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Szenario: Sachsen-Anhalt in den Händen der AfD

 
 

Diese Frage ist kein theoretisches Gedankenspiel mehr. Seit die AfD in Sachsen-Anhalt bei den Bundestagswahlen im Land mit 37,1 % mit Abstand die stärkste politische Kraft geworden ist und die CDU mit 19,2 % auf den zweiten Platz verdrängt hat, müssen wir uns mit der Gefahr einer Machtübernahme durch die AfD ernsthaft auseinandersetzen.

Dieses Szenario tut genau das: nüchtern, faktenbasiert und sensibel für zivilgesellschaftliches Engagement. Es entwirft ein realistisches Szenario auf Grundlage der bekannten Positionen, politischen Ziele und bisherigen Aussagen der AfD sowie vergleichbarer Entwicklungen in Europa und den USA.

Es ist aber nicht so, dass die AfD nach der Landtagswahl auf jeden Fall regieren wird, auch wenn sie selbst gern diesen Eindruck erwecken will. Das Szenario beschreibt eine mögliche Entwicklung und soll dazu dienen, von Sachsen-Anhalt ausgehend eine bundesweite Debatte zu unterstützen, was Politik und Zivilgesellschaft im Vorfeld einer rechtsextremen Regierungsübernahme tun sollten.

Ein Prüfstein für die Wehrhaftigkeit der Demokratie 

Die nächsten Jahre werden für die Demokratie in Deutschland entscheidend sein. Sachsen-Anhalt steht dabei an einer neuralgischen Stelle: als mögliches Modell für andere Bundesländer, aber auch als Prüfstein für die Wehrhaftigkeit unserer demokratischen Ordnung, der demokratischen Parteien und der Zivilgesellschaft. Diese Publikation will einen Beitrag leisten, damit wir politisch, zivilgesellschaftlich und rechtlich vorbereitet sind.

Denn Demokratien scheitern in erster Linie nicht daran, dass autoritäre Kräfte gewinnen. Sie scheitern dann, wenn Demokrat*innen nicht mehr widersprechen, vor lauter alltäglichen Zumutungen, wenn sie die autoritären Verschärfungen und rechtsextremen Hegemonien nur noch beobachtend zur Kenntnis nehmen, wenn sie auf die zentralen Herausforderungen keine befriedigenden Antworten haben und wenn sie schon bei den letzten Wahlen nur gewählt worden sind, „um Schlimmeres zu verhindern“.

Demografische und soziale Herausforderungen

Sachsen-Anhalt ist an Herausforderungen nicht arm und beispielsweise in besonderem Maße von den Effekten des demografischen Wandels betroffen. [weiterlesen]

Prognosen zufolge wird die Bevölkerungszahl bis 2040 signifikant sinken, insbesondere im ländlichen Raum. Bereits heute ist ein fortschreitender Abbau sozialer Infrastruktur zu beobachten: Schul- und Kitaschließungen, der Wegfall medizinischer Versorgungsangebote und sozialräumlich relevanter Einrichtungen wie Dorfgasthäusern oder Vereinsheimen. Diese Entwicklung begünstigt nicht nur räumliche und soziale Segregation, sondern verstärkt auch das Gefühl politischer Marginalisierung in peripheren Regionen.
Begleitend dazu ist eine Erosion des vorpolitischen Raums festzustellen. Demokratische Parteien sind in vielen Regionen nur punktuell sichtbar, meist zu Wahlkampfzeiten. Politische Bildung, Teilhabeformate und zivilgesellschaftliche Infrastrukturen haben unter der Pandemie gelitten und konnten in vielen Regionen bislang nicht wieder etabliert werden. Besonders stark betroffen ist die sogenannte „Corona-Generation“ (Jahrgänge 2001 bis 2014), die in ihrer Entwicklungsphase unter sozialer Isolation, Bildungsunterbrechungen und dem Wegfall stabilisierender Angebote gelitten hat.

Gründe für die Stärke der AfD

Die soziale und demografische Lage hat in Teilen des Landes zu einer tiefgreifenden Parteien- und Demokratieverdrossenheit geführt. [weiterlesen]

Diese äußert sich nicht nur in Wahlenthaltung, sondern auch in der Offenheit gegenüber antidemokratischen Angeboten. Sachsen-Anhalt ist seit langem einer der zentralen Hotspots des strukturell verankerten Rechtsextremismus in Deutschland. Rechtsextreme Strukturen, darunter die „Menschenpark Veranstaltungs UG“ und „Metapolitik Verlags UG“ (firmierte bis 2024 unter dem Namen „Institut für Staatspolitik“) oder identitäre Strukturen und Siedlungsprojekte der „Anastasia“-Bewegung nutzen gezielt jene Regionen, in denen sich staatliche und zivilgesellschaftliche Präsenz zurückgezogen hat. Hinzu kommt eine politisch-strategische Herausforderung:

Demokratische Parteien vermitteln in der Öffentlichkeit häufig den Eindruck, dass von einer anderen demokratischen Partei die größte Gefahr ausgehe und nicht von den Feinden der Demokratie. Hierbei bedienen sie sich – bewusst oder unbewusst – viel zu häufig rechtsextremer Untergangs-Narrative. Dadurch verfestigt sich der Eindruck einer dysfunktionalen politischen Klasse, die interne Konflikte über die gemeinsame Verteidigung demokratischer Institutionen stellt. Dies untergräbt die Glaubwürdigkeit der Demokratie insgesamt – und kommt der AfD zugute, die sich als „Systemopposition“ gegen die „Kartellparteien“, die alle das Gleiche wollen, inszenieren kann.

Foto: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (2026), Bildlizenz: CC BY-ND 4.0

Wer verstehen will, was eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt umsetzen würde, muss ihre Programme, ihre parlamentarischen Anfragen und Anträge sowie öffentliche Äußerungen in Sachsen-Anhalt und auf Bundesebene ernst nehmen. Sie enthalten keine Leerformeln, sondern eine klare ideologische Agenda, die nationalistisch, völkisch und rechtsextrem gefärbt ist. Das sogenannte „Regierungsprogramm“ zur Landtagswahl ist am 12. April 2026 verabschiedet worden.

Der Landesverband mit rund 2.000 Mitgliedern ist vom Verfassungsschutz seit November 2023 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft worden, da dieser von rassistischer Ideologie durchdrungen sei und die parlamentarische Demokratie in der jetzigen Form abschaffen wolle. Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt gilt in der Bundespartei als dominiert vom sogenannten „Flügel“, der mittlerweile formal aufgelöst worden ist, ohne dass Personen die Partei verlassen hätten.

Der „Flügel“ pflegte enge Beziehungen zu Gruppen wie der rechtsextremen Identitären Bewegung und zum rechtsextrem-verschwörungsideologischen „Compact“-Magazin. In der Praxis bestünde mit einer Machtübernahme des AfD-Landesverbandes eine erhebliche Gefahr für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit: Die AfD könnte demokratische Kontrolle unterlaufen, Minderheiten systematisch ausgrenzen und demokratische Akteur*innen gezielt angreifen. 

