Übersicht der geförderten Projekte 2026
Übersichten für die Vorjahre: 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | bis 2020
Übersicht der geförderten Projekte 2026
Seit 1998 haben wir dank zahlreicher Spender*innen bisher über 2.720 Projekte und Initiativen fördern können, die sich vor Ort gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einsetzen und die demokratische Kultur fördern (Stand Januar 2026). Die Vielfalt der Ansätze ist groß. Ob Projektwochen in Schulen, Demokratiefeste, Gedenken für Opfer rechter Gewalt, Workshops zu Rassismus und Antisemitismus, Vernetzungen und Safer Spaces für von Rassismus, Antifeminismus oder Queerfeindlichkeit Betroffene oder Argumentationstrainings, um Verschwörungserzählungen und rechtsextreme Ideologien zu entkräften – bundesweit entwickeln Engagierte wirkungsvolle Formate, die ein solidarisches Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft gestalten und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegen treten. Die Stiftung selbst versteht sich in einem umfassenden Sinne als Partnerin, die Projekte und Initiativen über einen längeren Zeitraum begleitet und ihnen zu mehr Öffentlichkeit verhilft. Langfristiges Ziel ist die Stärkung demokratischer, zivilgesellschaftlicher Strukturen. Leider nehmen Bedrohungen und Angriffe auf die demokratische Zivilgesellschaft und auf diejenigen zu, die ohnehin von Ausgrenzung und Diskriminierungen betroffen sind. Deshalb fördern wir auch Sicherheitsmaßnahmen, z.B. bei Veranstaltungen. Alle seit 2010 geförderten Projekte stellen wir hier vor.
Baden-Württemberg
Sicherheit für queere Communities in Heidelberg fördern
Seit 2022 hat die Zahl der Meldungen queerfeindlicher Vorfälle in der Stadt stark zugenommen. Immer wieder kommt es zu Störungen bei Veranstaltungen, gezielten Einschüchterungen und tätlichen Angriffen. Viele queere Projekte haben deshalb einen Bedarf nach Schutzstrukturen aus der Community für die Community. Im Rahmen des Projektes entsteht ein Netzwerk aus ehrenamtlichen Personen, die in den Bereichen Security, Erste Hilfe, Selbstbehauptung und Awareness geschult sind und verschiedene Veranstaltungsformate absichern.
Dezember 2025 – August 2026
Stadt Heidelberg, Amt für Chancengleichheit
Heidelberg, Baden-Württemberg
Schüler*innen in Kirchheim unter Teck setzen sich gegen Rassismus und Diskriminierung ein
Am Ludwig-Uhland-Gymnasium in Kirchheim unter Teck kam es in den vergangenen Monaten vermehrt zu rassistischen Vorfällen, sowohl in den Pausengesprächen der Schüler*innen als auch in digitalen Räumen und in Unterrichtssituationen. Ein „Aktionstag gegen Rassismus“ soll dem entgegenwirken und die Schüler*innen für Rassismus, Diskriminierung und Zivilcourage sensibilisieren. Alle Jahrgangsstufen setzen sich in altersgerechten Formaten wie theater- oder medienpädagogischen Workshops, Zeitzeug*innengesprächen oder sportlichen Angeboten damit auseinander, wie sie diskriminierende Aussagen und Verhaltensweisen erkennen, sich klar dagegen positionieren und mit Betroffenen solidarisieren können. Der Tag ist Teil einer langfristigen Strategie der Schule, um ein respektvolles und diskriminierungsarmes Schulklima zu entwickeln.
März 2026
Förderverein Ludwig-Uhland Gymnasium Kirchheim unter Teck e.V.
Kirchheim unter Teck, Baden-Württemberg
Kick gegen Vorurteile und Rassismus in Kirchheim unter Teck
Viele junge Menschen sind in Kirchheim unter Teck mit Rassismus und dessen Folgen konfrontiert, erleben Ausgrenzungen und Stereotypisierungen. Die Engagierten des Solidarität Afrika e.V. wirken Verunsicherungen und Rückzug entgegen. Sie organisieren Begegnungs- und Austauschformate und wollen junge Betroffene empowern, Stärke zu entwickeln und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. In Workshops erwerben sie Wissen über Erscheinungsformen und Folgen von Rassismus und tauschen sich über Identitätsfragen und Möglichkeiten solidarischen Handelns aus. Das Projekt fördert demokratische Kompetenzen wie Dialogfähigkeit und Perspektivwechsel und ermutigt die Jugendlichen, sich als aktive Mitglieder der Einwanderungsgesellschaft zu verstehen.
März-Juni 2026
Solidarität Afrika e.V.
Kirchheim unter Teck, Baden-Württemberg
Bayern
Theaterprojekt stärkt queere und behinderte Menschen im ländlichen Bayern
In Landsberg am Lech fehlt es an solidarischen und empowernden Räumen, in denen marginalisierte Gruppen zusammenkommen und sich vernetzen können, sodass sie mit ihren Erfahrungen von Diskriminierung häufig alleine bleiben. Ein inklusives Theaterprojekt für queere und behinderte Menschen aus der Region füllt diese Lücke. Das Stück „Das queere Nibelungenmusival – Drag me to Valhalla“ behandelt auf einer symbolischen Ebene die gesellschaftlichen Mechanismen von Ausgrenzung, Feindbildkonstruktionen und Verschwörungserzählungen, ohne diese zu reproduzieren. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, eigene Perspektiven einzubringen, Erfahrungen miteinander zu teilen und kreativ zu verarbeiten. Ergänzt wird das Stück durch Erklärvideos zu den Themen Diskriminierung, Queerfeindlichkeit und Ableismus. Bei drei Theateraufführungen in Landsberg am Lech und Kaufering wird das Stück einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.
Januar-Dezember 2026
VIVA Randerscheinungen e.V.
Landsberg am Lech, Bayern
Laut sein gegen Rechtsextremismus in Neuötting
In Oberbayern zeigen sich rechtsextreme Normalisierungstendenzen im Alltag, etwa bei Märkten, auf Volksfesten und anderen Veranstaltungen. Bei einem parteiunabhängigen Demokratiefest kommen Menschen aus Neuötting und Umgebung zusammen, die dem Gefühl der Machtlosigkeit durch solidarischen Zusammenhalt begegnen, sich vernetzen und gemeinsam ein Zeichen für Menschenrechte und demokratische Werte setzen. Im Mittelpunkt stehen neben Konzerten regionaler Acts auch Infostände, Workshops und Redebeiträge von Demokratiebündnissen und Vereinen aus Neuötting und Umgebung sowie eine Ausstellung.
15. Juli 2026
Faltermeier Culture Yard e.V.
Neuötting, Bayern
In Aschaffenburg gegen antifeministische und queerfeindliche Parolen aktiv werden
Antifeministische und queerfeindliche Einstellungen sind gesellschaftlich weit verbreitet und normalisiert. Oft bleiben sie im Alltag unwidersprochen, weil Menschen sich unsicher fühlen oder nicht wissen, wie sie reagieren können. Im Rahmen des Feministischen März Aschaffenburg 2026 bietet der Verein für alle Interessierten einen praxisorientierten Workshop zum Umgang mit antifeministischen Parolen an. Der Workshop vermittelt Wissen zu antifeministischen Strategien und Netzwerken und stärkt durch praktische Argumentationsübungen die Handlungsfähigkeit der Teilnehmenden. Ziel ist es, sie darin zu unterstützen, in diskriminierenden Situationen aktiv zu werden, antifeministische Parolen argumentativ zu entkräften und sich klar gegen sie zu positionieren.
27. März 2026
Stern – Verein zur Förderung alternativer Kultur und politischer Bildung Aschaffenburg e.V.
Aschaffenburg, Bayern
In Nürnberg über Falschinformationen rund um das „Neutralitätsgebot“ aufklären
Rechtsextreme Akteur*innen versuchen in den vergangenen Monaten vermehrt, zivilgesellschaftlich Engagierte, Verwaltungsmitarbeitende und Lehrer*innen einzuschüchtern. Immer wieder greifen sie dabei auf das sogenannte „Neutralitätsgebot“ zurück, um das aktive Eintreten für demokratische Werte zu delegitimieren und Menschen einzuschüchtern. Dem wirkt ein Workshop zum „Mythos Neutralitätsgebot“ entgegen, indem er Wissen vermittelt und Austausch über Unsicherheiten ermöglicht. Die Teilnehmenden bringen konkrete Fragen mit und erlernen anhand von Fallbeispielen, wo die Möglichkeiten und Grenzen des Engagements in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern liegen. Ziel ist es auch, sie zu ermutigen, selbstbewusst für ihre Arbeit einzustehen und sich von den verunsichernden Diskursen rund um das „Neutralitätsgebot“ nicht einschüchtern zu lassen.
26. März 2026
Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus gGmbH
Nürnberg, Bayern
In Nürnberg über koloniale und rassistische Kontinuitäten in der Stadtgeschichte aufklären
Bei postkolonialen und antirassistischen Stadtrundgängen in Nürnberg informieren Engagierte der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) Nürnberg über historische koloniale Verflechtungen der Stadt ebenso wie über rassistische Kontinuitäten bis in die Gegenwart. Ein 30-minütiger Dokumentarfilm begleitet zwei Bildungsarbeiter*innen bei dem Rundgang und vermittelt anhand von Besuchen ausgewählter Orte Wissen zur kolonialen Geschichte Nürnbergs. Durch Ausstrahlung im Fernsehen, Verfügbarkeit in Mediatheken ebenso wie durch öffentliche Veranstaltungen mit Filmvorführung und Publikumsgesprächen werden Schwarze Perspektiven in der lokalen Erinnerungskultur gestärkt und ein breites Publikum für Kontinuitäten rassistischer Ideologien und Gewalt sensibilisiert.
