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Rechte Gewalt in Spandau

Spandau

Wasserlandschaften, Grünflächen und die Altstadt prägen das Bild des knapp 245.000 Einwohner*innen starken Bezirks Spandau. Doch auch hinter dieser romantischen Kulisse finden Menschenfeindlichkeit und Gewalt statt. Die Berliner Registerstelle erfasste für das Jahr 2019 95 rechtsextreme bzw. diskriminierende Vorfälle in Spandau, darunter 9 gewalttätige Angriffe. Für das Jahr 2020 wurden der Beratungsstelle ReachOut bisher ganze 15 rechte Gewalttaten bekannt. Bei diesen Zahlen ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, weil die erfassenden Stellen nicht von allen Fällen erfahren.

Während in allen anderen Berliner Stadtteilen Propagandadelikte den Großteil der erfassten Vorfälle ausmachen, ist dies bei Spandau nicht der Fall: Hier ist die Zahl der Beleidigungen und Bedrohungen am höchsten. In Spandau ist die Ursache rechter Gewalt weniger der Kampf von Rechtsextremen um räumliche Vorherrschaft, der mit Inszenierungen und gezielten Angriffen einhergeht. Hier schlagen vielmehr Ressentiments "normal" wirkender Bürger*innen um in Gewaltausbrüche, Drohungen oder Beleidigungen. Rassismus stellt bei den Vorfällen in Spandau kontinuierlich das häufigste Tatmotiv dar. In den letzten Jahren ist jedoch ein Anstieg an homo- und transfeindlicher Gewalt zu erkennen. Küsse in der Öffentlichkeit oder eine von Gendernormen abweichende Erscheinung führen zu unvermittelten Attacken durch Menschenfeinde. So ereignete es sich beispielsweise im Juli 2020 im Spandauer Ortsteil Haselhorst: Zwei Männer werden auf dem Weg nach Hause plötzlich und bereits zum wiederholten Male von einem 42-jährigen Mann körperlich angegriffen.

Das Register Spandau erfasst rechtsextreme und diskriminierende Vorfälle im Bezirk und veröffentlicht einen jährlichen Bericht: www.berliner-register.de/spandau

ReachOut betreut Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Berlin seit über 15 Jahren: www.reachoutberlin.de

Maneo berät Betroffene homo- und transfeindlicher Gewalt telefonisch und vor Ort: www.maneo.de/ueber-maneo/opferhilfe/beratung-und-hilfe.html.

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