Die AfD verfolgt eine politische Agenda, die auf nationale Homogenität, kulturelle Exklusion und autoritäre Staatsführung hinausläuft. In Sachsen-Anhalt hätte sie als Landesregierung erstmals die Gelegenheit, diese Programmatik konkret umzusetzen – schlimmstenfalls mit weitreichenden, fatalen Folgen für Land und Bund.

Jan Wenzel Schmidt, Bundestagsabgeordneter und Generalsekretär des AfD-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, bei einer Veranstaltung der Identitären Bewegung (IB)
Foto: Quelle: Instagram-Kanal „Freiraum Aurora“, 14.11.2021
Felix Zietmann sitzt für die AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt.
Foto: Felix ZIETMANN (MdL), 02.01.2023, Facebook

Dies alles kann in Sachsen-Anhalt im Jahr 2026 zu einer politischen Zäsur führen. Die Prämisse dieses Szenarios, orientiert sich an dem Zweitstimmenergebnis der Bundestagswahl 2025 und aktuellen Wahlumfragen für Sachsen-Anhalt. Dies wäre eine vorstellbare Entwicklung:

Die AfD erzielt 39,1 % der Stimmen und wird erstmals stärkste Kraft im Bundesland. Die CDU erreicht mit 25 % ein schlechtes Ergebnis. Möglich wurde dieses Wahlergebnis durch die strategische Vorbereitung der AfD und ihren frühzeitig begonnenen Dauerwahlkampf.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW; ab Oktober 2026 umbenannt in: Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft) zieht mit einer geringen Prozentzahl in den Landtag ein. Die SPD verliert moderat, Die Linke bleibt im Landtag, die Grünen und die FDP scheitern an der Fünfprozenthürde.

Quelle: Wahlumfrage Sachsen-AnhaltTREND von Infratest Dimap für MDR, Mitteldeutsche Zeitung und Volksstimme. 1.164 Befragte im Zeitraum vom 29. April bis 5. Mai 2026

Das Szenario nach der Landtagswahl:

Die CDU lehnt unter Führung des amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze eine Zusammenarbeit mit der AfD weiterhin ab. Nach wochenlangem Streit über eine Zusammenarbeit mit der AfD zerbricht die BSW-Fraktion. Mehrere Fraktionsmitglieder treten aus dem BSW aus. Einige ehemalige BSW-Fraktionsmitglieder treten der AfD bei, andere unterstützen als fraktionslose Mitglieder des Landtages die Bildung einer AfD-Alleinregierung.

Die neue Landesregierung reklamiert für sich, den „Willen des Volkes“ umzusetzen. Ministerpräsident wird der bisherige AfD-Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und somit ein Politiker aus einem der radikalsten AfD-Landesverbände bundesweit sowie ideologisch ein gefestigter Rechtsextremer.

Drei Schauplätze des Umbruchs wären politische Institutionen, Zivilgesellschaft und Verwaltung. Das folgende Szenario zeigt nicht nur eine Regierung mit anderem Personal, sondern ein anderes Verständnis von Staat, Demokratie, Gesellschaft und Gewaltenteilung. Wenn die AfD in Sachsen-Anhalt regiert, würde sich die politische Kultur tiefgreifend verändern – denkbar wäre:

1. Angriffe auf demokratische Verfahren und Institutionen [weiterlesen]

„Die AfD Sachsen-Anhalt strebt die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie in ihrer derzeitigen Form an und richtet sich somit gegen das Demokratieprinzip aus Art. 20 Abs. 1 GG.“
Quelle: Landesamt für Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt

Die AfD könnte ihre Position nutzen, um parlamentarische Verfahren auszuhebeln, Gesetzesentwürfe im Eilverfahren einzubringen, Debattenzeiten zu verkürzen und Änderungsanträge der Opposition systematisch abzulehnen. Der Landtag würde de facto an Bedeutung verlieren.

Landesverfassungsorgane könnten politisch instrumentalisiert werden, etwa durch Neubesetzungen im Landesrechnungshof oder durch den Umbau des Landesverfassungsgerichts. Kritik am Regierungshandeln könnte als ’staatsfeindlich‘ diffamiert werden.

Infolgedessen sänke das Vertrauen in demokratische Verfahren, besonders bei jungen Menschen bundesweit. Demokratie und Bürgerbeteiligung würden nicht mehr als Mitbestimmung gelebt, sondern nur noch als Petitionsmöglichkeit wahrgenommen.

2. Zivilgesellschaft im Ausnahmezustand [weiterlesen]

2027 könnten die Fördermittel für Projekte gegen Rechtsextremismus, Rassismus oder Antisemitismus gestrichen werden. Jugendclubs, Gedenkstätten, Beratungsstellen und Kulturprojekte wären betroffen und müssten vielfach schließen. Auch die Bundesprogramme für Demokratieförderung könnten keine Mittel mehr auszahlen, wenn den meisten Trägern in Sachsen-Anhalt die Gemeinnützigkeit aberkannt wird – etwa wegen fehlender parteipolitischer Neutralität, wie sie durch einen Erlass eines AfD-Finanzministeriums gefordert werden könnte, oder durch die Nennung als linksextremistisch in einer Sonderauswertung des Verfassungsschutzes. Allerdings könnten die Träger vor dem Finanzgericht gegen den Entzug der Gemeinnützigkeit klagen, wenn sie genug Ressourcen haben, um als Organisation bis zum Ende des Verfahrens zu existieren.

Ehrenamtliche könnten öffentlich diffamiert werden – viele könnten mit Rückzug reagieren. Engagement würde wegen der vielen Angriffe immer riskanter. Auch städtische Räume böten keine Rückzugsmöglichkeiten mehr für demokratisches Engagement.

Besonders betroffen wären Jugendliche. Demokratiebildung an Schulen würde ersetzt durch „Heimatkunde“. Jugendprojekte könnten ihre Trägerstrukturen verlieren, offene Räume geschlossen werden– es sei denn, sie treten fortan mit einer „patriotischen Grundhaltung“ auf. Rechtsextreme Gruppen könnten die weggefallenen Angebote ersetzen und dafür erstmals staatliche Förderung erhalten. Jugendliche, die sich demokratisch engagieren oder schlicht nicht ins propagierte, traditionell-patriotische Rollenbild passen, gerieten ins Visier. Es entstünde eine junge Generation, die politisch manipuliert und eingeschüchtert aufwächst. Sehr viele Jugendliche und ihre Eltern könnten deshalb das Bundesland verlassen.

3. Verwaltung im Würgegriff der Ideologie [weiterlesen]

Ministerien könnten nicht mehr fachlich, sondern politisch besetzt werden. Beamte könnten angehalten werden, auch öffentlich Loyalität zur AfD zu zeigen. Das wäre zwar rechtswidrig, aber möglich. In der Verwaltung und im öffentlichen Dienst könnte es zu einem massiven Stellenabbau kommen. Polizei- und weitere Beschwerdestellen sowie Kontrollinstanzen könnten abgeschafft oder minimiert werden, die Sicherheitsbehörden könnten auf Migrationskontrolle, Abschiebungen und die Bekämpfung des Linksextremismus konzentriert werden. Die Landesregierung könnte politischen und finanziellen Druck auf Landkreise und Landräte ausüben, falls diese sich wehren wollen.