Februar-April 2026
Medienwerkstatt Franken e.V.
Nürnberg, Bayern
Berlin
Lebensrealitäten Schwarzer Jugendlicher und Alltagsrassismus in Berlin sichtbar machen
Amon Aleme Selassie setzt sich in seinem Fotografieprojekt „Wir Deutschen“ mit seiner Kindheit als Schwarzer Deutscher auseinander. Viele Schwarze Jugendliche wachsen mit dem Gefühl auf, nicht dazu zu gehören. Die oft gehörte Frage „Aber wo kommst du eigentlich her?“ ist Sinnbild der Ausgrenzung aus der Gesellschaft, in die sie geboren wurden. Die Fotoserie stellt Situationen aus dem Leben der Jugendlichen dar. Diese werden von erwachsenen Models nachgestellt. Die Bilder regen dazu an, sich eine ideale Welt für Schwarze Menschen in Deutschland vorzustellen. Die Ausstellung ist im kommenden Februar, im Black History Month 2026, in Berlin zu sehen. Sie zielt darauf ab, Schwarze Lebensrealitäten sichtbar zu machen und Stereotype in der Mehrheitsgesellschaft abzubauen.
Februar 2026
roam projects e.V.
Berlin
Berliner Schüler*innen für antisemitische Diskriminierung sensibilisieren
Antisemitische Verschwörungsnarrative und Feindbilder sind im Alltag junger Menschen zunehmend präsent. Gleichzeitig fehlt es an Räumen, in denen diese kritisch eingeordnet werden und Jugendliche ihre Fragen und Unsicherheiten besprechen können. Eine Filmvorführung mit Nachgespräch schafft einen solchen Raum. Der Film „Licht ist das Leben“ wurde im Rahmen eines Jugendprojekts produziert und thematisiert Antisemitismus aus der Perspektive junger Menschen. Begleitet wird die Filmvorführung von Performance, Musik und Austauschformaten. Ziel ist es, die Teilnehmenden für Antisemitismus und andere Formen von Diskriminierung zu sensibilisieren und ihre Fähigkeiten, Informationen und Medieninhalte kritisch zu reflektieren, zu stärken.
20. März 2026
Fhoch2 Kulturkollektiv e.V.
Berlin
Brandenburg
Jugendliche gegen Antifeminismus und toxische Männlichkeit in Brandenburg empowern
Demokratiefeindliche und antifeministische Narrative werden in den Lebensrealitäten junger Menschen präsenter. Was einst als reines Internetphänomen galt, hat heute reale Folgen: Ideologien der Ungleichheit, toxische Männlichkeit und Antifeminismus spiegeln sich in Studien, dem Wahlverhalten junger Menschen oder in der steigenden Zahl von rechtsextremen Mobilisierungen gegen CSDs. Ein mobiles Bildungs- und Empowermentprojekt fokussiert insbesondere ländliche Regionen und Kleinstädte. In Kooperation mit Schulen, Gleichstellungsbeauftragten und Wohnprojekten werden Spoken-Word-Workshops umgesetzt. Die Teilnehmenden fassen eigene Erfahrungen, Perspektiven und Haltungen in Sprache und verleihen ihnen performativ Ausdruck. Die Texte dienen als Gesprächsgrundlage: Themen wie Geschlechterrollen, antifeministische Narrative oder Diskriminierung werden ausgehend von den Stimmen der Jugendlichen aufgegriffen und gemeinsam reflektiert. Die Workshops sind geschlechterreflektiert aufgebaut.
Oktober 2025 – März 2026
Frauenpolitischer Rat Land Brandenburg e.V.
Brandenburg
Schüler*innen in Oberhavel werden kreativ gegen Rassismus
Im Landkreis Oberhavel sind rechtsextreme Einstellungen weit verbreitet. Einige Schüler*innen des Gymnasiums Gransee vertreten offen rechtsextreme und rassistische Positionen, während andere sich als Folge von Einschüchterung nicht trauen, Gegenrede zu leisten. Ein Workshoptag mit dem Lyriker Nefvel Cumart schafft durch persönliche Geschichten, lyrische Texte und kreative Schreibübungen Empathie für die Situation von Menschen mit Migrationsgeschichte und Rassismuserfahrungen. Die Jugendlichen können eigene Erfahrungen und Perspektiven einbringen und die behandelten Themen kreativ vertiefen. Das Projekt stärkt migrantische Jugendliche und alle, die sich rechtsextremen Einstellungen an der Schule entgegenstellen wollen, und entkräftet rassistische Vorurteile durch persönliche Begegnungen, Reflektion und Austausch.
Januar 2026
Schulförderverein Pro Gymnasium Gransee e.V.
Gransee, Brandenburg
Demokratisches Netzwerk für die Kinder- und Jugendhilfe im Landkreis Märkisch-Oderland erhalten
Im Landkreis Märkisch-Oderland ist die rechtsextreme AfD mit deutlichen Mehrheiten im Kreistag und in vielen Stadtverordnetenversammlungen vertreten. Diese Entwicklungen gehen mit rassistisch motivierten Gewalttaten und Angriffen auf zivilgesellschaftlich Engagierte einher. Immer mehr Jugendliche finden Anschluss bei rechtsextremen Gruppen. Gleichzeitig erhält der Kreis-Kinder- und Jugendring keine öffentliche Förderung mehr, alle Stellen wurden innerhalb eines Jahres gestrichen. Damit drohen grundlegende Strukturen wegzubrechen, die zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und ein offenes Miteinander im Landkreis bündeln, Gründungsprozesse unterstützen, Initiativen vernetzen und professionalisieren. Der Kreis-Kinder- und Jugendring befindet sich in einem Entwicklungsprozess und muss sich neu strukturieren. Neue Strategien werden entwickelt, um das Netzwerk aufrechtzuerhalten, etwa durch das Zusammenlegen von Ressourcen. Trotz fehlender Förderung will der Verband auch zukünftig ein zuverlässiger Kooperationspartner für seine Mitglieder sein, der sich klar gegen den wachsenden Einfluss rechtsextremer Akteur*innen in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert.
Dezember 2025-Januar 2026
Kreis-Kinder- und Jugendring Märkisch-Oderland e.V.
Seelow, Brandenburg
In Steinhöfel gegen rechtsextreme Aussagen argumentieren lernen
Der Verein betreibt gemeinsam mit weiteren Akteur*innen ein soziokulturelles Zentrum in der Gemeinde Steinhöfel. Die Engagierten machen die Erfahrung, dass menschenfeindliche Aussagen bei Veranstaltungen salonfähiger werden. Um diesen Äußerungen kritisch und zielführend begegnen zu können, organisieren sie weiterbildende Workshops, die ihnen Wissen vermitteln, für Diskriminierungen sensibilisieren und praktisches Empowerment möglich machen. Thematisch stehen das Argumentieren gegen Rechtsextremismus und Transfeindlichkeit im Vordergrund.
Januar-Juni 2026
Zukunftsarchiv e.V.
Steinhöfel; Heinersdorf, Brandenburg
An NS-Verbrechen im ehemaligen KZ Uckermark gedenken
Am 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Uckermark findet auf dem Gelände eine Gedenkfeier an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Überlebende und Angehörige stehen dabei im Mittelpunkt und bringen ihre Perspektiven in Redebeiträgen zu Gehör. Eine Ausstellung, Infotische und ein Rundgang klären über die Geschichte des Konzentrationslagers und des späteren Vernichtungsortes auf. Auch Initiativen, die sich gegen Rassismus und Antisemitismus engagieren, gestalten das Programm mit.
02. Mai 2026
Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V.
Uckermark, Brandenburg
Demokratie und Vielfalt in Rathenow feiern
In Rathenow und der Region Westbrandenburg sind die Folgen rechtsextremer Mobilisierung und rassistischer Hetze für von Rassismus Betroffene und zivilgesellschaftlich Engagierte deutlich spürbar. Sie erleben Anfeindungen, Gewalt und Diskriminierung und erhalten dabei häufig wenig öffentliche Unterstützung. Ein Demokratiefest bringt Menschen zusammen, die sich gemeinsam und solidarisch für ein vielfältiges und für alle sicheres Rathenow engagieren möchten und setzt ein Zeichen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Mit Bildungsformaten, musikalischen und künstlerischen Beiträgen sowie Vernetzungs- und Austauschformaten schafft das Festival einen Raum, in dem Solidarität gelebt, Menschen geschützt und demokratische Werte gemeinsam verteidigt werden.
August 2026
Innovationsbündnis Havelland e.V. Jugendforum
Rathenow, Brandenburg
Hessen
Jugendliche für online-Radikalisierung sensibilisieren und demokratische Gegenrede stärken
Der Einfluss von Algorithmen auf gesellschaftliche Diskurse zeigt sich in Polarisierungs- und Radikalisierungsprozessen. Viele Menschen umgeben sich im Internet nur mit User*innen, die ähnliche Meinungen vertreten und verstärken sich gegenseitig in ihren Ansichten. Diese Mechanismen bieten rechtsextremen Akteur*innen Möglichkeiten, ihre Propaganda zu verbreiten und Hass auf marginalisierte Gruppen und Andersdenkende zu schüren. Ein Workshop für Jugendliche sensibilisiert für die Gefahren solcher Entwicklungen und ermutigt die Teilnehmenden, online Gegenrede zu Hass und Hetze zu leisten. Die Jugendlichen lernen, demokratiestärkenden Content zu entwickeln, sich gegen rechtsextreme Anfeindungen zu wehren und online Demokratie und Menschenrechte zu schützen. Bei einer Rauminstallation werden selbst entwickelte Kommentare zur Gegenrede gegen online-Hetze vertont und in einem Technosong zusammengestellt.
