Szenario: Sachsen-Anhalt in den Händen der AfD
Szenario: Sachsen-Anhalt in den Händen der AfD
Was passiert, wenn die AfD ein Bundesland regiert – nicht nur in Fundamentalopposition, sondern mit tatsächlicher programmatischer Gestaltungsmacht?
Diese Frage ist kein theoretisches Gedankenspiel mehr. Seit die AfD in Sachsen-Anhalt bei den Bundestagswahlen im Land mit 37,1 % mit Abstand die stärkste politische Kraft geworden ist und die CDU mit 19,2 % auf den zweiten Platz verdrängt hat, müssen wir uns mit der Gefahr einer Machtübernahme durch die AfD ernsthaft auseinandersetzen.
Dieses Szenario tut genau das: nüchtern, faktenbasiert und sensibel für zivilgesellschaftliches Engagement. Es entwirft ein realistisches Szenario auf Grundlage der bekannten Positionen, politischen Ziele und bisherigen Aussagen der AfD sowie vergleichbarer Entwicklungen in Europa und den USA.
Es ist aber nicht so, dass die AfD nach der Landtagswahl auf jeden Fall regieren wird, auch wenn sie selbst gern diesen Eindruck erwecken will. Das Szenario beschreibt eine mögliche Entwicklung und soll dazu dienen, von Sachsen-Anhalt ausgehend eine bundesweite Debatte zu unterstützen, was Politik und Zivilgesellschaft im Vorfeld einer rechtsextremen Regierungsübernahme tun sollten.
Ein Prüfstein für die Wehrhaftigkeit der Demokratie
Die nächsten Jahre werden für die Demokratie in Deutschland entscheidend sein. Sachsen-Anhalt steht dabei an einer neuralgischen Stelle: als mögliches Modell für andere Bundesländer, aber auch als Prüfstein für die Wehrhaftigkeit unserer demokratischen Ordnung, der demokratischen Parteien und der Zivilgesellschaft. Diese Publikation will einen Beitrag leisten, damit wir politisch, zivilgesellschaftlich und rechtlich vorbereitet sind.
Denn Demokratien scheitern in erster Linie nicht daran, dass autoritäre Kräfte gewinnen. Sie scheitern dann, wenn Demokrat*innen nicht mehr widersprechen, vor lauter alltäglichen Zumutungen, wenn sie die autoritären Verschärfungen und rechtsextremen Hegemonien nur noch beobachtend zur Kenntnis nehmen, wenn sie auf die zentralen Herausforderungen keine befriedigenden Antworten haben und wenn sie schon bei den letzten Wahlen nur gewählt worden sind, „um Schlimmeres zu verhindern“.

Herausforderungen in Sachsen-Anhalt
Demografische und soziale Herausforderungen
Sachsen-Anhalt ist an Herausforderungen nicht arm und beispielsweise in besonderem Maße von den Effekten des demografischen Wandels betroffen. [weiterlesen]
Prognosen zufolge wird die Bevölkerungszahl bis 2040 signifikant sinken, insbesondere im ländlichen Raum. Bereits heute ist ein fortschreitender Abbau sozialer Infrastruktur zu beobachten: Schul- und Kitaschließungen, der Wegfall medizinischer Versorgungsangebote und sozialräumlich relevanter Einrichtungen wie Dorfgasthäusern oder Vereinsheimen. Diese Entwicklung begünstigt nicht nur räumliche und soziale Segregation, sondern verstärkt auch das Gefühl politischer Marginalisierung in peripheren Regionen.
Begleitend dazu ist eine Erosion des vorpolitischen Raums festzustellen. Demokratische Parteien sind in vielen Regionen nur punktuell sichtbar, meist zu Wahlkampfzeiten. Politische Bildung, Teilhabeformate und zivilgesellschaftliche Infrastrukturen haben unter der Pandemie gelitten und konnten in vielen Regionen bislang nicht wieder etabliert werden. Besonders stark betroffen ist die sogenannte „Corona-Generation“ (Jahrgänge 2001 bis 2014), die in ihrer Entwicklungsphase unter sozialer Isolation, Bildungsunterbrechungen und dem Wegfall stabilisierender Angebote gelitten hat.