Die Folge: Fachkräfte würden die Verwaltung und das Bundesland verlassen. Expertise würde durch linientreue Kontrolle ersetzt.

Die Bundesregierung ist im September 2026 weiterhin nicht von der AfD geführt. Das Grundgesetz gilt weiterhin uneingeschränkt, die Bundesregierung hat aber fast gar keine Einflussmöglichkeiten in den Bundesländern.

Die AfD nutzt ihre Regierungsmacht strategisch, mit Fokus auf Machtausbau, Symbolpolitik und kulturelle Hegemonie.

Die Medienlandschaft und die Zivilgesellschaft im Land sind anfangs noch pluralistisch, aber erheblich unter Druck.

Die Landesverfassung Sachsen-Anhalts bleibt formal in Kraft, wird aber politisch ausgereizt. Dies geschah beispielsweise in Polen oder Ungarn nach der Machtübernahme autoritärer Regierungen. Durch die Änderung einfacher Gesetze in Landeszuständigkeit, etwa im Schulbereich, Justizwesen, bei Medien oder Polizei, wurde die autoritäre Verschiebung normalisiert und gesichert.

Das Bundesverfassungsgericht setzt aufgrund einzelner Verfassungsbeschwerden punktuell Grenzen, etwa bei Versammlungsverboten. Für Normenkontrollverfahren oder Kontrollverfahren wegen der Verletzung föderaler Pflichten finden sich keine politischen Mehrheiten im Bundestag, in der Bundesregierung oder in den Ländern.

Rechtsextreme Gewalt eskaliert weiter und wird nicht mehr systematisch eingehegt und strafverfolgt. 

Quelle Icons: www.flaticon.com

Diese Chronologie beschreibt eine mögliche Entwicklung von der Landtagswahl im September 2026 bis zur Bundestagswahl 2029. Sie zeigt, wie sich eine AfD-geführte Landesregierung entfalten könnte.

2026

6. September 2026

 

Mögliches Wahlergebnis der Landtagswahl Sachsen-Anhalt* neben Wahlergebnis von 2021

*eigene Prognose, basierend auf Vorwahl-Umfragen und dem Ergebnis der Bundestagswahl 2025

September 2026

 

Landtagswahl und Machtübernahme

Der Wahlkampf wird begleitet von Desinformationskampagnen, Einschüchterungen und Bedrohungen, von Angriffen und rechtsextremer Gewalt gegen die demokratischen Parteien, Medien und die Zivilgesellschaft.

Aufgrund des oben antizipierten Wahlergebnisses bildet die AfD eine Alleinregierung. Ministerpräsident wird ein rechtsextremer AfD-Landespolitiker.

Der erste AfD-Ministerpräsident:
Ulrich Siegmund

 

 

Foto: Axel Tschentscher (CC BY-SA 4.0), Bearbeitung: Amadeu Antonio Stiftung

Oktober 2026

 

Beginn der Regierungstätigkeit

Wenige Stunden nach seiner Vereidigung kündigt der neue Minister für Inneres, Heimat und Remigration ein umfassendes „Remigrations-Sofortprogramm“ an.

Foto: Screenshot afd-regierungsprogramm.de

Oktober 2026

 

Remigrations-Sofortprogramm Teil 1

1. Durch die Aufkündigung des Königssteiner Schlüssels (§ 45 AsylG), gemäß dem Asylsuchende auf die Bundesländer verteilt werden, kommt es zu einem faktischen Aufnahmestopp für alle Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt. Begründung: Ohne illegale Einreise über einen sicheren Drittstaat ist eine Einreise nach Sachsen-Anhalt nahezu unmöglich.

Foto: Markus Spiske via Unsplash


Oktober 2026



 

Remigrations-Sofortprogramm Teil 2

2. Wenn Ausländer*innen überführt werden, Straftaten begangen zu haben, kommt es zu einem automatischen Entzug der Aufenthaltserlaubnis und der Niederlassungserlaubnis.

3. Ukrainer*innen gelten nicht mehr als Kriegsflüchtlinge und erhalten keine Sozialleistungen mehr.

Foto: Ye Jinghan via Unsplash

Oktober 2026

 

Remigrations-Sofortprogramm Teil 3

4. Überprüfung sämtlicher Einbürgerungen in Sachsen-Anhalt nach dem 1.1.2000. Sofortige Aberkennung der Staatsbürgerschaft, wenn im Einbürgerungsverfahren gelogen oder betrogen wurde.

5. Inhaftierung von Ausreisepflichtigen in regulären Gefängnissen

6. Konzentration von Asylsuchenden in Haftanstalten zur schnelleren Abschiebung

7. Kirchenasyl wird abgeschafft

8. Arbeitspflicht für alle Geflüchteten in der Grünanlagen-Reinigung und Müllentsorgung

Oktober 2026

 

Symbolpolitik durch die neue Landesregierung

EU-Flaggen werden entfernt, Ministerien und Behörden werden umbenannt. Medienstaatsverträge werden gekündigt, und es kommt zu Umbesetzungen in Rundfunkräten. Grundlage dafür sind neue gesetzliche Regelungen, denen die Länder Sachsen und Thüringen nach anfänglichem Zögern zustimmen.

Foto: KI-generiert

November 2026

 

Auszug aus der Landespressekonferenz

Die Landesregierung zieht sich zunehmend aus der institutionalisierten Presseöffentlichkeit zurück. Ministerpräsident und Kabinettsmitglieder meiden die Landespressekonferenz (LPK) vollständig und laden stattdessen ausschließlich zu nicht öffentlichen Hintergrundgesprächen mit handverlesenen Medien ein, bevorzugt aus parteinahen Medienhäusern. Als Begründung führt die Regierung eine angeblich „jahrelange feindliche Haltung“ der LPK und die daraus resultierende tendenziöse Berichterstattung gegenüber der AfD an. Die LPK kritisiert dies als „schwerwiegenden Eingriff in die Pressefreiheit und absolut inakzeptabel“. Kritische Medien würden nicht nur von Informationen ausgeschlossen, sondern zunehmend als Teil eines „feindlichen Systems“ delegitimiert.

Foto: Landesregierung Sachsen-Anhalt

 
 
 
 

Dezember 2026

 

Legalisierung von Bürgerwehren und Abschaffung des kleinen Waffenscheins

Anlässlich des zweiten Jahrestags des Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt werden Bürgerwehren, jetzt „freiwillige Bürgerwacht“ genannt, in Regionen mit „hoher Kriminalität“ als „Hilfspolizei“ legalisiert. Dies ist nach dem aktuellen Polizeigesetz von Sachsen-Anhalt sogar ohne Gesetzesänderung möglich. Die AfD hat im Wahlkampf versprochen, den kleinen Waffenschein in Sachsen-Anhalt mit einem Gesetz abzuschaffen, das die entsprechende Bundesgesetzgebung ergänzt – doch die Gesetzgebungskompetenz im Waffenrecht liegt ganz beim Bund. So wird stattdessen über Verwaltungsvorschriften eine neue interne Vergabepraxis der Waffenbehörden etabliert, die ermöglicht, dass alle Menschen mit deutschem Pass über 18 Jahren Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen erwerben und in der Öffentlichkeit mit sich führen dürfen.