Januar-April 2026
POWERHOUSE – Kulturbulenzen e.V.
Marburg und Frankfurt am Main, Hessen
Schüler*innen setzen sich mit Anne Franks Biografie auseinander und werden aktiv gegen Antisemitismus und Rassismus
Um ein deutliches Zeichen für Demokratie, Menschenrechte sowie eine inklusive und vielfältige Gesellschaft zu setzen und das Gedenken an Anne Frank wachzuhalten, veranstaltet die Anne-Frank-Schule Eschwege eine Ausstellung. Diese beleuchtet die Biografie Anne Franks und sensibilisiert für die Gefahren von Antisemitismus und Rassismus. Schülerinnen ab der 9. Klasse werden von Fachkräften des Anne-Frank-Zentrums Berlin zu Peer Guides ausgebildet und führen ihre Mitschülerinnen sowie weitere Besucher*innen durch die Ausstellung. Bei einer Eröffnungsveranstaltung werden zivilgesellschaftliche Akteur*innen und kirchliche Vertreter*innen aus Eschwege eingeladen, um gemeinsam neue Wege des demokratischen Engagements zu entwickeln. Die Ausstellung soll die Schüler*innen dazu anregen, sich intensiv mit der Namensgeberin ihrer Schule auseinanderzusetzen, Verantwortung für ein demokratisches Miteinander an der Schule zu übernehmen und sich aktiv gegen Diskriminierung zu engagieren.
Mai-Juni 2026
Förderverein der Anne-Frank-Schule Eschwege e.V.
Eschwege, Hessen
Vor den Kommunalwahlen in Fulda über Rechtsextremismus aufklären
2026 finden Kommunalwahlen in Hessen statt. Um dem Trend eines weiteren Erstarkens der rechtsextremen AfD in dem Bundesland entgegenzuwirken, setzen die Engagierten von Fulda stellt sich quer e.V. auf Aufklärung und Bildungsangebote, den Aufbau solidarischer Netzwerke und das Schaffen von Beteiligungs- und Austauschmöglichkeiten. In Workshops und Seminaren, die allen Interessierten offenstehen, werden Grundlagen demokratischer Prozesse und kommunaler Mitgestaltungsmöglichkeiten vermittelt und über die Gefahren von Desinformation im Kontext von Wahlen informiert. Bei Planspielen und Demokratie-Werkstätten in Schulen und Stadtteilzentren können Teilnehmende demokratische Prozesse aktiv erleben und gemeinsame Visionen für das Zusammenleben in Fulda entwickeln. Informationsmaterialien geben einen Überblick über aktuelle Erscheinungsformen des Rechtsextremismus und vermitteln praktische Tipps, um für demokratische Werte aktiv zu werden.
Januar-Dezember 2026
Fulda stellt sich quer e.V.
Fulda, Hessen
In Imshausen über Antisemitismus und Rechtsextremismus diskutieren
Im Raum Nord- und Osthessen ist eine Zunahme der Sichtbarkeit und Verbreitung rechtsextremer Haltungen zu beobachten. Die rechtsextreme AfD konnte hier bei den vergangenen Wahlen deutlich zulegen. Die Stiftung Adam von Trott leistet in der Region mit der Veranstaltungsreihe „Imshäuser Gespräche“ politische Bildungsarbeit, um für die Gefahren rechtsextremer Ideologien zu sensibilisieren und Möglichkeiten solidarischen und demokratischen Handelns aufzuzeigen. Bei einem Vortrag anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages im Januar 2026 stehen die Erinnerung an die Shoah, die Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland sowie die Folgen des 07.Oktobers 2023 für Jüdinnen*Juden im Fokus. Ein Vortrag im Februar 2026 schafft im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und der Kommunalwahlen in Hessen einen Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Akteur*innen aus den beiden Bundesländern. Im Zentrum stehen Fragen danach, wie rechtsextremes Agenda-Setting im Wahlkampf funktioniert und wie Rechtsextreme insbesondere in ländlichen Räumen versuchen, Deutungshoheit und soziale Hegemonie zu erlangen. Zugleich wird diskutiert, wie dieser Entwicklung wirksam entgegengewirkt, demokratische Räume verteidigt und zivilgesellschaftliche Strukturen nachhaltig unterstützt werden können. Die Vorträge zielen darauf ab, Handlungssicherheit zu stärken und den Austausch über solidarisches, demokratisches und menschenrechtsorientiertes Engagement zu fördern.
Januar-Februar 2026
Stiftung Adam von Trott, Imshausen e.V.
Imshausen, Hessen
Den CSD Fulda vor rechtsextremen Anfeindungen schützen
Im letzten Jahr wurde der CSD in Fulda durch eine organisierte rechtsextreme Kundgebung von Anhänger*innen der Jungen Nationalisten (Die Heimat) bedroht. Die Gesamtsituation gestaltete sich komplex und stellte für Versammlungsleitung, Awarenessteam und Ordner*innen eine große Herausforderung dar. Um Kommunikation und Koordination beim nächsten CSD zu verbessern, werden Funkgeräte und Warnwesten für das Team angeschafft. Die Maßnahme vergrößert die Sicherheit für alle CSD-Besuchenden.
29. August 2026
Magrathea Laboratories e.V.
Fulda, Hessen
Den CSD in Witzenhausen gegen rechtsextreme und queerfeindliche Anfeindungen schützen
2025 fand in Witzenhausen erstmals ein Christopher Street Day (CSD) statt und setzte ein klares Zeichen für Rechte, Sichtbarkeit und Selbstbestimmung von LSBTQIA* im Landkreis. Der CSD stärkt die lokale Community und schafft Raum für Austausch und Vernetzung. Gleichzeitig erleben viele queere Menschen im Landkreis in ihrem Alltag Anfeindungen und Diskriminierung. Immer wieder tauchen etwa rechtsextreme sowie queer- und transfeindliche Sticker im öffentlichen Raum auf. Um die Sicherheit für die Teilnehmenden beim zweiten CSD Witzenhausen 2026 zu erhöhen, wird die Förderung für Sicherheitsmaßnahmen eingesetzt.
30. Mai 2026
Witzenhausen Solidarisch e.V.
Witzenhausen, Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Sicherheit für demokratisch Engagierte in Mecklenburg-Vorpommern stärken
Menschen, die sich für Demokratie, Antifaschismus und queere Rechte engagieren, sind in Mecklenburg-Vorpommern vermehrt von Anfeindungen, Bedrohungen und Angriffen betroffen. Engagierte befürchten eine weitere Verschärfung der Lage vor den Landtagswahlen 2026, bei denen die rechtsextreme AfD derzeit in den Umfragen stärkste Kraft ist. Um die Sicherheit für alle Engagierten im Bundesland zu erhöhen und in Notsituationen reagieren zu können, wird ein landesweites Netzwerk von Demonstrations-Sanitäter*innen aufgebaut, professionell geschult und mit den notwendigen Materialien ausgestattet.
August 2025 – Dezember 2026
Bund Deutscher PfadfinderInnen Landesverband MV e.V.
Mecklenburg-Vorpommern
Ein Demokratiebündnis in Vorpommern gründen
Im September 2026 finden in Mecklenburg-Vorpommern Landtagswahlen statt. Um demokratische Werte und menschenrechtsorientierte Positionen wirksam und laut in die Öffentlichkeit zu bringen, gründet sich im östlichen Teil des Bundeslandes ein großes demokratisches Bündnis, dem zahlreiche Initiativen und Vereine angehören. Für die Zeit vor und nach den Wahlen entwickeln sie gemeinsam Kampagnen, führen Haustürgespräche und planen wirksame Maßnahmen, um die menschenverachtenden Äußerungen rechtsextremer Gruppen und Parteien nicht unwidersprochen zu lassen.
September 2025 – September 2026
Pfadfinderbund MV e.V.
Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern
Demokratische Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in Rostock fördern
Im Rostocker Stadtteil Lütten-Klein leben viele von Armut und sozialer Benachteiligung betroffene Kinder und Familien. Die geringe kommunalpolitische Wahlbeteiligung macht deutlich, dass viele Menschen sich nicht repräsentiert und gesehen fühlen und niedrigschwellige Beteiligungsmöglichkeiten fehlen, gerade für junge Menschen. Das Projekt stärkt die demokratische Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, indem diese durch verschiedene außerschulische Freizeitangebote lernen, ihre Bedarfe zu erkennen, gemeinsame Forderungen und Lösungsvorschläge zu entwickeln und sich aktiv an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Medienpädagogische Angebote unterstützen sie dabei, Informationen aus den Medien zu verstehen, einzuordnen und eine eigene Meinung zu vertreten. Dabei üben sie auch, andere Sichtweisen anzuhören und gemeinsame Lösungen und Kompromisse zu entwickeln.
Januar – Dezember 2026
IN VIA Rostock e.V.
Rostock, Mecklenburg-Vorpommern
Für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Mecklenburg-Vorpommern werben
Am 20. September 2026 finden in Mecklenburg-Vorpommern Landtagswahlen statt, bei der das Wahlalter auf 16 Jahre herabgesetzt wurde. Die Wahlumfragen zeigen hohe Zustimmungswerte zu rechtsextremen Programmen. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich deshalb ein breites Demokratiebündnis gegründet, das eine landesweite Kampagne für Solidarität und Zusammenhalt entwickelt, bei der die engagierten Demokrat*innen mit möglichst vielen Bürger*innen zu ihren Anliegen und Problemen ins Gespräch kommen wollen. Mit der Förderung werden Bündnistreffen und Workshops finanziert.