Gründe für die Stärke der AfD
Die soziale und demografische Lage hat in Teilen des Landes zu einer tiefgreifenden Parteien- und Demokratieverdrossenheit geführt. [weiterlesen]
Diese äußert sich nicht nur in Wahlenthaltung, sondern auch in der Offenheit gegenüber antidemokratischen Angeboten. Sachsen-Anhalt ist seit langem einer der zentralen Hotspots des strukturell verankerten Rechtsextremismus in Deutschland. Rechtsextreme Strukturen, darunter die „Menschenpark Veranstaltungs UG“ und „Metapolitik Verlags UG“ (firmierte bis 2024 unter dem Namen „Institut für Staatspolitik“) oder identitäre Strukturen und Siedlungsprojekte der „Anastasia“-Bewegung nutzen gezielt jene Regionen, in denen sich staatliche und zivilgesellschaftliche Präsenz zurückgezogen hat. Hinzu kommt eine politisch-strategische Herausforderung:
Demokratische Parteien vermitteln in der Öffentlichkeit häufig den Eindruck, dass von einer anderen demokratischen Partei die größte Gefahr ausgehe und nicht von den Feinden der Demokratie. Hierbei bedienen sie sich – bewusst oder unbewusst – viel zu häufig rechtsextremer Untergangs-Narrative. Dadurch verfestigt sich der Eindruck einer dysfunktionalen politischen Klasse, die interne Konflikte über die gemeinsame Verteidigung demokratischer Institutionen stellt. Dies untergräbt die Glaubwürdigkeit der Demokratie insgesamt – und kommt der AfD zugute, die sich als „Systemopposition“ gegen die „Kartellparteien“, die alle das Gleiche wollen, inszenieren kann.
Bis zum Jahr 2040 wird die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner im Land im Vergleich zum 31.12.2022 von 2.150.239 um 15,0 % auf 1.828.040 Personen sinken.
Vgl.: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt: Bevölkerungsvorausberechnung bis zum Jahr 2040 und Haushalteprognose
Die AfD in Sachsen-Anhalt
Wer verstehen will, was eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt umsetzen würde, muss ihre Programme, ihre parlamentarischen Anfragen und Anträge sowie öffentliche Äußerungen in Sachsen-Anhalt und auf Bundesebene ernst nehmen. Sie enthalten keine Leerformeln, sondern eine klare ideologische Agenda, die nationalistisch, völkisch und rechtsextrem gefärbt ist. Das sogenannte „Regierungsprogramm“ zur Landtagswahl ist am 12. April 2026 verabschiedet worden.
Der Landesverband mit rund 2.000 Mitgliedern ist vom Verfassungsschutz seit November 2023 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft worden, da dieser von rassistischer Ideologie durchdrungen sei und die parlamentarische Demokratie in der jetzigen Form abschaffen wolle. Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt gilt in der Bundespartei als dominiert vom sogenannten „Flügel“, der mittlerweile formal aufgelöst worden ist, ohne dass Personen die Partei verlassen hätten.
Der „Flügel“ pflegte enge Beziehungen zu Gruppen wie der rechtsextremen Identitären Bewegung und zum rechtsextrem-verschwörungsideologischen „Compact“-Magazin. In der Praxis bestünde mit einer Machtübernahme des AfD-Landesverbandes eine erhebliche Gefahr für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit: Die AfD könnte demokratische Kontrolle unterlaufen, Minderheiten systematisch ausgrenzen und demokratische Akteur*innen gezielt angreifen.
Demokratie beginnt mit dem Ernstnehmen der Worte. Was in Parteiprogrammen steht, ist nicht bloße Rhetorik. Es ist der Fahrplan der AfD.
Die AfD verfolgt eine politische Agenda, die auf nationale Homogenität, kulturelle Exklusion und autoritäre Staatsführung hinausläuft. In Sachsen-Anhalt hätte sie als Landesregierung erstmals die Gelegenheit, diese Programmatik konkret umzusetzen – schlimmstenfalls mit weitreichenden, fatalen Folgen für Land und Bund.
Sachsen-Anhalt steht vor einer Zäsur
Dies alles kann in Sachsen-Anhalt im Jahr 2026 zu einer politischen Zäsur führen. Die Prämisse dieses Szenarios, orientiert sich an dem Zweitstimmenergebnis der Bundestagswahl 2025 und aktuellen Wahlumfragen für Sachsen-Anhalt. Dies wäre eine vorstellbare Entwicklung:
Die AfD erzielt 39,1 % der Stimmen und wird erstmals stärkste Kraft im Bundesland. Die CDU erreicht mit 25 % ein schlechtes Ergebnis. Möglich wurde dieses Wahlergebnis durch die strategische Vorbereitung der AfD und ihren frühzeitig begonnenen Dauerwahlkampf.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW; ab Oktober 2026 umbenannt in: Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft) zieht mit einer geringen Prozentzahl in den Landtag ein. Die SPD verliert moderat, Die Linke bleibt im Landtag, die Grünen und die FDP scheitern an der Fünfprozenthürde.

Die Folge: Damit wäre es der AfD möglich, die Alleinregierung zu übernehmen.
Das Szenario nach der Landtagswahl:
Die CDU lehnt unter Führung des amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze eine Zusammenarbeit mit der AfD weiterhin ab. Nach wochenlangem Streit über eine Zusammenarbeit mit der AfD zerbricht die BSW-Fraktion. Mehrere Fraktionsmitglieder treten aus dem BSW aus. Einige ehemalige BSW-Fraktionsmitglieder treten der AfD bei, andere unterstützen als fraktionslose Mitglieder des Landtages die Bildung einer AfD-Alleinregierung.