Rückblick:
März 2016


 

Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl am 13.03.16, S. 57: Errichtung kommunaler Bürgerwehren

„Angesichts dieser Situation fordern wir, dass Kommunen mit besonderen Kriminalitätsbrennpunkten das Recht erhalten, eine freiwillige Bürgerwehr auf kommunaler Ebene einzuführen.[…]

Sie bildet eine Hilfspolizei, die der Landespolizei zuarbeitet und sie von Aufgaben entlastet, die nicht zwingend von Polizeibeamten durchgeführt werden müssen.“


Foto: Redd Francisco via Unsplash

2027

Januar 2027

 

Gesetz zu Heimat und Volksgut

Einführung von „Heimatkunde und Heilpflanzenpädagogik“ als Schulfach. Gedenkstättenfahrten und kritische Bildungsangebote werden zugunsten eines „bejahenden“ Umgangs mit der deutschen Geschichte gestrichen. Lehrpläne werden überarbeitet, Familienkunde und Russisch als Sprache eines politischen Partners der AfD werden als Schulfach (wieder) eingeführt. Lehrkräften wird grundsätzlich verboten, sich in der Schule wertend über Politik zu äußern. Die Inklusion von Kindern mit Behinderungen wird beendet. Auch geflüchtete Kinder sollen nur noch in Sonderklassen unterrichtet werden. 

Rückblick:
2025

 

Hans-Thomas Tillschneider

„Wir können alles machen, was wir uns erträumt haben auf dem Gebiet der Kulturpolitik.“

Quelle: Interview mit dem Deutschland-Kurier vom 23. Mai 2025
Foto: Raritaetenhans (CC BY-SA 4.0)

Februar 2027

 

Auflösung der Landeszentrale für politische Bildung

Die Landeszentrale für politische Bildung wird aufgelöst und ein „Landesinstitut für staatspolitische Bildung und kulturelle Identität“ neu gegründet. Vereine und Initiativen in Sport, Kultur oder Bildung werden nur noch staatlich gefördert, wenn sie zu einer „patriotischen Grundhaltung“ beitragen. Damit werden die Mittel der Demokratieprogramme für rechtsextreme Initiativen akquirierbar.

Foto: Mosaar (CC BY-SA 4.0)

Februar 2027

 

Verpflichtende Kurse zu „deutscher Geschichte und Kultur“ für Migrant*innen

Mittel für Integration werden gestrichen, außer für verpflichtende Integrationskurse nicht nur zu „Verfassungspatriotismus“ wie staatsbürgerlichem Grundwissen, sondern auch zu „deutscher Geschichte und Kultur“. Diesen Kurs sollen alle nicht eingebürgerten Migrant*innen durchlaufen, die sich rechtmäßig in Sachsen-Anhalt aufhalten. Alle Antidiskriminierungsvorschriften auf Landesebene werden abgeschafft. Ein Untersuchungsausschuss „Zivilgesellschaft und Linksextremismus“ wird eingerichtet. Die Landeskampagne #moderndenken wird in #deutschdenken umbenannt. 

Foto: KI-generiert

1. An Netzwerken arbeiten [weiterlesen]
  • Gesprächskanäle und Kommunikation mit demokratischen Parteien aufrechterhalten und ausbauen, falls bisherige Partner wegfallen.
  • Brain-Drain vorbeugen: Wie lässt sich Wissen speichern und vermitteln, falls einzelne (neuralgische) Personen ausfallen? 
  • Niedrigschwellige Angebote für (Mikro-)Engagement schaffen, wie das Informieren über Newsletter, das Teilen von Faktenchecks und Argumentations-Hacks, Aktionen wie Aufkleber, Briefkasten- oder Gartenzaun-Statements für Demokratie, die Unterstützung demokratischer lokaler Buchläden, Cafés oder Kulturzentren, Mikro-Spenden oder Raum- und Reichweiten-Spenden an demokratische Initiativen.
  • Niedrigschwellige Unterstützungsangebote schaffen, wie Hilfetelefone, Clearingstellen, aufsuchende Unterstützung lokaler Initiativen durch Workshops und Gelder.
  • Engagement lokal und regional vernetzen, damit Engagierte sich nicht alleine fühlen, voneinander wissen und sich gegenseitig stärken.
  • Möglichst breite gesellschaftliche Allianzen schmieden etwa aus Vereinen, Verbänden, Kirchen, demokratischen Parteien und Unternehmen, die nicht mit Rechtsextremen zusammenarbeiten.
2. Demokratieorte als Räume für Schutz und Partizipation schaffen, etablieren und schützen [weiterlesen]
  • Geschützte Räume schaffen Resilienz gegen Ohnmacht, Hetze und Agitation und die Möglichkeit, Engagement für Demokratie zu organisieren.
  • Deshalb: Jetzt Immobilien und Räume – gerade im ländlichen Raum – für Demokratieprojekte und lokale Initiativen zur Verfügung stellen: Für Treffen, Mittagstische, Jugendtreffs, Kulturveranstaltungen, Workshops. Alternativ: Bürgschaften für Kredite übernehmen.
  • Für diese Räume entsprechende Schutzkonzepte entwickeln, weil sie als Symbolorte angegriffen werden können.
  • Nachbarschaften zusammenbringen und den vorpolitischen Raum nutzen.
3. Nachhaltige und staatsunabhängige Finanzierung von Demokratieprojekten [weiterlesen]
  • Solidarische Partnerschaften zwischen Vereinen und Initiativen zwischen Bundesländern, Regionen, Ost- und Westdeutschland organisieren und bilden und damit die Arbeit vor Ort in Sachsen-Anhalt sichern.
  • Unternehmen mit konkreten (Sach-)Forderungen ansprechen, etwa nach Plakatdruck, Räumlichkeiten, logistischer oder digitaler Unterstützung.
4. Schutzkonzepte aufstellen, zugänglich machen, verbessern [weiterlesen]
  • Wenn die AfD stärker wird, ist mehr Schutz vor rechtsextremer Gewalt sinnvoll, weil sich rechtsextreme Gruppen ermutigt fühlen könnten.
  • Bauliche und physische Sicherheit herstellen, etwa über Zutrittskontrollen und Barrieren.
  • Digitale Sicherheit sowohl für die IT-Infrastruktur (etwa Zwei-Faktor-Authentifizierung und Website-Backend) als auch Doxing-Prävention für Mitarbeitende und Engagierte (etwa so wenig Namen und Telefonnummern wie nötig).
  • Rechtliche und administrative Vorsorge wie aktuelles Hausrecht bei Veranstaltungen, rechtssicheres Impressum auf der Website, ansprechbarer Anwalt, falls zivilrechtliche Schritte wie Unterlassungserklärungen oder Gewaltschutzanordnungen nötig werden.
  • Soziale Solidarität organisieren, wie guter Kontakt zur lokalen Polizeidienststelle, Nachbarschaft und Vermieter*innen sensibilisieren.
5. Unabhängige Gegenöffentlichkeit herstellen [weiterlesen]
  • Gemeinnützige demokratische Lokal-Redaktions-Modelle durch unabhängige Förderfonds absichern.
  • Ob mit einer Website oder Social-Media-Kanälen im Internet oder im Zeitungs-, Fanzine- oder Flyer-Format: Gegebenenfalls ehrenamtlich sicherstellen, dass unabhängige lokale Informationen weiter zur Verfügung stehen.
6. Demokratische Bundesländer in die Verantwortung nehmen [weiterlesen]