Januar – Oktober 2026
Pfadfinderbund MV e.V.
Mecklenburg-Vorpommern
In Rostock an Mehmet Turgut erinnern
Mehmet Turgut wurde am 25. Februar 2004 in Rostock durch den sogenannten Nationalsozialistsichen Untergrund (NSU) ermordet. Seit der Selbstenttarnung des Terrornetzwerks erinnert die Initiative „Mord verjährt nicht“ in enger Zusammenarbeit mit der Familie Turgut an die Tat. Eine Forderung ist die Umbenennung des Neudierkower Wegs in Mehmet-Turgut-Weg. Im Januar entsteht eine neue Webpräsenz als Raum digitalen Gedenkens. Außerdem finden Bildungsformate für unterschiedliche Zielgruppen statt, die dem Handeln der Täter ebenso nachgehen wie den Perspektiven der Betroffenen.
Februar 2026
Alternatives Wohnen in Rostock e.V.
Rostock, Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Gifhorner Berufsschüler*innen engagieren sich für Demokratie und Vielfalt
Eine Demokratiewoche an einer Gifhorner Berufsschule bietet Schüler*innen die Möglichkeit, sich mit unterschiedlichen Themen und Facetten demokratischen Engagements auseinanderzusetzen und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen. In mehr als 20 Workshops, Argumentationstrainings und Podiumsdiskussionen beschäftigen sich die Schüler*innen mit Themen wie Antirassismus, Flucht und Migration, Inklusion, geschlechtliche Vielfalt oder Rechtsextremismus und Hass im Netz. Sie werden für Diskriminierung und soziale Ungleichheit sowie die Bedeutung eines demokratischen Miteinanders sensibilisiert und entwickeln eigene Strategien, um sich in ihrem Alltag gegen Rassismus, Queerfeindlichkeit oder demokratiefeindliche Einstellungen einzusetzen.
Februar 2026
BBS 1 des Landkreises Gifhorn
Gifhorn, Niedersachsen
Mit dem „Gesprächsfaden“ verschiedene Menschen und Milieus in Hannover in Kontakt bringen
Seit dem 7. Oktober 2023 und dem nachfolgenden Krieg kommt es in migrantischen Communities in Hannover immer wieder zu Spannungen, Vorurteilen und Pauschalisierungen. Parallel nimmt rechtsextreme Gewalt in der Stadt zu und richtet sich gleichermaßen gegen Juden*Jüdinnen und gegen Menschen mit Migrationsgeschichte. Das Projekt schafft niedrigschwellige Begegnungsmöglichkeiten in Cafés, Restaurants, Parks oder Dönerläden, um unterschiedliche Menschen auf Augenhöhe in Kontakt zu bringen. Dabei beginnen einzelne Personen den „Gesprächsfaden“ und sprechen über ihre Lebenserfahrungen und Perspektiven. Dann kommen sie mit den Zuhörenden ins Gespräch. Durch diese persönlichen Begegnungen werden Menschen seltener auf eine (vermeintliche) Gruppenzugehörigkeit reduziert, sondern sie selbst und ihr Lebensweg gelangen in den Vordergrund. Vorurteile uns Ressentiments lassen sich so gemeinsam besprechen und abbauen.
Januar – Dezember 2026
Meine Bildung und Ich e.V.
Hannover, Niedersachsen
Theaterstück in Lüneburg fördert Empathie mit Geflüchteten
In Lüneburg und Umgebung nehmen Feindseligkeiten und Diskriminierung gegenüber Geflüchteten zu. So wurde etwa Ende 2023 ein Brandanschlag auf eine geplante Geflüchtetenunterkunft im Lüneburger Umland verübt. Das Theaterstück „Die Falle“ setzt dem etwas entgegen: Es fördert Empathie für Menschen auf der Flucht und sensibilisiert für die Herausforderungen und prekären Bedingungen, denen Schutzsuchende in Deutschland begegnen. Der Schauspieler und Regisseur des Stücks verarbeitet darin seine eigenen Erfahrungen und stellt eindrücklich die drastischen Folgen des europäischen Grenzregimes für Menschen auf der Flucht dar. Aufgeführt wird das Stück in der Lüneburger Stadtbücherei, wodurch eine breite Stadtöffentlichkeit erreicht wird. Nach der Aufführung besteht die Möglichkeit, mit dem Schauspieler ins Gespräch zu kommen und persönliche Eindrücke und Gedanken zu teilen.
März 2026
Geschichtswerkstatt Lüneburg e.V.
Lüneburg, Niedersachsen
Schüler*innen in Hannover werden aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung
An der Sophienschule in Hannover sind in den letzten Jahren immer häufiger rassistische Äußerungen und diskriminierende Vorfälle aufgetreten. Um präventiv dagegen vorzugehen und ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen, wurden Demokratietage ins Leben gerufen. Dabei setzt sich der 8. Jahrgang mit den Perspektiven von Betroffenen auseinander und entwickelt Strategien, um sich bei rassistischen Vorfällen mit ihnen zu solidarisieren. An Arbeitsstationen beschäftigen sich die Schüler*innen mit verschiedenen Szenarien und lernen, rassistisches Gedankengut zu erkennen und sowohl online als auch offline einzuschreiten und zu widersprechen. Ein Theaterstück behandelt Rassismus im Schulalltag und lädt die Zuschauer*innen ein, eigene Erfahrungen und Gedanken zu teilen. Zum Abschluss entwickeln die Teilnehmenden eine Kampagne gegen diskriminierendes Verhalten, die im Schulgebäude sichtbar werden soll. Die Demokratietage werden jährlich mit dem 8. Jahrgang wiederholt, um nachhaltig zu wirken.
Februar 2026
Sophienschule Hannover
Hannover, Niedersachsen
Lüneburger Berufsschüler*innen zeigen Haltung gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
Rassistische, antifeministische, antisemitische und weitere menschenverachtende Ideologien und Äußerungen finden immer häufiger die Zustimmung von Jugendlichen. Im Rahmen der Lüneburger Wochen gegen Rassismus setzen sich die Berufsschüler*innen kritisch mit dem eigenen Denken und Handeln auseinander und gewinnen Sensibilität für die Lebensrealitäten marginalisierter Gruppen und die Folgen von Vorurteilen, Diskriminierungen und Ausgrenzung. Theaterstücke, eine Ausstellung und Workshops vermitteln, wie ausgrenzenden Parolen und Handlungen mit Haltung entkräftet und zurückgewiesen werden können. Das Projekt schließt auch eine Exkursion zu gedenkorten an NS-Verbrechen ein.
März 2026
Berufsbildende Schulen III Lüneburg
Lüneburg, Niedersachsen
Hand in Hand gegen Hass in Emmerthal zusammenstehen
Die Johann Comenius Schule ist eine Haupt- und Realschule im ländlichen Landkreis Hameln-Pyrmont, die von rund 320 Schüler*innen besucht wird. Viele von ihnen erleben Ausgrenzungen und Diskriminierungen im Schulalltag und darüber hinaus. Projekttage sensibilisieren für Rassismus und Diskriminierungen und helfen dabei, das Demokratieverständnis zu fördern. Gemeinsam werden die Teilnehmenden erkunden, wie ein respektvolles Miteinander entstehen und Klassengemeinschaften gestärkt werden können.
Januar 2026
Johann-Comenius-Schule Emmerthal
Emmerthal, Niedersachsen
Junge Menschen setzen sich mit Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus in Wolfenbüttel auseinander
Die Wolfenbütteler Veränder.Bar ist ein Kultur- und Begegnungsort, der von jungen Menschen zwischen 16 und 27 Jahren gestaltet wird. Auch hier kommen gesellschaftliche Debatten, Konflikte und Ideologien um Rassismus, Antisemitismus und Queerfeindlichkeit an. Immer wieder kommt es im ehrenamtlichen Team deshalb zu Spannungen und Auseinandersetzungen. Außerdem erzeugen rechtsextremen Störungen, die sich gegen die demokratische Grundhaltung der Veränder.Bar richten, Ängste vor möglichen Angriffen. Im Rahmen einer Workshopreihe setzen sich die jungen Ehrenamtlichen mit rechtsextremen Ideologien, Diskriminierungsformen und mit dem Umgang mit Konflikten auseinander. So sind sie in der Lage, die Veränder.Bar weiterhin als einen Ort für Vielfalt, Respekt und demokratische Grundwerte zu erhalten.
April-Oktober 2026
Stadt Wolfenbüttel
Wolfenbüttel, Niedersachsen
In Oldenburg Räume für Trauer und Empowerment schaffen
Im April 2025 wurde der 21-jährige Lorenz A. in Oldenburg von der Polizei erschossen. Der Fall reiht sich ein in eine Kontinuität rassistischer – teils tödlicher – Polizeigewalt in Deutschland. Unmittelbar nach der Tat gründete sich die Initiative „Gerechtigkeit für Lorenz“, in der sich migrantische Communities, Angehörige und solidarische Menschen aus Oldenburg organisieren. Ein Projekt schafft Räume, in denen sie ihre Trauer, Ängste und Wut gemeinsam verarbeiten können. Die Betroffenen und Engagierten haben die Möglichkeit, sich auszutauschen, gegenseitig zu stärken und Handlungsfähigkeit zurückzuerlangen. In kreativen und informativen Workshops können die Teilnehmenden ihre Erfahrungen, Gedanken und Emotionen kreativ ausdrücken und erhalten praktische Handlungsempfehlungen für den Kontakt mit der Polizei. Bei einer Veranstaltung am ersten Todestag können Bekannte, Familie und Freund*innen von Lorenz in geschütztem Rahmen gemeinsam trauern und an Lorenz erinnern.
März-November 2026
Medienbüro Oldenburg e.V.
