Der Studientag fragt nach antijüdischen Lesarten biblischer Texte in deren Rezeptions- und Wirkungsgeschichte bis in die Gegenwart. Im Mittelpunkt stehen die Konstruktion eines Gegensatzes von Jesus und „den Juden“ sowie das falsche, aber wirkmächtige Stereotyp vom Judentum als „Gesetzesreligion“ gegenüber dem Christentum als „Erlösungsreligion“. Dass solche Deutungen exegetisch und historisch nicht haltbar sind, zeigt sich im Horizont neuerer Forschungen zu den Entstehungskontexten des frühen Christentums und zu Paulus. Gleichwohl bleiben diese Stereotype bis heute wirksam und anschlussfähig für antisemitische Argumentationsmuster. Deshalb werden religionspädagogische Konsequenzen für ein interreligiöses Lernen diskutiert, das für Antisemitismus sensibilisiert ist. Ziel ist eine historisch informierte, theologisch differenzierte und ethisch verantwortete Bibelauslegung, die anderen Religionen und nichtreligiösen Wirklichkeitsdeutungen mit Respekt, Differenzsensibilität und Dialogbereitschaft begegnet.
Referent*innen: Prof. Dr. Michael Bachmann, Prof. Dr. Ferdinand R. Prostmeier, Prof. Dr. Meinrad Walter, Prälat Dr. Marc Witzenbacher, Prof. Dr. Anni Hentschel, Prof. Dr. Eva Jenny Korneck, Prof. Dr. Axel Wiemer
Moderator*innen: Prof. Dr. Anni Hentschel, Prof. Dr. Eva Jenny Korneck, Prof. Dr. Axel Wiemer
Datum: 06.11.2026 (09.00 – 16.30 Uhr, Einlass 8:30 Uhr)
Ort: Evangelische Hochschule Freiburg, Bugginger Straße 38, 79114 Freiburg
Veranstalter*innen: Prof. Dr. Anni Hentschel, Prof. Dr. Eva Jenny Korneck, Prof. Dr. Axel Wiemer
Anmeldung (bis 20. Oktober): evajenny.korneck@eh-freiburg.de oder anni.hentschel@eh-freiburg.de
Eine Veranstaltung im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus.