Das föderale System ist keine Ausrede zur Untätigkeit, sondern kann zur Schutzarchitektur der Demokratie werden, wenn Bundesländer mit klarer Haltung agieren.

  • Koalition demokratischer Bundesländer: Ein „Bündnis föderaler Demokratie“ zwischen Bundesländern kann gezielt politisch intervenieren, wenn in einem Land verfassungswidrige Tendenzen erkennbar werden. Dazu gehören gemeinsame Erklärungen, Unterstützungsprogramme, im Zweifel auch juristische Schritte.
  • Verstärkerprogramme für politische Bildung in gefährdeten Regionen: Der Demokratieabbau beginnt oft da, wo Wissen fehlt oder Menschen misstrauisch gemacht wurden. Eine gezielte Ausweitung bundesländerübergreifender Bildungs- und Beteiligungsangebote, etwa für Schulen, Jugendzentren oder im Ehrenamt, ist essenziell, um Leerstellen nicht rechtsextremen Deutungen zu überlassen.
  • Austausch- und Solidaritätsnetzwerke: Bildungseinrichtungen, NGOs und journalistische Fachkräfte aus ost- und westdeutschen Bundesländern könnten gezielt vernetzt werden, etwa durch Partnerschaften oder Medienkooperationen. Solidarität wird schlagkräftig, wenn sie systematisch gefördert wird.
7. Die Öffentlichkeit stärken – bevor sie marginalisiert wird [weiterlesen]

Rechtsextreme Regierungen kontrollieren nicht zuerst die professionellen Medien. Im ersten Schritt delegitimieren sie diese als „Lügenpresse“, „Elitenpropaganda“ oder „Staatsfunk“. Danach folgt oft der Angriff auf die nicht-rechtsextreme Öffentlichkeit und den kritischen Diskurs, etwa durch eigene Propaganda-Portale oder Desinformationskampagnen, bis sich AfD-Positionen normalisieren und durchsetzen.

  • Demokratische Medienvielfalt sichern: Lokaljournalismus ist oft die erste Stütze der demokratischen Öffentlichkeit vor Ort. Gemeinnützige demokratische Redaktionsmodelle, staatlich unabhängige Förderfonds und gezielte Ausbildungsprogramme für journalistischen Nachwuchs sollten ausgebaut werden.
  • Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk stellt eine demokratische Berichterstattung nach journalistischen, evidenzbasierten Kriterien sicher. Er braucht Infrastruktur und Rückhalt. Was bereits geschieht: Die Parlamentsreform sieht vor, dass die Kündigung von Staatsverträgen, etwa des Medienstaatsvertrages, nur noch mit Zustimmung des Landtags möglich sein soll – bisher kann dies der oder die Ministerpräsident*in allein bestimmen.
  • Politische Bildung: Die Demokratie von morgen braucht Räume der Debatte auch außerhalb des schulischen Klassenzimmers, etwa in Jugendzentren, Bibliotheken, Sportvereinen und Kulturhäusern. Politische Bildung muss langfristig gedacht und generationenübergreifend finanziert werden.
  • Soziale Räume der demokratischen Interaktion ermöglichen: Wo autoritäres und rechtsextremes Denken sich ausbreitet, braucht es mehr als Kritik. Es braucht soziale Infrastrukturen, in denen sich kritischer Diskurs bilden und Gegenöffentlichkeit formieren kann, wo Solidarität organisiert und Protest geübt wird. Dorfgemeinschaftshäuser, Stadtteilzentren und Jugendclubs könnten bewusst als Plattformen für demokratische Kultur geöffnet und unterstützt werden.
  • Kompetenzen gegen Manipulation stärken: Medien- und Informationskompetenz müssen Teil der Demokratiebildung werden – für junge und ältere Zielgruppen.

Was bisher bereits geschieht: Durch eine Parlamentsreform soll die Landeszentrale für politische Bildung über eine Änderung des Erwachsenenbildungsgesetzes abgesichert werden.

Februar 2027

 

Massive Eingriffe in die Bildungs- und Wissenschaftsfreiheit Teil 1

Die neue Landesregierung koppelt die Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit Hochschulen sowie Universitätskliniken und deren Finanzierung an ideologisch motivierte Leitlinien. 

Rückblick:
Juni 2025

 

Antrag der AfD im Landtag Sachsen-Anhalt vom 04.06.25: „Wissenschaft statt Manipulation – Genderpolitik an Hochschulen einstellen!“

„[…] bei künftigen Zielvereinbarungen mit den Hochschulen des Landes Sachsen‐Anhalt [soll] die Bereitstellung finanzieller Mittel davon abhängig […] [gemacht werden], dass die Hochschulen alle gesetzlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um im Rahmen von Forschung und Lehre keine Aktivitäten mehr stattfinden zu lassen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie mit normativem und gesellschaftspolitischem Anspruch das tradierte Verhältnis der Geschlechter verunsichern oder durch Empfehlung, Forderung oder Legitimierung gesellschaftspolitischer Maßnahmen in die freie Entwicklung des Geschlechterverhältnisses manipulierend einzugreifen trachten. Darunter fallen insbesondere […] Gender Studies, Genderwissenschaft, Geschlechterforschung etc.“

Februar 2027

 

Massive Eingriffe in die Bildungs- und Wissenschaftsfreiheit Teil 2

Diese politische Steuerung trifft sowohl die Hochschuldidaktik als auch die akademische Personalpolitik. Fachdisziplinen und Forschungsprojekte mit Genderperspektive, Diversity- oder postkolonialen Ansätzen werden eingestellt. Gleichstellungsprogramme und -beauftragte an Universitäten und Hochschulen werden beendet und das im Hochschulgesetz verankerte Ziel der Gleichstellung gestrichen.

Februar 2027

 

Massive Eingriffe in die Bildungs- und Wissenschaftsfreiheit Teil 3

Hochschulleitungen geraten unter Druck, sich den Anweisungen zu unterwerfen, da sie andernfalls empfindliche Haushaltskürzungen riskieren. Es mehren sich anonyme Berichte von Forschenden, die von universitären Gremien zur Einstellung angeblich „nicht linienkonformer“ Projekte gedrängt werden.