Oldenburg, Niedersachsen
Engagierte im Heidekreis machen sich fit gegen diskriminierende und demokratiefeindliche Parolen
Die Omas gegen Rechts Walsrode und andere demokratisch Engagierte im Heidekreis sind in ihrer Arbeit zunehmend mit diskriminierenden, demokratiefeindlichen und rechtsextremen Parolen konfrontiert. Um sich für solche Situationen zu wappnen und selbstbewusst argumentieren zu können, beschäftigen sich die Engagierten in einem Workshop mit typischen Argumentationsmustern und Parolen. Sie lernen, konkrete Gesprächssituationen und Handlungsmöglichkeiten einzuschätzen sowie wirksame Argumente zu entwickeln. Ziel ist es, die Teilnehmenden zu ermutigen, demokratiefeindliche Aussagen nicht einfach hinzunehmen, sondern Zivilcourage zu zeigen und für demokratische Werte einzustehen.
21. Januar 2026
Der Heidekreis ist bunt! e.V.
Walsrode, Niedersachsen
Braunschweiger Schüler*innen entwickeln einen Song gegen Rechtsextremismus
Viele der Schüler*innen der Oswald-Berkhan-Förderschule sind in ihrem Alltag von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen. Gemeinsam mit dem Rapper SPAX entwickeln und produzieren interessierte Schüler*innen einen Schulsong, in dem sie ihre Haltung für ein vielfältiges und diskriminierungsfreies Miteinander ausdrücken. Gleichzeitig können sie eigene Erfahrungen und Wünsche einfließen lassen und verarbeiten. Der Song soll identitätsstiftend wirken und die Schulgemeinschaft stärken. Bei einem gemeinsamen Aktionstag mit weiteren Braunschweiger Schulen wird der Song der Schulgemeinschaft sowie der breiten Öffentlichkeit präsentiert.
Feburar-März 2026
Schulverein Oswald-Berkhan-Schule e.V.
Braunschweig, Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Das Engagement der Überlebenden des rassistischen Brandanschlags von 1984 in Duisburg sichtbar machen
In der Nacht vom 26. auf den 27. August 1984 wurde in Duisburg-Wanheimerort ein rassistisch motivierter Brandanschlag auf ein Wohnhaus verübt. Sieben Menschen verloren dabei ihr Leben: Ferdane Satır, Çiğdem Satır, Ümit Satır, Songül Satır, Zeliha Turhan, Rasim Turhan und Tarık Turhan. Die Tat wurde trotz rechtsextremer Schmierereien am Haus über Jahrzehnte entpolitisiert und nicht als rassistisch motiviert anerkannt. Überlebende erinnern an ihre ermordeten Angehörigen und kämpfen mit der Initiative Duisburg 1984 darum, das öffentliche Gedenken wachzuhalten. Ein digitales Gedenkprojekt stellt die Selbstorganisation von Betroffenen und solidarischen Unterstützer*innen in den Mittelpunkt. Durch Videos-Interviews, einem Podcast und eine Social-Media-Kampagne wird die Erinnerungs- und Bildungsarbeit der Engagierten und Betroffenen dokumentiert und sichtbar gemacht.
Oktober 2025 – August 2026
Kollabo e.V.
Duisburg, Nordrhein-Westfalen
Schüler*innen in Sprockhövel beschäftigen sich mit Widerstandsformen gegen den Nationalsozialismus
Die Gesamtschule in Sprockhövel ist benannt nach Wilhelm Kraft, der von 1919 bis 1932 Bürgermeister von Haßlinghausen – heute ein Ortsteil von Sprockhövel – war. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er seines Amtes enthoben und in den folgenden Jahren wegen seiner politischen Haltung mehrfach verhaftet, bis er schließlich 1944 als politischer Häftling ins KZ Sachsenhausen deportiert und ein Jahr später ermordet wurde. Am Wilhelm-Kraft-Tag 2026 setzen sich alle Jahrgangsstufen der Gesamtschule mit dem Thema Widerstand gegen den Nationalsozialismus auseinander. Eine Ausstellung, die im Schulgebäude gezeigt wird, beleuchtet speziell den Widerstand von Frauen. Im Unterricht setzen sich die Schüler*innen intensiv mit einzelnen Geschichten auseinander. Dabei werden auch heutige demokratiegefährdende Entwicklungen und Möglichkeiten des demokratischen Engagements diskutiert.
Mai 2026
Verein der Freunde und Förderer der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule e.V.
Sprockhövel, Nordrhein-Westfalen
Festival in Gummersbach stärkt demokratisches Engagement
In Gummersbach und dem Oberbergischen Kreis ist das Erstarken rechtsextremer Kräfte deutlich spürbar, was sich zuletzt in den hohen Wahlergebnissen der AfD bei den nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen zeigte. In der ländlichen Region erfahren Rechtsextreme häufig wenig Gegenwehr, obwohl es viele Menschen gibt, die nicht einverstanden sind. Das Festival „love music hate facism“ setzt ein Zeichen gegen die rechtsextreme Normalisierung im Landkreis und schafft einen Anlass, an dem die demokratische Zivilgesellschaft zusammenkommen und sich für ihren Kampf gegen Rechtsextremismus vernetzen kann. Beim „Markt der Vielfalt Oberbergischer Kreis“ stellen lokale Initiativen aus den Bereichen Antirassismus, Migrationsberatung und Demokratieförderung ihre Arbeit vor und informieren die Besucher*innen über Möglichkeiten, aktiv zu werden.
Mai 2026
Kultur*Konter Oberberg e.V.
Gummersbach, Nordrhein-Westfalen
Schüler*innen in Kleve erinnern an Opfer des Nationalsozialismus
In der Gesamtschule in Kleve werden zunehmend rechtsextreme und antisemitische Aussagen unter den Schüler*innen verbreitet und in sozialen Medien geteilt. Die Schüler*innen des neunten Jahrgangs werden in zwei Projekttagen für die Gefahren solcher Entwicklungen sensibilisiert und darin bestärkt, eine klare Haltung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einzunehmen. Eine Lesung der Graphic Novel „Drei Steine“ von Nils Oskamp schildert eindrücklich Erfahrungen mit rechter Gewalt und Bedrohung durch Neonazis. In einem Workshop recherchieren die Schüler*innen die Schicksale hinter den Stolpersteinen in Kleve und bereiten diese kreativ auf. Die Ergebnisse werden in einer Ausstellung in der Schule präsentiert.
20.-21. Januar 2026
Joseph Beuys Gesamtschule Kleve
Kleve, Nordrhein-Westfalen
Empowerment für von antimuslimischem Rassismus betroffenen Frauen im Rhein-Sieg-Kreis fördern
Frauen, die muslimisch wahrgenommen werden, sind in Deutschland betroffen von Mehrfachdiskriminierungen: Sie sind Zielscheibe rassistischer Zuschreibungen, sexistischer Abwertungen und religiöser Feindbilder. Bei vielen Betroffenen führen diese Erfahrungen zu Scham- und Ohnmachtsgefühlen, psychischer Belastung oder Rückzug aus öffentlichen Räumen. Ein Empowerment-Projekt ermutigt Betroffene von antimuslimischem Rassismus darin, ihre Erfahrungen zu teilen und sich miteinander zu vernetzen. Bei einem Graphic-Storytelling-Workshop haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre eigenen Geschichten künstlerisch umzusetzen. Die Ergebnisse werden auf Postkarten und Plakaten verbreitet. Am 01. Juli, dem Tag gegen antimuslimischen Rassismus, werden die Werke in öffentlichen Einrichtungen ausgestellt und von einer Presse- und Social-Media-Kampagne begleitet. So stärkt das Projekt Betroffene darin, ihre Erfahrungen und Perspektiven sichtbar zu machen und klärt die Mehrheitsgesellschaft über Auswirkungen und Formen von antimuslimischem Rassismus auf.
Februar-Juli 2026
Caritasverband Rhein-Sieg e.V.
Troisdorf, Nordrhein-Westfalen
Junge Menschen lernen aus den NSU-Verbrechen in Hagen und Chemnitz
Die Verbrechen der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) fordern dazu auf, sich mit rechtsextremer Gewalt, Rassismus und institutionellem Versagen auseinander zu setzen. Junge Erwachsene in Hagen beschäftigen sich im Rahmen eines Forschungstheaterprojektes vertieft mit Betroffenenperspektiven und gesellschaftliche Versäumnissen. Methodisch kommen Dokumente, persönliche Erzählungen und museumspädagogische Zugänge zum Einsatz. Teil des Projektes ist auch eine Bildungs-Exkursion zum NSU-Dokumentationszentrum in Chemnitz. Die Ergebnisse des Lernprozesses werden im Rahmen einer Präsentation öffentlich vorgestellt. Ziel ist es, junge Erwachsene in ihrer demokratischen Haltung, Urteilsfähigkeit und gesellschaftlichen Teilhabe zu stärken. Sie lernen, rechtsextreme Ideologien und rassistische Strukturen zu erkennen, kritisch zu reflektieren und eigene Positionen zu entwickeln.
März-Juni 2026
Rahel Varnhagen Kolleg Hagen
Hagen, Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Gegen Rechtsextremismus im Landkreis Kusel kämpfen
Im rheinland-pfälzischen Landkreis Kusel gewinnen rechtsextreme Akteur*innen an Einfluss. Menschen, die sich für demokratische Werte einsetzen und der rechtsextremen Normalisierung entgegentreten, werden immer häufiger angefeindet und bedroht. Das jährlich stattfindende „Kein Bock auf Nazis Festival Kusel“ bietet Raum für die Vernetzung und Stärkung von Engagierten. Mit Konzerten, einer Ausstellung, Kinderangeboten, Podiumsdiskussionen und Lesungen setzt es ein klares Zeichen für Demokratie und Menschenrechte. Informationsstände zivilgesellschaftlicher Initiativen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland ermöglichen Einblicke in ihre Arbeit und laden dazu ein, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen.
