Am Wochenende des 9. und 10. November jähren sich die antisemitischen Novemberpogrome der Nationalsozialisten zum 87. Mal. An diesen Tagen brannten im Jahr 1938 in Deutschland und Österreich Synagogen und jüdische Gebetshäuser. Jüdinnen und Juden wurden gequält, misshandelt und ermordet. Tausende wurden verhaftet und in Konzentrationslager gebracht, 10.000 von ihnen in das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar. Hunger, Kälte und die Gewalt der SS waren alltäglich. Wer überlebte und entlassen wurde, musste seinen Besitz überschreiben und sich verpflichten, Deutschland zu verlassen.
Doch als 1938 die antisemitische Gewalt radikalisiert wurde, fanden nur die wenigsten Flüchtlinge Aufnahme in anderen Ländern und auf der ganzen Welt gab es keinen souveränen jüdischen Schutzraum. Das änderte sich erst 10 Jahre später, als im Mai 1948 Israel gegründet wurde – als jüdische Heimstatt und staatlicher Schutzraum gegen Antisemitismus. Wie dringend dieser Schutzraum gebraucht wird und wie prekär er gleichzeitig ist, zeigt sich besonders seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Wir wollen mit unserer Wanderung an die Novemberpogrome erinnern, aber auch ein Zeichen gegen den gegenwärtigen Antisemitismus setzen.
Wir laden euch ein, mit uns gemeinsam den Gedenkweg Buchenwald entlang der 1943 errichteten Bahnstrecke zu wandern, über die Deportationszüge führten und die Rüstungswerke des Konzentrationslagers an die Kriegswirtschaft angeschlossen waren. Wir starten an der Haltestelle Am Obelisken. Von dort begleitet uns die Initiative Gedenkweg Buchenwaldbahn mit einer Führung bis zur Gedenkstätte. Dort werden wir die Möglichkeit haben, an einem Rundgang über das Gelände teilzunehmen. Um 14.30 Uhr möchten dort wir an dem offiziellen Gedenken am Gedenkstein für die Novemberpogrome teilnehmen.
Auf unserer Wanderung sind alle Fahnen mit jüdischen und israelische Symbolen herzlich willkommen. Auf dem Gelände der Gedenkstätte gilt die dortige Besucherordnung.
Referent*innen: Christian Molitor & Charlotte Wiesner
Moderator*innen: Raphaela Lamowski
Veranstalter*innen: BDP – Roter Efeu Jena
Veranstaltungsort: Gedenkweg Buchenwaldbahn
Anmeldung unter: freiwillig unter roter.efeu.jena@bdp.org