Während die AfD sich als Partei für Meinungsfreiheit darstellt, setzt sie sich auf Bundesebene für neue Äußerungs-Straftatbestände ein: Sie fordert ein Verbot der Herabwürdigung des deutschen Staates, des deutschen Volkes und von „Deutschland als historisch-kulturellem Gebilde“.

2027

 

Schulamtsleiterin aus Sachsen-Anhalt

„Im Herbst bekamen wir neue Richtlinien aus dem Kultusministerium. Der Begriff ‚Vielfalt‘ sollte in Schulmaterialien nur noch ‚in kulturell-nationalem Kontext‘ verwendet werden. Als Beispiele wurde angeführt: Die Vielfalt der deutschen Sprache, die verschiedenen deutschen Stämme wie die Friesen, die Sachsen oder die Bayern, unsere Trachten und Traditionen, das Brauchtum sowie unsere Volkslieder, Sagen, Märchen und Mythen.Als ich Einwände formulierte, wurde ich zu einem internen Gespräch geladen. Dort hieß es wörtlich: ‚Die Landesregierung erwartet Loyalität, keine Diskussion.‘ Zwei Monate später wurde ich versetzt.“

Foto: Zulfugar Karimov via Unsplash

2027

 

Sozialpädagogin, die sich in einer mittelgroßen Stadt in einer Initiative für Toleranz, Vielfalt und Demokratie engagiert

„Im letzten Jahr hat sich das Klima spürbar verändert. Es ist aggressiver geworden. Wenn ich morgens zur Arbeit gehe, überlege ich schon: Wen treffe ich heute? Gab es wieder Kommentare online? Steht irgendwo mein Name? Ich habe Nachrichten bekommen, in denen mir gesagt wurde, ich solle aufpassen, wenn ich abends allein unterwegs bin. Auf der Straße werde ich manchmal erkannt, dann fallen Sprüche wie Volksverräterin oder Du gehörst hier nicht hin. Es gibt Tage, da frage ich mich schon, wie lange ich das noch durchhalte.“

Foto: Christian Lue via Unsplash

März 2027

 

Umbau der Sicherheitsarchitektur

Nach der Reform von Innenministerium und Verfassungsschutz kommt es zu Disziplinarverfahren und Versetzung von Beamt*innen aus Polizei und untergeordneten Behörden. Sicherheitsbehörden in Bund und Ländern stellen ihre Zusammenarbeit mit den Behörden in Sachsen-Anhalt ein. Ein Meldesystems für staatskritische, antichristliche und linksextreme Aktivitäten wird eingeführt. Auf Bundesebene setzt sich die AfD Sachsen-Anhalt dafür ein, „die Antifa“ als „Terrorvereinigung“ zu bekämpfen. Neue Gesetze zur Gefahrenabwehr führen zu einer herabgesetzten Schwelle für Terrorverdacht. Im Rahmen von „erweiterter Gefahrenabwehr“ kommt es zu zahlreichen Verhaftungen von muslimisch gelesenen Menschen aufgrund von „Terrorverdacht“.

Blick in die Zukunft:
2029

 

Abteilungsleiter im Bundesamt für Verfassungsschutz

„Die neue Landesregierung hat nach dem Regierungsantritt zügig mit dem politisch motivierten Umbau der Sicherheitsbehörden und des Landesamtes für Verfassungsschutz begonnen. Überall war die Besorgnis sofort groß. Als bekannt wurde, dass rechtsextrem eingestufte Personen sich Zugriff auf sensible Daten verschafft hatten, mussten wir zum Äußersten gehen und den Datenaustausch mit Sachsen-Anhalt kappen. Ein einmaliger Vorgang in der Bundesrepublik und ein bundesweites Sicherheitsrisiko.“

Foto: Michael Leisten via Pixabay

Mai 2027

 

Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zur Aufarbeitung jahrelanger Unterdrückung der Opposition

Zum Jahrestag des Grundgesetzes richtet der Landtag einen Untersuchungsausschuss mit dem Titel „Unterdrückung der Opposition durch die CDU-Regierungen in Sachsen-Anhalt seit 2016“ ein.

Rückblick:
Juni 2024

 

AfD-MdB Stephan Brandner, AfD-Bundesparteitag

„Macht die Stimmzettel zu Haftbefehlen für diejenigen, die verantwortlich sind für diesen unterirdischen Zustand unseres Landes, für die Spaltung der Gesellschaft, für die Verschleuderung von Steuer-Millionen. Die müssen angeklagt werden von Staatsanwälten, die unabhängig sind, weshalb wir für die Entpolitisierung der Justiz eintreten. Wir brauchen Staatsanwälte, die ermitteln und anklagen […]. Und dann brauchen wir Richter, die die dann auch verurteilen.“

Quelle: DLF
Foto: Olaf Kosinsky (CC BY-SA 3.0 DE)

Juni 2027

 

Sachsen-Anhalt als „Modellregion“

Die AfD nutzt das Land zur Selbstdarstellung, veranstaltet Kongresse mit internationalen rechtsextremen Parteien und eröffnet ein Landesbüro in Moskau und Washington. US-Vizepräsident J.D. Vance kommt zu Besuch, empfiehlt die AfD für die Bundestagswahl und bietet staatliche Unterstützung für amerikanische Unternehmen an, die in Sachsen-Anhalt investieren wollen. Ein großer US-Chemiekonzern verkündet daraufhin den Weiterbetrieb seiner Standorte in der Region.

2027

 

Mittelständischer Unternehmer

„Die wirtschaftliche Unsicherheit ist weiter gewachsen. Die Belegschaften sind polarisiert, Abwanderung und der Fachkräftemangel haben sich weiter verschärft. Wer will denn aus anderen Bundesländern oder dem Ausland hierher kommen, um zu arbeiten? Ob Windräder-Abbau oder die Beendigung aller landesweiten KIimaschutzprogramme und -investitionen – mit der neuen Regierung gibt es keine verlässlichen Rahmenbedingungen mehr für uns.“

Foto: SnapwireSnaps via Pixabay

November 2027

 

Zunehmende Missachtung von Gewaltenteilung und Rechtsstaat

Die Landesregierung regiert zunehmend über exekutive Erlasse, missachtet Gerichtsurteile sowie die Gewaltenteilung und ignoriert Urteile des Bundesverfassungsgerichts. Infolgedessen kommt es zur Eskalation mit dem Bund.

Knapp ein Jahr nach der Legalisierung von Bürgerwehren als „Bürgerwacht“ und der Abschaffung des kleinen Waffenscheins legt der Menschenrechtsausschuss des Europaparlaments einen Bericht vor. Demnach werden mindestens drei Tötungsdelikte und 15 Fälle von Schwerverletzten auf Aktivitäten der Bürgerwehren zurückgeführt. Die AfD-Landesregierung spricht von „linken Verschwörungserzählungen“ und lehnt Untersuchungen zu den Vorfällen ab.