Die neue Landesregierung reklamiert für sich, den „Willen des Volkes“ umzusetzen. Ministerpräsident wird der bisherige AfD-Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und somit ein Politiker aus einem der radikalsten AfD-Landesverbände bundesweit sowie ideologisch ein gefestigter Rechtsextremer.
Wenn rechtsextreme Politik Realität wird : 3 mögliche Angriffsebenen, einer AfD Landesregierung
Drei Schauplätze des Umbruchs wären politische Institutionen, Zivilgesellschaft und Verwaltung. Das folgende Szenario zeigt nicht nur eine Regierung mit anderem Personal, sondern ein anderes Verständnis von Staat, Demokratie, Gesellschaft und Gewaltenteilung. Wenn die AfD in Sachsen-Anhalt regiert, würde sich die politische Kultur tiefgreifend verändern – denkbar wäre:
1. Angriffe auf demokratische Verfahren und Institutionen [weiterlesen]
„Die AfD Sachsen-Anhalt strebt die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie in ihrer derzeitigen Form an und richtet sich somit gegen das Demokratieprinzip aus Art. 20 Abs. 1 GG.“
Quelle: Landesamt für Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt
Die AfD könnte ihre Position nutzen, um parlamentarische Verfahren auszuhebeln, Gesetzesentwürfe im Eilverfahren einzubringen, Debattenzeiten zu verkürzen und Änderungsanträge der Opposition systematisch abzulehnen. Der Landtag würde de facto an Bedeutung verlieren.
Landesverfassungsorgane könnten politisch instrumentalisiert werden, etwa durch Neubesetzungen im Landesrechnungshof oder durch den Umbau des Landesverfassungsgerichts. Kritik am Regierungshandeln könnte als ’staatsfeindlich‘ diffamiert werden.
Infolgedessen sänke das Vertrauen in demokratische Verfahren, besonders bei jungen Menschen bundesweit. Demokratie und Bürgerbeteiligung würden nicht mehr als Mitbestimmung gelebt, sondern nur noch als Petitionsmöglichkeit wahrgenommen.
2. Zivilgesellschaft im Ausnahmezustand [weiterlesen]
2027 könnten die Fördermittel für Projekte gegen Rechtsextremismus, Rassismus oder Antisemitismus gestrichen werden. Jugendclubs, Gedenkstätten, Beratungsstellen und Kulturprojekte wären betroffen und müssten vielfach schließen. Auch die Bundesprogramme für Demokratieförderung könnten keine Mittel mehr auszahlen, wenn den meisten Trägern in Sachsen-Anhalt die Gemeinnützigkeit aberkannt wird – etwa wegen fehlender parteipolitischer Neutralität, wie sie durch einen Erlass eines AfD-Finanzministeriums gefordert werden könnte, oder durch die Nennung als linksextremistisch in einer Sonderauswertung des Verfassungsschutzes. Allerdings könnten die Träger vor dem Finanzgericht gegen den Entzug der Gemeinnützigkeit klagen, wenn sie genug Ressourcen haben, um als Organisation bis zum Ende des Verfahrens zu existieren.
Ehrenamtliche könnten öffentlich diffamiert werden – viele könnten mit Rückzug reagieren. Engagement würde wegen der vielen Angriffe immer riskanter. Auch städtische Räume böten keine Rückzugsmöglichkeiten mehr für demokratisches Engagement.
Besonders betroffen wären Jugendliche. Demokratiebildung an Schulen würde ersetzt durch „Heimatkunde“. Jugendprojekte könnten ihre Trägerstrukturen verlieren, offene Räume geschlossen werden– es sei denn, sie treten fortan mit einer „patriotischen Grundhaltung“ auf. Rechtsextreme Gruppen könnten die weggefallenen Angebote ersetzen und dafür erstmals staatliche Förderung erhalten. Jugendliche, die sich demokratisch engagieren oder schlicht nicht ins propagierte, traditionell-patriotische Rollenbild passen, gerieten ins Visier. Es entstünde eine junge Generation, die politisch manipuliert und eingeschüchtert aufwächst. Sehr viele Jugendliche und ihre Eltern könnten deshalb das Bundesland verlassen.
3. Verwaltung im Würgegriff der Ideologie [weiterlesen]
Ministerien könnten nicht mehr fachlich, sondern politisch besetzt werden. Beamte könnten angehalten werden, auch öffentlich Loyalität zur AfD zu zeigen. Das wäre zwar rechtswidrig, aber möglich. In der Verwaltung und im öffentlichen Dienst könnte es zu einem massiven Stellenabbau kommen. Polizei- und weitere Beschwerdestellen sowie Kontrollinstanzen könnten abgeschafft oder minimiert werden, die Sicherheitsbehörden könnten auf Migrationskontrolle, Abschiebungen und die Bekämpfung des Linksextremismus konzentriert werden. Die Landesregierung könnte politischen und finanziellen Druck auf Landkreise und Landräte ausüben, falls diese sich wehren wollen.
