg wird nach wie vor als der unsicherste Teil des Tages wahrgenommen. Hier besteht weiterhin verstärkter Schutz- und Handlungsbedarf.
Prozentualer Anteil aller Befragten, die angegeben haben, sich eher oder sehr unsicher zu fühlen, geordnet nach Zeitpunkt und Pride-Saison:

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage werden im Frühjahr 2027 durch die Agentur für Aufklärung und Demokratie e.V. veröffentlicht. Der Bericht zur sächsischen Pride-Saison 2025 findet sich hier.
Gekürzte Fördergelder beeinflussen die Sicherheit der CSDs
Um Angriffe abzuwehren und die Sicherheit der Teilnehmenden und Organisierenden zu gewährleisten, benötigen CSDs eine sichere Finanzierung. Nur so können Sicherheitskonzepte und allgemein das Fortbestehen von CSDs längerfristig sichergestellt werden. Die Kosten für die Durchführung von CSDs steigen, auch weil nach dem islamistischen Terroranschlag auf den CSD 2026 in Berlin Sicherheitsauflagen bundesweit erhöht wurden. Genau diese Finanzierungen stehen nun für immer mehr CSDs und queere Projekte auf der Kippe. Einige Beispiele:
- Im Juli 2026 streicht das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend überraschend nach 36 Jahren die Förderung für das queere Jugendnetzwerk „Lambda“. Ohne diese Förderung ist ungewiss, ob das Netzwerk weiterhin bestehen bleiben kann
- Im Januar kündigt die Stadt Aachen an, die Fördergelder für „Queeres Leben in Aachen“ ersatzlos zu streichen. Von dieser Streichung wäre auch der CSD neben vielen weiteren queeren Projekten direkt betroffen gewesen. Nach mehreren Wochen des öffentlichen Widerspruchs kann die Finanzierung doch noch gesichert werden.
- Immer weniger CSDs erhalten Förderungen aus den „Partnerschaften für Demokratie“ im Rahmen des Bundesförderprogramms „Demokratie leben!“. Teils werden Antragsablehnungen mit Budgetengpässen begründet, teils damit, dass Demonstrationen nicht mehr gefördert würden.
- In Sachsen-Anhalt stehen im Fall einer AfD-Regierungsbeteiligung alle queeren Bildungs- und Beratungsangebote auf der Kippe und müssen den Ausschluss aus Förderprogrammen des Landes befürchten. Der Verein bbz lebensart in Halle etwa rechnet damit, sein Personal entlassen zu müssen und sammelt Spenden, um die Miete im kommenden Jahr zahlen zu können.
Diese Beispiele verdeutlichen: Der zunehmende politische und gesellschaftliche Druck hat einen direkten Einfluss auf die finanzielle Förderung und damit auf das Fortbestehen von CSDs.
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Übersicht zu den Angriffen auf CSDs 2026

Grafik: Julia Klee
Islamisten und Rechtsextreme: In Queerfeindlichkeit vereint
Der islamistische Anschlag steht nicht isoliert, sondern reiht sich ein in eine Reihe islamistisch motivierter Attentate und vereitelter Anschlagspläne. Im Jahr 2016 wurden bei einem Anschlag auf einen queeren Club in Orlando 49 Menschen getötet und 58 weitere verletzt. 2022 eröffnet ein Islamist am Vorabend der Pride in Oslo das Feuer auf Besucher*innen eines Pubs. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben, 21 weitere wurden teilweise schwer verletzt. Auch in London konnte 2019 ein geplanter Anschlag auf die Pride verhindert werden. Im Juni 2023 vereitelte die Wiener Polizei kurz vor Beginn der Pride einen weiteren Anschlagsplan.
Hinter solchen Taten steht nicht allein die Absicht, einzelne Menschen zu verletzen oder zu töten. Stattdessen zielen sie darauf ab, queeres Leben aus dem öffentlichen Raum zurückzudrängen, Sichtbarkeit einzuschränken und Angst zu verbreiten. Die Folgen reichen deshalb weit über die unmittelbar Betroffenen hinaus und können das Sicherheitsgefühl einer gesamten Community erschüttern.
Queerfeindliche Gewalt, die sich aus islamistischen Ideologien speist, muss als reale Bedrohung ernst genommen werden. Sie kann sich insbesondere gegen jene Orte und Veranstaltungen richten, an denen queeres Leben sichtbar wird und für Gleichberechtigung, Vielfalt und Selbstbestimmung eintritt.
Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf die politischen Folgen solcher Bedrohungen: Rechtsextreme und Islamist*innen stehen sich ideologisch zwar in vielen Punkten gegenüber, teilen jedoch ihre Ablehnung einer offenen und pluralistischen Gesellschaft. Beide können von gesellschaftlicher Polarisierung profitieren. Wenn Angst und Feindbilder wachsen, werden Gräben vertieft und unterschiedliche Gruppen gegeneinander ausgespielt. Umso wichtiger ist es, queerfeindliche Gewalt unabhängig davon klar zu benennen und sich gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit und Einschüchterung zu stellen.
Umgangsstrategien und Schutzmaßnahmen
Gute Vorbereitung und lokale Vernetzung
Eine erfolgreiche Präventionsarbeit beginnt mit einer sorgfältigen Planung. Dabei ist es entscheidend, lokales Wissen einzubeziehen: Welche Ansprechstellen gibt es vor Ort? Wie funktionieren die Kommunikations- und Behördenwege? Wer kann bei Problemen kurzfristig unterstützen? Wenn gewünscht, können auch Vertreter*innen der Lokalpolitik oder Mandatsträger*innen eingebunden werden. Ihre Präsenz verleiht Veranstaltungen zusätzliche Rückendeckung und Sichtbarkeit.
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Gefährdungseinschätzung als Basis
Ein zentrales Element jeder Planung ist die Gefährdungseinschätzung – und zwar nicht nur für die eigentliche Veranstaltung, sondern auch für An- und Abreisewege der Teilnehmenden. Auf dieser Grundlage können Sicherheitskonzepte entwickelt werden, die konkrete Maßnahmen vorsehen. Unterstützung von außen kann hier wertvoll sein: Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus sowie weitere Beratungsstellen vor Ort bieten wichtige Expertise. Ergänzend sollten juristische Fragen und mögliche finanzielle Unterstützungsangebote, etwa durch Förderprogramme, frühzeitig geklärt werden.
Konkrete Notfallpläne
Ein belastbares Sicherheitskonzept enthält klare Regelungen für den Umgang mit Störungen und Angriffen. Das umfasst nicht nur mögliche verbale oder körperliche Übergriffe, sondern auch gezielte Wortergreifungsstrategien oder Bedrohungen durch rechtsextreme Akteur*innen, beispielsweise durch sogenanntes „Livestreaming“ vor Ort. Präzise Handlungspläne geben Sicherheit im Ernstfall und erleichtern es dem Orga-Team, schnell und konsequent reagieren zu können.
Rollen, Zuständigkeiten und Kommunikation
Klarheit im Team ist ein entscheidender Faktor für Sicherheit. Dazu gehören eindeutige Rollen und Zuständigkeiten innerhalb des Orga- und Ordner*innenteams. Ebenso wichtig ist ein abgestimmtes Kommunikationskonzept: Wer informiert wen, intern im Team, nach außen an die Teilnehmenden und an die zuständigen Behörden? Transparente Absprachen und verlässliche Informationswege tragen wesentlich dazu bei, Unsicherheiten zu vermeiden.
Unterstützung nutzen
Viele Sicherheitskonzepte lassen sich durch bestehende Förderprogramme finanziell unterfüttern. Wichtige Partner*innen sind Polizei, kommunale Stellen sowie Strukturen der Zivilgesellschaft. Darüber hinaus sollten solidarische Handlungsformen etabliert werden: Meldestrukturen aufbauen, Vorfälle dokumentieren und zur Anzeige bringen, Kooperationen mit Polizei und Justiz suchen und Unterstützung gezielt organisieren.
Nachsorge und psychosoziale Unterstützung
Auch die Zeit nach einer Veranstaltung darf nicht aus dem Blick geraten. Angehörigen- und Nachsorgeangebote sind wichtig, um psychosoziale Unterstützung für Betroffene zu sichern und Vereinzelung vorzubeugen. Beratung und Hilfsangebote – beispielsweise über die kommunalen Mobilen Beratungsstellen (MBR) – helfen dabei, passende Unterstützung bereitzustellen. Im Sicherheitsreport „Queerfeindlichkeit sichtbar machen“ können weitere Beratungsangebote nachgeschlagen werden.