Risiko: Rechtsextremer Gesellschaftsumbau

Die AfD kann rechtliche Graubereiche und strukturelle Schwächen nutzen, um demokratische Institutionen umzubauen. Parlamente verlören durch die rücksichtslose Schnelligkeit exekutiven Handelns massiv an Bedeutung, Kommunal-, Landes- und Verfassungsgerichte an Durchsetzungskraft, demokratische Medien an Zugang und Recherchemöglichkeiten. Bundesmittel aus Förderprogrammen würden nur noch an politisch loyale Kommunen und Landkreise weitergereicht. Der Schaden an der politischen Kultur wäre langfristig, auch über die Legislaturperiode hinaus.

2028

2028

 

Handwerker, dessen Eltern nach Deutschland eingewandert sind

„Ich lebe und arbeite hier, meine Kinder gehen hier zur Schule – und trotzdem werde ich täglich behandelt, als würde ich nicht dazugehören. Ständig gibt es Blicke, geflüsterte und offene Kommentare, das ständige Fragen, wo ich wirklich herkomme. In letzter Zeit fallen auf der Straße öfter Sätze wie: Dich schieben wir auch noch ab. Am Bahnhof werde ich regelmäßig von der Polizei kontrolliert. Meine Kinder werden in der Schule rassistisch angegangen, die Schulleitung duckt sich weg. Wir haben uns hier ein Leben aufgebaut, aber das alles macht etwas mit einem. Ich bin angespannter geworden. Ich überlege bei ganz normalen Aktivitäten, ob ich und meine Kinder dabei sicher sind.“ 

Foto: Emmanuel Ikwuegbu via Unsplash

Frühjahr 2028

 

Druck auf Opposition nimmt zu

Die Opposition steht zunehmend unter Druck. Der Fraktionsvorsitzende der CDU und Teile seiner Fraktion werden wegen angeblich „wiederholter Hetze“ gegen den Ministerpräsidenten vom Landtagspräsidenten ermahnt.

2028

 

Theaterintendant aus Halle

„Wir machten ein Projekt mit jungen Menschen aus Einwanderungsfamilien. Im Januar kam der Förderbescheid, aber auf null gesetzt. Kein Gespräch, keine Begründung. Später hieß es, man fördere jetzt nur noch ‚volkstümlich geprägte Kulturarbeit‘. Inzwischen treten viele Kulturschaffende nicht mehr öffentlich auf, aus Angst vor Diffamierung und Hetze. Das Klima ist vergiftet, auch weil einige Mitglieder des Ensembles den neuen Kurs der Landesregierung unterstützen.“

Foto: Vitalii Khodzinskyi via Unsplash

2029

Frühjahr 2029

 

Mobilisierung zur Bundestagswahl

Die AfD bewirbt im Dauerwahlkampf flächendeckend mit den Mitteln der Verwaltung Sachsen-Anhalt als Erfolgsmodell. Es herrscht eine unkritische Berichterstattung des personell stark umgestalteten MDR gegenüber der AfD-Landesregierung – in Dauerschleife wird über Migration, Kriminalität und die erfolgreiche „nationale Wende“ in Sachsen-Anhalt berichtet. Massive Bedrohungen und Angriffe auf demokratische Parteien und die Zivilgesellschaft prägen den Wahlkampf, es kommt zur weiteren Eskalation rechtsextremer Gewalt.

2029

 

EU-Beamtin in Brüssel

„Die Entwicklungen in Sachsen-Anhalt sind für uns ein Warnsignal. Eine gewählte Regierung hebelt Stück für Stück demokratische Standards aus. Aber auf EU-Ebene haben wir nur begrenzte Eingriffsmöglichkeiten, solange formell keine Rechtsverstöße vorliegen. Unser Spielraum beginnt dort, wo der Bund handelt, der aber aktuell schweigt. Vor der Landtagswahl im September 2026 hätte die Bundes- als auch die damalige Landesregierung noch demokratische Institutionen besser absichern können, wie von vielen Expert*innen angemahnt. Das wurde leider versäumt.“

Foto: Vitaly Gariev via Unsplash

2029

 

Ministerpräsident a. D.

„Ich verstehe bis heute nicht, wie eine Partei, die maßgeblich von einer westdeutschen Elite gebildet wurde, ausgerechnet in Ostdeutschland solche Erfolge erzielen kann. Ich frage mich, was hätten wir damals anders machen müssen, damit die Partei nie so groß geworden wäre. Sie ist nicht konservativ und war es nie. Den himmelweiten Unterschied zwischen konservativ-demokratisch und rechtsextrem hätten wir viel stärker betonen müssen, unseren Markenkern besser herausstellen und uns nicht ständig die Agenda von ihnen bestimmen lassen.“

Foto: Helen Cramer via Unsplash

März 2029

 

Bundestagswahl (mögliches Ergebnis)

Die AfD wird bundesweit stärkste Kraft (29 %), in Sachsen-Anhalt mit über 40 %. Die CDU-Liste wurde in Sachsen-Anhalt für die Bundestagswahl wegen vermeintlicher Formfehler zunächst von der Wahl ausgeschlossen. Erst auf der Grundlage eines Urteils im Eilverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht werden die Kandidierenden noch zugelassen.

2029

 

Führender Vertreter der katholischen Landeskirche in Sachsen-Anhalt

„Wir haben schon zu Zeiten, als die AfD noch in der Opposition war, vor ihrem aggressiv auftretenden, kirchenfeindlichen Gebaren gewarnt. Viele sagten mir damals, so schlimm wird es nicht kommen, jedenfalls nicht für die Katholische Kirche. Das sagt jetzt keiner mehr. Alles, was sie jetzt umsetzen, haben sie vorher angekündigt. Alle hätten gewarnt sein müssen.“

Foto: Marek Studzinski via Unsplash

Risiko: Strahlkraft auf den Bund

Sachsen-Anhalt würde zur Blaupause autoritärer Politik und diente dazu, Rechtsextreme an der Macht zu normalisieren. Die AfD präsentierte das Land als Beweis, dass ein nationalistisch-autoritäres Modell funktioniere, und würde es unabhängigen Beobachter*innen schwer machen, dies zu prüfen. Die Wähler*innen anderer Bundesländer könnten diesen Erzählungen folgen, sofern es keinen entschiedenen Widerspruch gäbe.

Dieses Szenario kann eine Warnung sein – und eine Anregung, jetzt zu handeln. Denn Demokratie ist nicht nur ein System. Sie ist gelebter Alltag – in den demokratischen Debatten und Verfahren, als Teilhabe und Schutz für Minderheiten und durch den Schutz der freiheitlichen Grundrechte aller Menschen. Sie dient damit real dem Schutz des freien, gleichwertigen Lebens für alle.

Was hier beschrieben wird, ist kein autoritäres Regime im klassischen Sinn. Es ist eine systematische Erosion demokratischer Institutionen und ihrer Legitimität, von rechtsstaatlichen Verfahren und der Gewaltenteilung, demokratischer Debatten und Öffentlichkeiten, abgesichert durch Ressourcenumverteilung, normalisiert durch rhetorische Verschiebung. Der AfD geht es um eine Nationalisierung der Massen und aller gesellschaftlichen Sphären

Was fehlt:
Ein institutioneller Schutzrahmen für die Demokratie.