Die Folge: Fachkräfte würden die Verwaltung und das Bundesland verlassen. Expertise würde durch linientreue Kontrolle ersetzt.
Annahmen des Sachsen-Anhalt-Szenarios



Die Bundesregierung ist im September 2026 weiterhin nicht von der AfD geführt. Das Grundgesetz gilt weiterhin uneingeschränkt, die Bundesregierung hat aber fast gar keine Einflussmöglichkeiten in den Bundesländern.
Die AfD nutzt ihre Regierungsmacht strategisch, mit Fokus auf Machtausbau, Symbolpolitik und kulturelle Hegemonie.
Die Medienlandschaft und die Zivilgesellschaft im Land sind anfangs noch pluralistisch, aber erheblich unter Druck.

Die Landesverfassung Sachsen-Anhalts bleibt formal in Kraft, wird aber politisch ausgereizt. Dies geschah beispielsweise in Polen oder Ungarn nach der Machtübernahme autoritärer Regierungen. Durch die Änderung einfacher Gesetze in Landeszuständigkeit, etwa im Schulbereich, Justizwesen, bei Medien oder Polizei, wurde die autoritäre Verschiebung normalisiert und gesichert.

Das Bundesverfassungsgericht setzt aufgrund einzelner Verfassungsbeschwerden punktuell Grenzen, etwa bei Versammlungsverboten. Für Normenkontrollverfahren oder Kontrollverfahren wegen der Verletzung föderaler Pflichten finden sich keine politischen Mehrheiten im Bundestag, in der Bundesregierung oder in den Ländern.

Rechtsextreme Gewalt eskaliert weiter und wird nicht mehr systematisch eingehegt und strafverfolgt.
Quelle Icons: www.flaticon.com
Zeitstrahl: Ein politisches Szenario für Sachsen-Anhalt unter einer AfD-Regierung
Diese Chronologie beschreibt eine mögliche Entwicklung von der Landtagswahl im September 2026 bis zur Bundestagswahl 2029. Sie zeigt, wie sich eine AfD-geführte Landesregierung entfalten könnte.
2026
Risiko: Manipulation der Öffentlichkeit
Eine AfD-Regierung würde die Öffentlichkeit ähnlich transformieren wie es unter Donald Trump in den USA geschieht. Die Trump-Administration etablierte eine „Parallel‑Informationsstruktur“ über ein eigenes Office of Digital Strategy: Influencer, Memes und gezielte Social‑Media‑Posts dienten dazu, klassische Medien auszubooten. Staatsnahe Akteur*innen nutzen Social Bots und gefälschte Accounts, um Debatten zu dominieren. Desinformation wird gezielt eingesetzt. Eine AfD-Regierung würde solche Konzepte zu adaptieren versuchen: KI‑gestützte Bot‑Netze, automatisierte Kommentarsteuerung, synthetisch erzeugte Stimmen und Fake‑Profile sowie Deep-Fake-Darstellungen, um Angst vor Asylsuchenden zu schüren, Betroffene rechter Gewalt und die politische Opposition einzuschüchtern sowie kritische Stimmen medial zu marginalisieren.
Foto: Florian Klauer via Unsplash
Risiko: Völkische Zuspitzung
Eine AfD-Regierung könnte auf permanente Mobilisierung ihrer Anhänger*innen setzen. Sprachliche Feindbilder („Asylterroristen“, „Volksschädlinge“, „Systempresse“) schaffen ein Klima des Misstrauens. Minderheiten, Engagierte und Andersdenkende erleben Einschüchterung. Gerade im ländlichen Raum wüchse die Angst vor Denunziation und vor der Bedrohung sogenannter „Hausbesuche“ durch Rechtsextreme. Mittel der Polarisierung und des permanenten Kulturkampfes würden auch der Ablenkung davon dienen, dass die AfD-Landesregierung für zentrale gesellschaftliche Probleme keine Lösungskonzepte hat.