Rechtsextreme Jugendgruppen
CSDs werden von verschiedenen Akteur*innen gestört. Auffällig ist, dass die Täter*innen dabei oft noch sehr jung sind. Gerade bei rechtsextremen Gegendemonstrationen spielen dabei rechtsextreme Jugendgruppen eine entscheidende Rolle. Die queerfeindliche Mobilisierung ist dabei ein zentrales Kampagnenthema, welches immer wieder genutzt wird, um weitere Mitglieder zu rekrutieren. Einen Überblick über das Phänomen bietet unsere Handreichung „Rechtsextreme Jugendgruppen: Radikalisierung erkennen, Betroffene schütz, früh intervenieren“.
Queerfeindlichkeit als strategischer Hebel der Rechtsextremen (aus dem letzten Jahr)
Antifeministische und transfeindliche Einstellungen sind laut der Leipziger Autoritarismusstudie (2024) vor allem in Ostdeutschland auf hohem Niveau, besonders Transpersonen stellen in rechtsextremen Parteien ein zentrales Feindbild dar. Die drastische Zunahme gewaltbereiter Störungen von CSDs durch Rechtsextreme ist also eine Folge von antifeministischem Agenda-Setting durch rechtsextreme Parteien.
Queerfeindlichkeit – und das schließt Transfeindlichkeit mit ein – steht für die Ablehnung von gesellschaftlichem Wandel, Fortschritt und Gleichstellungspolitiken und dient Rechtsextremen als strategischer Hebel, um Diskurse in Politik und Gesellschaft immer weiter nach rechts zu verschieben und gleichstellungspolitische Errungenschaften zu gefährden. Da Queerness als Gegenentwurf zu rechtsextremen und völkischen Vorstellungen von einer „natürlichen zweigeschlechtlichen Ordnung” gesehen werden kann, die Rechtsextreme „verteidigen” wollen, werden LGBTQI+ Personen und insbesondere queere und Transpersonen strukturell von rechts angegriffen. Orchestrierte Hetzkampagnen und queerfeindliche Narrative von der AfD und konservativen Akteur*innen dienen bei Gewalt und Angriffen gegen eben diese oft als „Legitimation“ und haben somit eine brandstiftende Funktion. Es lassen sich eindeutige Mobilisierungsfelder der AfD im Wahlkampf als auch im Vorfeld der rechtsextremen Partei erkennen: Transfeindliche Hetze in Bezug auf Selbstbestimmungsgesetz zum einen, wobei primär eine Instrumentalisierung von Frauenschutzräumen stattfindet und die Instrumentalisierung von Kindern, wenn es um Aufklärung, Vielfalt und Selbstbestimmung geht.
Queerfeindlichkeit ist Alltag – deshalb braucht es Unterstützung
Ob rechtsextreme Mobilisierungen gegen die CSDs oder Störungen durch Einzelpersonen – Angriffe auf CSDs sind weder vom Himmel gefallen, noch finden sie in einem luftleeren Raum statt. Rechtsextreme, konservative und christlich-fundamentalistische Akteur*innen arbeiten seit Jahren gegen queere Sichtbarkeit und versuchen, gesellschaftliche Akzeptanz wieder zurückzudrängen. Gerade in den letzten Jahren haben queerfeindliche Gewalt, Hasskriminalität und die Rücknahme von bereits erreichten rechtlichen Verbesserungen zugenommen. Die steigende Anzahl an Angriffen auf CSDs ist Folge eines queerfeindlichen gesellschaftlichen Klimas. Das Schweigen der Mehrheitsgesellschaft sehen unter anderem rechtsextreme Jugendliche als Zustimmung zu ihrem Handeln und ermutigt sie, offen ihren Hass auszuleben und Gewalt anzuwenden.
Um dem entgegenzuwirken, reicht es nicht aus, den Schutz queerer Menschen allein der Polizei zu überlassen. Es braucht starke überregionale Unterstützung und Bündnisse, die LSBTIAQ+ und ihre Verbündeten aus den Metropolen mit denen aus der Peripherie auf Augenhöhe zusammenbringen und verhindern, dass die vielen kleinen CSDs in die Defensive geraten. Finanzielle, solidarische Unterstützung und konkrete Hilfe vor Ort sollten sich dabei nicht auf die Pride-Saison beschränken.
Seit Jahren unterstützt die Amadeu Antonio Stiftung CSDs in besonders gefährdeten Regionen durch Beratung, Begleitung und gezielte Finanzierung von Sicherheitsmaßnahmen. Jede Spende hilft uns dabei!
Queerfeindlichkeit ist Alltag – deshalb braucht es Unterstützung!