Autoritäre Tendenzen wachsen im Schatten der Gewöhnung.  Sie beginnen, wie gezeigt, schleichend. Eine Regierung, die demokratische Spielregeln verschiebt und abschafft, setzt nicht nur auf Macht, sondern auf das Schweigen ihrer Umgebung. Doch Demokratien sind nicht schutzlos. Sie verfügen über Institutionen, Gesetze und eine engagierte Zivilgesellschaft. Die aktuelle Herausforderung ist jedoch: Werden diese Schutzmechanismen noch rechtzeitig aktiviert?

1. Verfassungsgericht und Bundesinstitutionen stärken

Rechtsextreme Regierungen versuchen häufig, die Gewaltenteilung auszuhöhlen, etwa durch gezielte Einflussnahme auf die Justiz. Ein wichtiger Schritt ist dabei die Besetzung der Richter*innen-Posten. Umso wichtiger ist es, verfassungsrechtliche Wege frühzeitig zu nutzen und zu verteidigen. [weiterlesen]
  • Frühe Anrufungen der Verfassungsgerichte: Rechtswissenschaftler*innen, Parlamente, zivilgesellschaftliche Akteur*innen und sogar Einzelpersonen können Landes- und Bundesverfassungsgerichte anrufen, sobald demokratische Leitplanken wie die Wissenschafts-, Presse- oder Meinungsfreiheit unter Druck geraten. Präventive Klagen gegen undemokratische Gesetzesinitiativen schaffen Rechtsklarheit und geben der Öffentlichkeit Orientierung.
  • Das Bundesverfassungsgericht als föderale Schutzinstanz: Wenn ein Bundesland, wie in unserem Szenario Sachsen-Anhalt, verfassungswidrige Regeln einführt, darf das nicht als „Landesangelegenheit“ abgetan werden. Der Bund muss bereit sein, sofort Karlsruhe aktiv einzuschalten, um die Verfassungen in allen Bundesländern zu sichern. 
  • Unabhängigkeit der Verwaltungsgerichte sichern: Verwaltungsgerichte sind die erste juristische Instanz gegen verfassungswidriges Verwaltungshandeln, etwa gegen ideologisch motivierte Personalentscheidungen im Bildungsbereich. Ihre Funktionsfähigkeit ist existenziell. Eine Bundesregelung zur Sicherung administrativer Unabhängigkeit könnte helfen, systemwidrige Eingriffe zu verhindern.
  • Was bereits geschieht: In Sachsen-Anhalt bringen alle demokratischen Parteien im März 2026 eine Parlamentsreform auf den Weg. Sie soll auch Gerichte schützen: Geändert wird etwa das Verfahren der Wahl der Richter am Landesverfassungsgericht und die Stärkung des Landesverfassungsgerichtes selbst, damit dessen Struktur dann nicht mehr mit einfacher parlamentarischer Mehrheit verändert werden kann.
2. Im Parlament

Demokratische Allianzen aktivieren: Keine taktischen Spiele mit autoritären und rechtsextremen Kräften. Klare demokratische Mehrheiten jenseits der AfD aktiv organisieren. [weiterlesen]
  • Verfahren sichern: Geschäftsordnungen in Parlamenten und Ausschüssen auf Lücken prüfen und vor strategischem Missbrauch schützen.
  • Inhalte statt Angst: Eigene Programmatik mutig in den Vordergrund stellen. Mit selbstbewussten Zukunftsvisionen, die sich in Ton und Haltung klar von der AfD abgrenzen.
  • Was bereits geschieht: Im parlamentarischen Betrieb soll durch die Parlamentsreform die Wahl des Landtagspräsidenten oder der Landtagspräsidentin verändert werden: Wenn die vorgeschlagene Person der stärksten Fraktion keine Mehrheit erhält, sollen auch die anderen Fraktionen Vorschläge für Kandidat*innen machen können.
3. Für die Landes- und Bundesverwaltung

Beamt*innenrecht muss konsequent angewandt werden: Wer sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennt und sich für demokratische Werte einsetzt, verdient Schutz. Eindeutig rechtsextreme Bedienstete, die somit ihrer Treuepflicht zum Grundgesetz nicht nachkommen, sollten aus dem Staatsdienst entfernt werden. [weiterlesen]
  • Schlüsselstellen stärken: Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte, Demokratieförderung und Fachstellen gegen Rechtsextremismus brauchen rechtliche und strukturelle Sicherheit.
  • Frühwarnsysteme aufbauen: Monitoring gegen Desinformationskampagnen und rechtsextreme Unterwanderung strukturell verankern.
4. Zivilgesellschaft absichern

Rechtsextreme Regierungen unterbrechen als einen der ersten Schritte oft die Förderung für zivilgesellschaftliche Träger, etwa in den Bereichen politische Bildung, Gleichstellung oder Antidiskriminierung. Wer die Zivilgesellschaft schwächt, schwächt die Demokratie selbst. [weiterlesen]
  • Bundesförderung entkoppeln: Initiativen der politischen Bildung, Demokratieförderung oder Menschenrechtsarbeit dürfen nicht mehr allein von der Landespolitik abhängig sein. Eine „Demokratieförderungsgesetzgebung“ auf Bundesebene muss sichere, unabhängige Strukturen schaffen. Am besten mit direkter Antragsmöglichkeit bei Bundesstellen.
  • Schutzfonds für gefährdete Träger: Wenn Träger systematisch unter Druck geraten, etwa durch den Entzug ihrer Gemeinnützigkeit oder die Kündigungen von Mietverträgen bei kommunalen Räumen, braucht es einen unbürokratischen Notfallfonds zur finanziellen und rechtlichen Stützung dieser Akteur*innen.
  • Verlegung des Vereinssitzes ermöglichen: Um gezielte staatliche Einschüchterung zu vermeiden, könnten besonders gefährdete Vereine aus Sachsen-Anhalt als Reaktion auf potenziell missbräuchliche Eingriffe durch Landesbehörden ihren Vereinssitz in andere Bundesländer verlegen. 
  • Verbindung statt Vereinzelung: Stärkung überregionaler Netzwerke, besonders im ländlichen Raum. Es braucht hier Austausch, Kooperationen und geteilte Öffentlichkeit.

Demokratie ist kein abstraktes Ideal, sondern sollte als Alltagserfahrung und konkretes Versprechen erlebbar sein: auf Mitsprache, Würde, Toleranz und Vielfalt für alle. Demokratie muss in der Schule erlebt, nach Feierabend debattiert, im Ehrenamt verteidigt und durch das Gesetz geschützt werden.

Wichtig ist jetzt zu erkennen: Demokratie ist nicht selbstverständlich und verteidigt sich nicht von selbst. Es braucht Menschen, Strukturen, Gesetzgebung und vor allem den Willen zur konsequenten Verteidigung durch die demokratischen Kräfte. Denn was wir heute dafür schaffen, entscheidet darüber, was morgen noch möglich ist.

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