Foto: Matteo Bellia via Unsplash
2027
Risiko: Zerschlagung der Zivilgesellschaft
Die AfD würde die demokratische Zivilgesellschaft als tragende Säule der liberalen Demokratie angreifen. Sie wähnt die liberale Demokratie bereits jetzt kurz vor dem ersehnten Fall, oder wie es AfD-Hardliner Björn Höcke in einem Interview ausdrückte: „Historisch gesehen erleben wir die finalen Krisen eines abgewirtschafteten Systems“. Damit das System aber falle, müsse nachgeholfen werden. Mit dem Entzug öffentlicher Mittel und der Diskreditierung alternativer und kritischer Projekte würde ein zentraler Pfeiler demokratischer Resilienz geschwächt. Räume für soziale Begegnung, in denen Teilhabe und demokratischer Austausch erprobt und gelernt werden können, verschwänden – besonders dort, wo sie am nötigsten gebraucht würden. Widerspruch gegen das AfD-Regierungshandeln könnte als „volksfeindlich“ diffamiert werden. Die öffentlichen Mittel, die bei demokratischen Projekten gespart würden, könnten rechtsextremen Vereinen zugutekommen, die die Normalisierung antidemokratischer Ideologie auch im vorpolitischen Raum vorantreiben.
Tipps für die Zivilgesellschaft
1. An Netzwerken arbeiten [weiterlesen]
- Gesprächskanäle und Kommunikation mit demokratischen Parteien aufrechterhalten und ausbauen, falls bisherige Partner wegfallen.
- Brain-Drain vorbeugen: Wie lässt sich Wissen speichern und vermitteln, falls einzelne (neuralgische) Personen ausfallen?
- Niedrigschwellige Angebote für (Mikro-)Engagement schaffen, wie das Informieren über Newsletter, das Teilen von Faktenchecks und Argumentations-Hacks, Aktionen wie Aufkleber, Briefkasten- oder Gartenzaun-Statements für Demokratie, die Unterstützung demokratischer lokaler Buchläden, Cafés oder Kulturzentren, Mikro-Spenden oder Raum- und Reichweiten-Spenden an demokratische Initiativen.
- Niedrigschwellige Unterstützungsangebote schaffen, wie Hilfetelefone, Clearingstellen, aufsuchende Unterstützung lokaler Initiativen durch Workshops und Gelder.
- Engagement lokal und regional vernetzen, damit Engagierte sich nicht alleine fühlen, voneinander wissen und sich gegenseitig stärken.
- Möglichst breite gesellschaftliche Allianzen schmieden etwa aus Vereinen, Verbänden, Kirchen, demokratischen Parteien und Unternehmen, die nicht mit Rechtsextremen zusammenarbeiten.
2. Demokratieorte als Räume für Schutz und Partizipation schaffen, etablieren und schützen [weiterlesen]
- Geschützte Räume schaffen Resilienz gegen Ohnmacht, Hetze und Agitation und die Möglichkeit, Engagement für Demokratie zu organisieren.
- Deshalb: Jetzt Immobilien und Räume – gerade im ländlichen Raum – für Demokratieprojekte und lokale Initiativen zur Verfügung stellen: Für Treffen, Mittagstische, Jugendtreffs, Kulturveranstaltungen, Workshops. Alternativ: Bürgschaften für Kredite übernehmen.
- Für diese Räume entsprechende Schutzkonzepte entwickeln, weil sie als Symbolorte angegriffen werden können.
- Nachbarschaften zusammenbringen und den vorpolitischen Raum nutzen.
3. Nachhaltige und staatsunabhängige Finanzierung von Demokratieprojekten [weiterlesen]
- Solidarische Partnerschaften zwischen Vereinen und Initiativen zwischen Bundesländern, Regionen, Ost- und Westdeutschland organisieren und bilden und damit die Arbeit vor Ort in Sachsen-Anhalt sichern.
- Unternehmen mit konkreten (Sach-)Forderungen ansprechen, etwa nach Plakatdruck, Räumlichkeiten, logistischer oder digitaler Unterstützung.
4. Schutzkonzepte aufstellen, zugänglich machen, verbessern [weiterlesen]
- Wenn die AfD stärker wird, ist mehr Schutz vor rechtsextremer Gewalt sinnvoll, weil sich rechtsextreme Gruppen ermutigt fühlen könnten.
- Bauliche und physische Sicherheit herstellen, etwa über Zutrittskontrollen und Barrieren.
- Digitale Sicherheit sowohl für die IT-Infrastruktur (etwa Zwei-Faktor-Authentifizierung und Website-Backend) als auch Doxing-Prävention für Mitarbeitende und Engagierte (etwa so wenig Namen und Telefonnummern wie nötig).
- Rechtliche und administrative Vorsorge wie aktuelles Hausrecht bei Veranstaltungen, rechtssicheres Impressum auf der Website, ansprechbarer Anwalt, falls zivilrechtliche Schritte wie Unterlassungserklärungen oder Gewaltschutzanordnungen nötig werden.
- Soziale Solidarität organisieren, wie guter Kontakt zur lokalen Polizeidienststelle, Nachbarschaft und Vermieter*innen sensibilisieren.
5. Unabhängige Gegenöffentlichkeit herstellen [weiterlesen]
- Gemeinnützige demokratische Lokal-Redaktions-Modelle durch unabhängige Förderfonds absichern.