Juli 2026
Kontaktstelle Holler e.V.
Kusel, Rheinland-Pfalz
In der Pfalz über rechtsextreme Musik informieren
In der Pfalz haben sich mehrere rechtsextreme Bands und Musiklabels gegründet, die rechtsextreme Musik produzieren, Veranstaltungen in der Region durchführen und mit rechtsextremen Musiker*innen im angrenzenden Frankreich vernetzt sind. In einem Vortrag informiert ein Musikwissenschaftler über die Bedeutung von Musik für die rechtsextreme Szene, erläutert, wie rechtsextreme Musik erkannt werden kann und beschreibt die Strukturen der rechtsextremen Musikindustrie. Zudem geht der Vortrag auf die aktuellen Entwicklungen in der Region ein. Die Förderung wird für Sicherheitsmaßnahmen eingesetzt, da es in der Vergangenheit bereits zu Störungen durch rechtsextreme Akteur*innen gekommen ist.
19. Januar 2026
Naturfreunde Rheinland-Pfalz e.V.
Landau in der Pfalz, Rheinland-Pfalz
Sachsen
Mutige Jugendliche in Ostsachsen finden Perspektiven
In Ostsachsen fehlt es vielen Jugendlichen angesichts aktueller Krisen an Perspektiven. Freizeitangebote und selbstverwaltete Räume sind für junge Menschen in ländlichen Räumen kaum vorhanden. Das begünstigt die wachsende Popularität rechtsextremer Jugendgruppen, die Gemeinschaft durch Feindbilder und „einfache Lösungen“ bieten. Eine Gruppe Engagierter, die in der Region verwurzelt ist, wirkt diesen Zuständen mit künstlerischer Bildungsarbeit und einer klaren Haltung gegen Rechtsextremismus und Rassismus entgegen. Gemeinsam mit den Jugendlichen erkunden sie in Workshopwochen Möglichkeiten, mutig zu sein, Kraft zu finden und Selbstwirksamkeit zu erfahren. Theaterpädagogische, autobiografische Arbeit steht dabei im Vordergrund. Was stört und beschäftigt die Teilnehmenden, was wollen sie verändern?
November 2025 – Juni 2026
Sozialistische Jugend die Falken – Landesverband Berlin
Ostsachsen
Ein Rassismus-Monitoring zu reproduktiver Gesundheit in Leipzig initialisieren
Viele Frauen erleben in Leipzig rassistische Diskriminierung im Bereich der reproduktiven Gesundheit. Ihre Erfahrungen werden bisher weder systematisch erfasst noch öffentlich wahrgenommen. Ein strukturiertes Monitoring rassistischer Erfahrungen im Gesundheitsbereich wird diese Leerstelle schließen, eine belastbare Datengrundlage schaffen und die Perspektiven der Betroffenen sichtbar machen. So können konkrete Handlungsbedarfe für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft festgestellt und rassistische Strukturen abgebaut werden. Die Initiative erarbeitet gemeinsam mit Expert*innen und relevanten Akteur*innen aus Wissenschaft und Praxis ein tragfähiges Konzept für das Monitoring und entwickelt wirksame Umsetzungsmethoden.
2026-2027
NURA.LEIPZIG e.V.
Leipzig, Sachsen
In Leipzig Solidarität mit den Überlebenden des Nova Festivals in Israel zeigen und über Antisemitismus diskutieren
In Solidarität mit den Überlebenden des Nova Festivals, bei dem die Hamas am 07. Oktober 2023 über 400 Menschen ermordete oder verschleppte, lädt der queere jüdische Verein Keshet e.V. in Leipzig zu einer Solidaritätsveranstaltung unter dem Motto „We will dance again“ ein. Zunächst wird bei einer Podiumsdiskussion besprochen, mit welchen Herausforderungen Engagierte in der Club- und Kulturszene konfrontiert sind, die sich mit jüdischen Menschen und den Hinterbliebenen und Überlebenden des 07. Oktober 2023 solidarisieren – von Gewalt- und Boykottaufrufen bis zu Schwierigkeiten, Räume zu finden. Eine Party am Abend schafft Raum für Zusammenhalt und Stärkung. Alle beteiligten Künstler*innen sind selber von Antisemitismus betroffen, einer von ihnen trat am 07. Oktober 2023 beim Nova Festival in Israel auf.
20. März 2026
Keshet Deutschland e.V.
Leipzig, Sachsen
Festival bringt Menschen in Leisnig zusammen
Der Landkreis Mittelsachsen hat seit Jahren mit rechtsextremen Strukturen und in der Folge mit Einschüchterungen und gesellschaftlichen Spaltungen zu kämpfen. Das Noisy-Neighbours-Festival ist ein niedrigschwelliger Begegnungsort, an dem Jugendliche, Familien, Initiativen, Vereine und lokale Akteur*innen zusammenkommen, um gemeinsame Erfahrungen zu machen und positive Alternativen zu extremistischen Ideologie- und Freizeitangeboten zu erleben. Das Festival schafft Raum für kulturelle Teilhabe, politische Bildung und offene Diskussionen. Neben Konzerten und kreativen Angeboten stehen Workshops, Inputs und Austauschformate im Mittelpunkt, die sich mit rechtsextremen Ideologien, deren Strategien in Krisenzeiten und der Bedeutung einer wehrhaften demokratischen Kultur auseinandersetzen. Ziel ist es, eine diskriminierungssensible Debattenkultur im Landkreis zu stärken.
08. August 2026
AJZ Leisnig e.V.
Leisnig, Sachsen
Rechtsextreme Entwicklungen in Sachsen abbilden
Der Einfluss rechtsextremer Akteur*innen ist in allen sozialen Bereichen, Diskursräumen und auf der Straße verstärkt wahrnehmbar. Die Handreichung „Sachsen rechts unten“ illustriert die rechtsextreme Raumnahme in Sachsen anhand konkreter Beispiele. Dabei spielen eher theoretische Analysen des Kulturkampfs der extremen Rechten ebenso eine Rolle wie völkische Brauchtumspflege, rechtsextreme Propaganda durch Medienkollektive und Influencer*innen im digitalen Raum und sinnvolle Ansätze für Gegenstrategien durch demokratische Zivilgesellschaft und Politik.
Mai 2026
Kulturbüro Sachsen e.V.
Sachsen
Jüdisches Leben in und um Pirna sichtbar machen
Jüdisches Leben ist im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge seit Mitte des 19. Jahrhunderts nachweisbar. Im öffentlichen Bewusstsein der Gegenwart spielt diese Tatsache jedoch kaum eine Rolle. Dabei war jüdisches Leben über viele Jahrzehnte hinweg Teil der kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen des Landkreises. Trotz langjähriger Forschung liegen zu vielen Familien und Einzelpersonen nur lückenhafte Angaben vor. Vorhandene Quellen (digitale Archive, Literatur, Nachfahren) sollen systematisch erschlossen und Biografien über die digitale Plattform gedenkplaetze.info, über eine Ausstellung und in einer Broschüre zugänglich gemacht werden. Ziel des Projektes ist es, diese Spuren und die durch die nationalsozialistische Verfolgung und Vernichtung entstandenen Leerstellen sichtbar zu machen. Zugleich wollen die Engagierten Kontakte zu Menschen im Landkreis knüpfen, die sich heute als Juden*Jüdinnen verstehen, um eine Perspektive auf die Gegenwart zu eröffnen. Langfristig will das Projekt antisemitischen Ideologien entgegenwirken.
Februar-Dezember 2026
AKuBiZ e.V.
Pirna, Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schüler*innen erinnern an Opfer der Shoah aus Halle und entwickeln Unterrichtsmaterialien
Schüler*innen aus verschiedenen Bildungseinrichtungen in Halle (Saale) erarbeiten in der Projektgruppe „Tagebuch der Gefühle“ Unterrichtsmaterialien zu Themen, für die im Sozialkunde- und Geschichtsunterricht nicht ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Im Fokus steht dabei die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus. Im Schuljahr 2025/2026 erforschen die Schüler*innen die Geschichten von Opfern der Shoah aus Halle. Gemeinsam mit dem Künstler Nils Oskamp gestalten sie eine Gedenkplatte für Menschen, die im Vernichtungslager Sobibor ermordet wurden und bringen sie vor Ort an. Beim Putzen von Stolpersteinen in Halle wird über die Schicksale der Ermordeten informiert. Ergebnisse des Projekts sind u.a. eine Fotoausstellung und der neunte Band des Tagebuchs der Gefühle, der zukünftig von Schulen und Vereinen für ihre Bildungsarbeit eingesetzt werden kann.
November 2025-Oktober 2026
SBH Nordost GmbH
Halle (Saale), Sachsen-Anhalt
Menschen in Halle-Neustadt zusammenbringen und Vorurteile abbauen
In Halle-Neustadt leben viele Menschen, die von sozialer Benachteiligung, Armut und prekären Lebenslagen betroffen sind. Gleichzeitig sind die Zustimmungswerte zur rechtsextremen AfD hier besonders hoch. Der Alltag ist für viele geprägt von Misstrauen und Vorurteilen, migrantisierte Menschen erleben rassistische Diskriminierung und Ausgrenzung. Eine Kampagne möchte Menschen wieder ins Gespräch bringen, Dialoge auf Augenhöhe ermöglichen und dem Gefühl der politischen Ohnmacht und der Vereinzelung entgegenwirken. Ehrenamtliche führen an Haustüren und Infoständen Gespräche mit Anwohner*innen und laden sie zu Lesungen, Konzerten oder Workshops ein, bei denen ihre alltäglichen Sorgen und Herausforderungen Platz finden. In offenen Vernetzungstreffen werden Bedürfnisse gesammelt, AGs gegründet und politische Forderungen entwickelt. Die Teilnehmenden sind zudem eingeladen, sich in selbstorganisierten Beratungs- und Selbsthilfegruppen zusammenzuschließen und gegenseitig zu unterstützen. Drei öffentliche Mitmachfestivals bieten allen Anwohner*innen die Möglichkeit, sich weiter zu vernetzen und ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten.