- Ob mit einer Website oder Social-Media-Kanälen im Internet oder im Zeitungs-, Fanzine- oder Flyer-Format: Gegebenenfalls ehrenamtlich sicherstellen, dass unabhängige lokale Informationen weiter zur Verfügung stehen.
6. Demokratische Bundesländer in die Verantwortung nehmen [weiterlesen]
Das föderale System ist keine Ausrede zur Untätigkeit, sondern kann zur Schutzarchitektur der Demokratie werden, wenn Bundesländer mit klarer Haltung agieren.
- Koalition demokratischer Bundesländer: Ein „Bündnis föderaler Demokratie“ zwischen Bundesländern kann gezielt politisch intervenieren, wenn in einem Land verfassungswidrige Tendenzen erkennbar werden. Dazu gehören gemeinsame Erklärungen, Unterstützungsprogramme, im Zweifel auch juristische Schritte.
- Verstärkerprogramme für politische Bildung in gefährdeten Regionen: Der Demokratieabbau beginnt oft da, wo Wissen fehlt oder Menschen misstrauisch gemacht wurden. Eine gezielte Ausweitung bundesländerübergreifender Bildungs- und Beteiligungsangebote, etwa für Schulen, Jugendzentren oder im Ehrenamt, ist essenziell, um Leerstellen nicht rechtsextremen Deutungen zu überlassen.
- Austausch- und Solidaritätsnetzwerke: Bildungseinrichtungen, NGOs und journalistische Fachkräfte aus ost- und westdeutschen Bundesländern könnten gezielt vernetzt werden, etwa durch Partnerschaften oder Medienkooperationen. Solidarität wird schlagkräftig, wenn sie systematisch gefördert wird.
7. Die Öffentlichkeit stärken – bevor sie marginalisiert wird [weiterlesen]
Rechtsextreme Regierungen kontrollieren nicht zuerst die professionellen Medien. Im ersten Schritt delegitimieren sie diese als „Lügenpresse“, „Elitenpropaganda“ oder „Staatsfunk“. Danach folgt oft der Angriff auf die nicht-rechtsextreme Öffentlichkeit und den kritischen Diskurs, etwa durch eigene Propaganda-Portale oder Desinformationskampagnen, bis sich AfD-Positionen normalisieren und durchsetzen.
- Demokratische Medienvielfalt sichern: Lokaljournalismus ist oft die erste Stütze der demokratischen Öffentlichkeit vor Ort. Gemeinnützige demokratische Redaktionsmodelle, staatlich unabhängige Förderfonds und gezielte Ausbildungsprogramme für journalistischen Nachwuchs sollten ausgebaut werden.
- Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk stellt eine demokratische Berichterstattung nach journalistischen, evidenzbasierten Kriterien sicher. Er braucht Infrastruktur und Rückhalt. Was bereits geschieht: Die Parlamentsreform sieht vor, dass die Kündigung von Staatsverträgen, etwa des Medienstaatsvertrages, nur noch mit Zustimmung des Landtags möglich sein soll – bisher kann dies der oder die Ministerpräsident*in allein bestimmen.
- Politische Bildung: Die Demokratie von morgen braucht Räume der Debatte auch außerhalb des schulischen Klassenzimmers, etwa in Jugendzentren, Bibliotheken, Sportvereinen und Kulturhäusern. Politische Bildung muss langfristig gedacht und generationenübergreifend finanziert werden.
- Soziale Räume der demokratischen Interaktion ermöglichen: Wo autoritäres und rechtsextremes Denken sich ausbreitet, braucht es mehr als Kritik. Es braucht soziale Infrastrukturen, in denen sich kritischer Diskurs bilden und Gegenöffentlichkeit formieren kann, wo Solidarität organisiert und Protest geübt wird. Dorfgemeinschaftshäuser, Stadtteilzentren und Jugendclubs könnten bewusst als Plattformen für demokratische Kultur geöffnet und unterstützt werden.
- Kompetenzen gegen Manipulation stärken: Medien- und Informationskompetenz müssen Teil der Demokratiebildung werden – für junge und ältere Zielgruppen.
Was bisher bereits geschieht: Durch eine Parlamentsreform soll die Landeszentrale für politische Bildung über eine Änderung des Erwachsenenbildungsgesetzes abgesichert werden.
Risiko: Ende der Bildungs-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit
Ideologisch motivierte Veränderungen der Lehrpläne, immer stärkere Eingriffe in die Hochschulautonomie und Einschränkung der Kunstfreiheit sowie der kulturellen Förderung würden Zukunftsbereiche gefährden. Den Anfang machte die Abschaffung von Gender-Studies, bald aber folgten Angriffe auf weitere unliebsame Studiengänge. Wissenschaftler*innen würden abwandern und Lücken hinterlassen, die zu weiterer gesellschaftlicher Erosion führten. Statt Bildung würden Kinder und Jugendliche in der Schule nur noch Indoktrination erleben. Kulturschaffende würden abhängig werden von der Gunst des Staates, was Auftrittsmöglichkeiten, inhaltliche Freiheit ihrer Arbeit oder Kulturförderung anginge.
Risiko: Rechtsextremer Gesellschaftsumbau
Die AfD kann rechtliche Graubereiche und strukturelle Schwächen nutzen, um demokratische Institutionen umzubauen. Parlamente verlören durch die rücksichtslose Schnelligkeit exekutiven Handelns massiv an Bedeutung, Kommunal-, Landes- und Verfassungsgerichte an Durchsetzungskraft, demokratische Medien an Zugang und Recherchemöglichkeiten. Bundesmittel aus Förderprogrammen würden nur noch an politisch loyale Kommunen und Landkreise weitergereicht. Der Schaden an der politischen Kultur wäre langfristig, auch über die Legislaturperiode hinaus.
2028
2029
Risiko: Strahlkraft auf den Bund
Sachsen-Anhalt würde zur Blaupause autoritärer Politik und diente dazu, Rechtsextreme an der Macht zu normalisieren. Die AfD präsentierte das Land als Beweis, dass ein nationalistisch-autoritäres Modell funktioniere, und würde es unabhängigen Beobachter*innen schwer machen, dies zu prüfen. Die Wähler*innen anderer Bundesländer könnten diesen Erzählungen folgen, sofern es keinen entschiedenen Widerspruch gäbe.
Foto: Paul Lovis Wagner / Campact (CC BY-NC 2.0)
Dieses Szenario kann eine Warnung sein – und eine Anregung, jetzt zu handeln. Denn Demokratie ist nicht nur ein System. Sie ist gelebter Alltag – in den demokratischen Debatten und Verfahren, als Teilhabe und Schutz für Minderheiten und durch den Schutz der freiheitlichen Grundrechte aller Menschen. Sie dient damit real dem Schutz des freien, gleichwertigen Lebens für alle.
Was hier beschrieben wird, ist kein autoritäres Regime im klassischen Sinn. Es ist eine systematische Erosion demokratischer Institutionen und ihrer Legitimität, von rechtsstaatlichen Verfahren und der Gewaltenteilung, demokratischer Debatten und Öffentlichkeiten, abgesichert durch Ressourcenumverteilung, normalisiert durch rhetorische Verschiebung. Der AfD geht es um eine Nationalisierung der Massen und aller gesellschaftlichen Sphären
Was fehlt:
Ein institutioneller Schutzrahmen für die Demokratie.
Ebenen der Verteidigung – Handlungsoptionen, bevor es zu spät ist
Autoritäre Tendenzen wachsen im Schatten der Gewöhnung. Sie beginnen, wie gezeigt, schleichend. Eine Regierung, die demokratische Spielregeln verschiebt und abschafft, setzt nicht nur auf Macht, sondern auf das Schweigen ihrer Umgebung. Doch Demokratien sind nicht schutzlos. Sie verfügen über Institutionen, Gesetze und eine engagierte Zivilgesellschaft. Die aktuelle Herausforderung ist jedoch: Werden diese Schutzmechanismen noch rechtzeitig aktiviert?
1. Verfassungsgericht und Bundesinstitutionen stärken
Rechtsextreme Regierungen versuchen häufig, die Gewaltenteilung auszuhöhlen, etwa durch gezielte Einflussnahme auf die Justiz. Ein wichtiger Schritt ist dabei die Besetzung der Richter*innen-Posten. Umso wichtiger ist es, verfassungsrechtliche Wege frühzeitig zu nutzen und zu verteidigen. [weiterlesen]
- Frühe Anrufungen der Verfassungsgerichte: Rechtswissenschaftler*innen, Parlamente, zivilgesellschaftliche Akteur*innen und sogar Einzelpersonen können Landes- und Bundesverfassungsgerichte anrufen, sobald demokratische Leitplanken wie die Wissenschafts-, Presse- oder Meinungsfreiheit unter Druck geraten. Präventive Klagen gegen undemokratische Gesetzesinitiativen schaffen Rechtsklarheit und geben der Öffentlichkeit Orientierung.
- Das Bundesverfassungsgericht als föderale Schutzinstanz: Wenn ein Bundesland, wie in unserem Szenario Sachsen-Anhalt, verfassungswidrige Regeln einführt, darf das nicht als „Landesangelegenheit“ abgetan werden. Der Bund muss bereit sein, sofort Karlsruhe aktiv einzuschalten, um die Verfassungen in allen Bundesländern zu sichern.
- Unabhängigkeit der Verwaltungsgerichte sichern: Verwaltungsgerichte sind die erste juristische Instanz gegen verfassungswidriges Verwaltungshandeln, etwa gegen ideologisch motivierte Personalentscheidungen im Bildungsbereich. Ihre Funktionsfähigkeit ist existenziell. Eine Bundesregelung zur Sicherung administrativer Unabhängigkeit könnte helfen, systemwidrige Eingriffe zu verhindern.