August 2025-September 2026
Kulturbühne Neustadt e.V.
Halle (Saale), Sachsen-Anhalt
Engagierte in Zeitz verteidigen demokratische Werte
Das Bündnis für Demokratie und Vielfalt Zeitz setzt sich mit öffentlichen Aktionen, Infoständen sowie Bildungs- und Dialogveranstaltungen für ein respektvolles und demokratisches Miteinander in der Stadt ein. Die Folgen des Erstarkens und der Normalisierung von Rechtsextremismus erleben die Engagierten in Form von Anfeindungen und verbalen Angriffen immer häufiger. Durch einen Kommunikations- und Argumentationsworkshop bereiten sich die Engagierten auf konfrontative Situationen mit Andersdenkenden vor. Ziel ist es, Selbstvertrauen und die Handlungssicherheit zu stärken und sie darin zu ermutigen, klar und deutlich für demokratische Werte einzustehen.
Dezember 2025 – März 2026
Stadtlabor Zeitz e.V.
Zeitz, Sachsen-Anhalt
Zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus in Magdeburg stärken
Das Bündnis „Weltoffenes Magdeburg“ vereint Initiativen und Aktive, die sich für eine vielfältige und demokratische Stadt engagieren. Am 16. Januar, dem Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs im zweiten Weltkrieg, marschieren Neonazis in Magdeburg und missbrauchen den Jahrestag für ihre rechtsextreme und geschichtsrevisionistische Propaganda. Das Bündnis setzt dem seit 2018 vielfältige Aktionen für eine solidarische Gesellschaft entgegen. Am Abend des 16. Januar findet eine Party statt, die die demokratische Zivilgesellschaft in Magdeburg zusammenbringt und Raum für Zusammenhalt und Ermutigung schafft.
Januar 2026
AWO Kreisverband Magdeburg e.V.
Magdeburg, Sachsen-Anhalt
Kampagne gegen Alltagsrassismus in Sachsen-Anhalt verbreiten
Seit dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt am 20. Dezember 2024 hat sich das gesellschaftliche Klima in Sachsen-Anhalt verschärft. LAMSA verzeichnet für 2025 einen deutlichen Anstieg an Ratsuchenden, die Rassismus und Diskriminierung erfahren. Die Nachfrage nach präventiven Bildungs- und Sensibilisierungsangeboten ist seitens öffentlicher Einrichtungen, Vereine und Unternehmen stark gestiegen. Die Kampagne https://www.mundaufmachen.info macht auf das wachsende Rassismusproblem aufmerksam und zeigt Wege zum gesellschaftlichen Miteinander und zur aktiven Solidarität auf.
Januar-Dezember 2026
Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V.
Sachsen-Anhalt
Demokrat*innen kämpfen in Bitterfeld gegen Ausgrenzung und rechtsextreme Hetze
Montags bunt statt braun – mit diesem Motto setzen engagierte Menschen aus Bitterfeld-Wolfen bis zu den Landtagswahlen auf öffentlichen Plätzen jeden Monat ein überparteiliches Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt. Mit öffentlichen Veranstaltungen klären sie über Inhalte und Auswirkungen rechtsextremer Ideologien auf und treten entschlossen gegen Rassismus, Hetze und gesellschaftliche Spaltung ein.
Januar-September 2026
AWO Kreisverband Bitterfeld e.V.
Bitterfeld-Wolfen, Sachsen-Anhalt
Die NS-Geschichte der Harzgeroder Heilstätte aufarbeiten
In der Tuberkulose-Heilstätte Harzgerode wurde die NS-Gesundheitspolitik konsequent umgesetzt. Arbeitsunfähige Tuberkulosekranke galten als sozialer „Ballast“, der aus der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ ausgegrenzt werden musste. Die Heilstätte wurde zur „Erziehungsstätte“, in der ein striktes Reglement herrschte. Von den Kranken wurde strenge Disziplin verlangt. Ab 1938 konnten „Offentuberkulöse“, die sich den ärztlichen Maßnahmen widersetzten, als „asoziale Bazillenstreuer“ zwangsweise in geschlossene Einrichtungen gebracht werden. Eine angemessene Aufarbeitung der nationalsozialistischen Medizinverbrechen fand nach 1945 nicht statt. Der Begriff des „asozialen Tuberkulösen“ war weiterhin gebräuchlich. Gleichzeitig verstärkte der akute Mangel an medizinischem Personal die Bereitschaft, über Belastungen der NS-Vergangenheit hinwegzusehen. Im Rahmen des Projekts erarbeitet der Verein eine Ausstellung unter dem Titel „Die Kinderheilstätte Harzgerode 1931 bis 1998“, die die Geschichte der Heilstätte anhand aktueller Forschungsliteratur, Archivquellen und Zeitzeug*innenbefragungen in den Kontext der Medizingeschichte des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit einordnet. Vor und nach den Landtagswahlen schlägt die Ausstellung damit einen Bogen zu den Ideologien rechtsextremer Parteien der Gegenwart. Ab Ende Juli ist die Ausstellung an verschiedenen Orten in Sachsen-Anhalt zu sehen sein. Im September wird sie auf dem Gelände der Heilstätte dauerhaft präsentiert.
Juli-September 2026
Freundeskreis der Gemeinschaft in der Heilstätte Harzgerode e.V.
Harzgerode, Sachsen-Anhalt
In Halle gegen Rassismus aktiv werden und Engagierte zusammenbringen
Unter dem Motto „Kein Bock auf Spaltung!“ finden im März zum 15. Mal die Bildungswochen gegen Rassismus in Halle (Saale) statt. Ein vielseitiges zweiwöchiges Veranstaltungsprogramm bietet Ausstellungen, Lesungen, Gesprächsformate, Stadtführungen, Workshops, Theatervorstellungen und mehr, die für Rassismus sensibilisieren, Betroffenenperspektiven sichtbar machen und zu solidarischem Handeln ermutigen. Eine große Auftaktveranstaltung bringt die beteiligten Vereine, Initiativen und Einzelpersonen zusammen und bietet einen Ausblick auf das Programm der Bildungswochen. An Infoständen informieren die teilnehmenden Organisationen über ihre Arbeit und kommen mit den Besucher*innen ins Gespräch. Ziel der Veranstaltung ist es, die Engagierten zu vernetzen und zu stärken, um im Jahr der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt gemeinsam besonders laut und sichtbar zu werden gegen Rassismus, Diskriminierung und jede Form menschenfeindlicher Ideologien.
März 2026
Friedenskreis Halle e.V.
Halle (Saale), Sachsen-Anhalt
Gegen Demokratiefeindlichkeit und Antisemitismus in Sachsen-Anhalt kämpfen
Im Herbst 2026 wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Laut aktuellen Prognosen ist mit einem Rekordergebnis für die AfD zu rechnen. Eine Regierungsbeteiligung der rechtsextremen Partei ist nicht ausgeschlossen. Vor diesem Hintergrund setzen sich jüdische Jugendliche in einer landesweiten Kampagne für demokratische Werte und Menschenrechte ein. Mit Infomaterialien und Diskussionsveranstaltungen in jüdischen Gemeinden sensibilisieren sie dafür, welche Gefahren von rechtsextremen Parteien für Jüdinnen*Juden und andere marginalisierte Gruppen ausgehen. Bei einer Tour mit einem Kampagnenfahrzeug durch das ganze Bundesland suchen sie an Informations- und Aktionsständen im öffentlichen Raum das Gespräch mit den Menschen vor Ort, insbesondere in ländlichen Regionen. Dabei teilen sie ihre Gedanken, Ängste und Sorgen mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen.
März-August 2026
Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD)
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Dialog und Zusammenhalt im ländlichen Schleswig-Holstein stärken
Um gesellschaftlicher Polarisierung, Rückzug ins Private und Vereinzelung entgegenzuwirken, schafft das Projekt niedrigschwellige Begegnungsräume im ländlichen Schleswig-Holstein. Das monatliche „Dorf Dialog Dinner“ lädt Menschen ein, in lokalen Dorfgemeinschaftshäusern gemeinsam zu kochen, zu essen und über verschiedene gesellschaftlich relevante Themen ins Gespräch zu kommen. Nach kurzen Impulsvorträgen von Referent*innen können die Teilnehmenden sich über das Gehörte austauschen, eigene Erfahrungen teilen und gemeinsam lokale Handlungsmöglichkeiten für aktuelle Herausforderungen entwickeln. So werden der soziale Zusammenhalt gestärkt und die Teilnehmenden ermutigt, gemeinsam aktiv zu werden und sich für eine lebendige Demokratie vor Ort zu engagieren.