- Was bereits geschieht: In Sachsen-Anhalt bringen alle demokratischen Parteien im März 2026 eine Parlamentsreform auf den Weg. Sie soll auch Gerichte schützen: Geändert wird etwa das Verfahren der Wahl der Richter am Landesverfassungsgericht und die Stärkung des Landesverfassungsgerichtes selbst, damit dessen Struktur dann nicht mehr mit einfacher parlamentarischer Mehrheit verändert werden kann.
2. Im Parlament
Demokratische Allianzen aktivieren: Keine taktischen Spiele mit autoritären und rechtsextremen Kräften. Klare demokratische Mehrheiten jenseits der AfD aktiv organisieren. [weiterlesen]
- Verfahren sichern: Geschäftsordnungen in Parlamenten und Ausschüssen auf Lücken prüfen und vor strategischem Missbrauch schützen.
- Inhalte statt Angst: Eigene Programmatik mutig in den Vordergrund stellen. Mit selbstbewussten Zukunftsvisionen, die sich in Ton und Haltung klar von der AfD abgrenzen.
- Was bereits geschieht: Im parlamentarischen Betrieb soll durch die Parlamentsreform die Wahl des Landtagspräsidenten oder der Landtagspräsidentin verändert werden: Wenn die vorgeschlagene Person der stärksten Fraktion keine Mehrheit erhält, sollen auch die anderen Fraktionen Vorschläge für Kandidat*innen machen können.
3. Für die Landes- und Bundesverwaltung
Beamt*innenrecht muss konsequent angewandt werden: Wer sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennt und sich für demokratische Werte einsetzt, verdient Schutz. Eindeutig rechtsextreme Bedienstete, die somit ihrer Treuepflicht zum Grundgesetz nicht nachkommen, sollten aus dem Staatsdienst entfernt werden. [weiterlesen]
- Schlüsselstellen stärken: Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte, Demokratieförderung und Fachstellen gegen Rechtsextremismus brauchen rechtliche und strukturelle Sicherheit.
- Frühwarnsysteme aufbauen: Monitoring gegen Desinformationskampagnen und rechtsextreme Unterwanderung strukturell verankern.
4. Zivilgesellschaft absichern
Rechtsextreme Regierungen unterbrechen als einen der ersten Schritte oft die Förderung für zivilgesellschaftliche Träger, etwa in den Bereichen politische Bildung, Gleichstellung oder Antidiskriminierung. Wer die Zivilgesellschaft schwächt, schwächt die Demokratie selbst. [weiterlesen]
- Bundesförderung entkoppeln: Initiativen der politischen Bildung, Demokratieförderung oder Menschenrechtsarbeit dürfen nicht mehr allein von der Landespolitik abhängig sein. Eine „Demokratieförderungsgesetzgebung“ auf Bundesebene muss sichere, unabhängige Strukturen schaffen. Am besten mit direkter Antragsmöglichkeit bei Bundesstellen.
- Schutzfonds für gefährdete Träger: Wenn Träger systematisch unter Druck geraten, etwa durch den Entzug ihrer Gemeinnützigkeit oder die Kündigungen von Mietverträgen bei kommunalen Räumen, braucht es einen unbürokratischen Notfallfonds zur finanziellen und rechtlichen Stützung dieser Akteur*innen.
- Verlegung des Vereinssitzes ermöglichen: Um gezielte staatliche Einschüchterung zu vermeiden, könnten besonders gefährdete Vereine aus Sachsen-Anhalt als Reaktion auf potenziell missbräuchliche Eingriffe durch Landesbehörden ihren Vereinssitz in andere Bundesländer verlegen.
- Verbindung statt Vereinzelung: Stärkung überregionaler Netzwerke, besonders im ländlichen Raum. Es braucht hier Austausch, Kooperationen und geteilte Öffentlichkeit.
Was es jetzt braucht: Eine gelebte Demokratie, die für ihre Ideale und Werte wirbt
Demokratie ist kein abstraktes Ideal, sondern sollte als Alltagserfahrung und konkretes Versprechen erlebbar sein: auf Mitsprache, Würde, Toleranz und Vielfalt für alle. Demokratie muss in der Schule erlebt, nach Feierabend debattiert, im Ehrenamt verteidigt und durch das Gesetz geschützt werden.
Wichtig ist jetzt zu erkennen: Demokratie ist nicht selbstverständlich und verteidigt sich nicht von selbst. Es braucht Menschen, Strukturen, Gesetzgebung und vor allem den Willen zur konsequenten Verteidigung durch die demokratischen Kräfte. Denn was wir heute dafür schaffen, entscheidet darüber, was morgen noch möglich ist.






