September 2025-Juli 2027
Verein für Medien- und Journalismuskritik e.V. (VOCER)
Landkreis Herzogtum Lauenburg, Schleswig-Holstein
Festival am Kieler Strand setzt Zeichen für Demokratie und Vielfalt
Im Kieler Stadtteil Friedrichsort werden seit vielen Jahren immer wieder rechtsextreme Strukturen sichtbar, etwa durch Symbole im öffentlichen Raum oder rassistische Anfeindungen und Bedrohungen. 2012 haben sich Engagierte aus dem Stadtteil zusammengetan, und stehen seitdem regelmäßig mit dem „Festival am kleinen Strand“ für ein solidarisches Miteinander und gegen Rechtsextremismus ein. Geplant ist auch in diesem Jahr ein vielfältiges Musikprogramm sowie Infostände lokaler Initiativen der demokratischen Zivilgesellschaft. Das Festival stärkt die demokratischen Kräfte vor Ort und bietet Raum für Austausch und Vernetzung.
Juni-November 2026
Anstatt e.V. Verein zur Förderung von Jugendkultur
Kiel, Schleswig-Holstein
In Flensburg über die Verbindung von Rechtsextremismus, Antifeminismus und Rassismus aufklären
Die Verbreitung antifeministischer, rassistischer und rechtsextremer Einstellungen wird in Flensburg immer offener sichtbar. Gleichzeitig fehlt es an Räumen, in denen Menschen zusammenkommen können, die sich dagegen engagieren wollen. Eine Veranstaltungsreihe schafft Zugänge, um sich mit dem Erstarken von Antifeminismus und seiner Verschränkung mit Rassismus und Antisemitismus auseinanderzusetzen. Eine Theaterperformance beschäftigt sich mit der Rolle von Frauen in der extremen Rechten und beleuchtet rechtsextreme Geschlechterbilder, Ästhetik und antifeministische Netzwerke. Der Vortrag „Von Frauenrechten zu rechten Frauen?“ nimmt die Schnittstelle von Antifeminismus und Rassismus in den Blick, indem die Instrumentalisierung von „Frauenrechten“ für rassistische Feindbilder erläutert wird. Dabei werden Beispiele lokaler Akteur*innen der rechtsextremen Szene in Schleswig-Holstein dargestellt. Die Veranstaltungen vermitteln Wissen und bieten Raum für Vernetzung, um in Flensburg gegen Antifeminismus aktiv zu werden.
Januar-März 2026
Hilfe für Frauen in Not e.V.
Flensburg, Schleswig-Holstein
Zusammenhalt und demokratisches Engagement in Flensburg stärken
Um sich queerfeindlichen, rassistischen und antisemitischen Einstellungen sowie der zunehmenden Zustimmung zu rechtsextremen Parteien in Flensburg entgegenzustellen, organisiert die Flüchtlingshilfe Flensburg gemeinsam mit zahlreichen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen eine öffentlichkeitswirksame Aktion auf dem Marktplatz. Mit einem Lichtermeer für die Demokratie, Infoständen verschiedener Vereine und Initiativen, Musik und Redebeiträgen stehen die Engagierten gemeinsam ein für ein vielfältiges und solidarisches Flensburg ein. Auf der Bühne kommen insbesondere Stimmen zu Wort, die gesellschaftlich marginalisiert sind und oft wenig Gehör finden: Geflüchtete berichten von ihren Träumen und Hoffnungen, mit denen sie nach Deutschland gekommen sind, ebenso wie von ihren Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung im Alltag. Migrant*innenselbstorganisationen stellen ihre Arbeit vor und rufen zu Unterstützung und Solidarität auf. Die Veranstaltung lädt dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, stärkt die Solidarität innerhalb der demokratischen Zivilgesellschaft und zeigt zahlreiche Möglichkeiten auf, selber aktiv zu werden.
24. Januar 2026
Flüchtlingshilfe Flensburg e.V.
Flensburg, Schleswig-Holstein
Thüringen
Austausch zu Rassismuserfahrungen in der DDR in Thüringen fördern
Binationale Familien gab es auch in der DDR. DDR-Bürgerinnen gingen beispielsweise Beziehungen mit Studenten aus dem Ausland oder mit Arbeitsmigranten ein. Diese Liebesbeziehungen waren von staatlicher Seite nicht erwünscht, existierten trotz vieler Hürden aber dennoch. Die Geschichten und Erfahrungen der Paare wurden und werden aber nur selten thematisiert. Auch wenn die weißen Frauen selbst keine Rassismuserfahrungen machten, hatten die Partner- (und Eltern-)schaften auch für sie Ausgrenzungen, Abwertungen oder Benachteiligungen zur Folge. Um die mehr oder weniger subtilen Diskriminierungserfahrungen im Alltag besprechbar zu machen, werden öffentliche Erzählcafés in verschiedenen Orten Thüringens organisiert.
Februar-August 2025
Universität Erfurt
Erfurt; Jena; Weimar; Gera, Thüringen
Bundeslandübergreifend
Vernetzung gegen Rechtsextremismus in der Buchbranche stärken
Das Bündnis „Verlage gegen Rechts“ gründete sich 2016, um sich gemeinsam gegen die Präsenz menschenverachtende Inhalte und rechtsextremer Verlage auf den Buchmessen zu positionieren. Seitdem engagiert sich das Bündnis mit Veranstaltungen, Podien und anderen öffentlichkeitswirksamen Aktionen gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und Ableismus in der Buchbranche. Um das Engagement nachhaltig zu sichern, unterstützt die Stiftung die Schaffung zusätzlicher personeller Ressourcen.
Dezember 2025 – Mai 2026
Verlage gegen Rechts c/o Kulturwerk deutscher Schriftsteller*innen e.V.
Bundesweit
Engagierte gegen Rechtsextremismus in Bayern und Thüringen vernetzen
Seit 2024 bauen Engagierte aus Nürnberg und mehreren Kleinstädten im Süden Thüringens neue solidarische Allianzen im Kampf gegen Rechtsextremismus auf. Im Fokus steht dabei, die jeweiligen lokalen Herausforderungen und Rahmenbedingungen kennenzulernen und sich gegenseitig zu unterstützen. Die Naturfreunde Nürnberg organisieren Fahrradtouren zu Initiativen in Thüringen und fördern so den direkten Austausch. Bei Workshops und Filmvorführungen werden Engagierte in Nürnberg ermutigt, selbst aktiv zu werden und sich im Kampf gegen Rechtsextremismus auch über die eigene Stadtgrenze hinaus zu engagieren.
Januar-Juni 2026
NaturFreunde Nürnberg-Mitte e.V.
Bayern, Thüringen
Strategien gegen Rechtsextremismus in der Altmark und im Wendland entwickeln und länderübergreifende Vernetzung stärken
2026 finden in Sachsen-Anhalt Landtagswahlen und in Niedersachsen Kommunalwahlen statt. In den benachbarten Regionen Altmark (Sachsen-Anhalt) und Wendland (Niedersachsen) nehmen die Aktivitäten rechtsextremer Akteur*innen stark zu. In dem landkreisübergreifenden Bündnis gegen Rechts Wendland/Altmark vernetzen sich zivilgesellschaftliche Initiativen aus der Region und unterstützen sich gegenseitig in ihrem Engagement. Das Projekt stärkt die demokratische Zivilgesellschaft vor den kommenden Wahlen, indem es Räume für Austausch, gemeinsame Strategieentwicklung und langfristige Vernetzung schafft. Bei Strategietreffen und Infoveranstaltungen werden Erfahrungen in der Arbeit gegen Rechtsextremismus vorgestellt und vor dem Hintergrund der konkreten Situation vor Ort diskutiert. Die Treffen finden an unterschiedlichen Orten in der Region statt, um möglichst viele Initiativen in beiden Bundesländern zu erreichen und einzubinden. Ziel ist es, gemeinsame Strategien zu entwickeln und die Handlungsfähigkeit der demokratischen Zivilgesellschaft in der Region zu fördern.
November 2025 – Mai 2026
KURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e.V.
Wustrow und Salzwedel, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt
Angemessen auf rechtsextreme Präsenz in der Nachbarschaft reagieren
Bundesweit ist in vielen Regionen eine Normalisierung rechtsextremer und demokratiefeindlicher Positionen im Alltag zu beobachten. Rechtsextreme engagieren sich nicht nur in den Parlamenten, sondern beeinflussen auch das Zusammenleben in Stadtteilen, Hausgemeinschaften oder Eigentümer*innenstrukturen. Nicht selten entstehen Konflikte, wenn Betroffene oder engagierte Nachbar*innen auf rassistische, antisemitische oder verschwörungsideologische Äußerungen und Einschüchterungen reagieren möchten, aber nicht wissen, wie sie sich wirksam und sicher verhalten können. Bisher fehlen konkrete Handreichungen zum Umgang mit Rechtsextremismus in der Nachbarschaft. Eine neue Publikation schließt diese Lücke und stärkt Handlungsfähigkeit, Solidarität und Zusammenhalt im sozialen Nahraum.
Mai 2026
Bundesverband Mobile Beratung e.V.
Bundesweit
Über antikurdischen Rassismus aufklären
Viele kurdische Geflüchtete machen in Unterkünften, bei Behörden, im Gesundheitswesen und in anderen Kontexten rassistische Erfahrungen. Antikurdischer Rassismus ist ein strukturelles Problem, das auf verschiedenen Ebenen wirkt und die Herausforderungen für geflüchtete Menschen verstärkt. Dennoch wird das Thema in öffentlichen Diskussionen und Fachdebatten kaum besprochen. Um die Lebenslagen geflüchteter Kurd*innen zu verbessern, müssen Erfahrungen sichtbar und Handlungsmaßnahmen entwickelt werden. Der Verein erstellt eine mehrsprachige Broschüre, die das Thema fundiert aufbereitet, sensibilisiert und Veränderungen anregt. Dabei stehen die Stimmen der Betroffenen im Mittelpunkt. Workshops und Lesungen ergänzen das Projekt und helfen, die Inhalte der Broschüre zu verbreiten.
Januar-Dezember 2026
Pena.ger e.V.
Bundesweit