Was falscher Antikapitalismus mit Antisemitismus zu tun hat – Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann. Die Krisen jagen sich. Sie haben viel mit der herrschenden Wirtschaftsweise zu tun – dem Kapitalismus. Unendliches Wachstum ist ihm wichtiger als Mensch und Natur, maximaler Profit wichtiger als Gesundheit und Lebensqualität, steigende Aktienkurse wichtiger als das Leben künftiger Generationen. Wir sollen mehr arbeiten, um unseren Wohlstand zu sichern. Aber dass es den Jüngeren einmal schlechter gehen wird, ist ein offenes Geheimnis. Ein merkwürdiger Wohlstand“ droht uns da. Der Kapitalismus hat uns in eine Sackgasse geführt. Wer ist daran schuld? Wer die Frage so stellt, läuft Gefahr, gleich in die nächste Sackgasse zu laufen.
Viele tun das, auch Linke. Sie kritisieren letztendlich gar nicht den Kapitalismus, sondern nur die Kapitalisten. Deren Profitgier, so glauben sie, sei nämlich die eigentliche Ursache der Krise. Diese Art Antikapitalismus“ hat bedenkliche Schnittmengen mit einer verbreiteten pseudokritischen Grundhaltung in der Gesellschaft. So glaubten z. B. während der Covid-19-Pandemie sehr viele ganz
schnell an die Erzählung von einer Weltverschwörung Profitgieriger“, die uns ins Unglück stürzen wollten.
Die Nationalsozialisten setzten die eingebildeten Gierigen und Mächtigen, die im Geheimen wirken und die Welt versklaven wollen“ mit den Juden“ gleich. Doch auch wer das nicht tut, kann sich in
einer gefährlichen Nähe zum Antisemitismus befinden, ohne sich darüber im Klaren zu sein. Viele glauben, sie seien resistent gegen Antisemitismus, weil sie Antirassist*innen sind. Doch Antisemitismus ist etwas völlig anderes als Rassismus. Er ist ein Welterklärungssystem mit antikapitalistischem Anspruch, das nichts vom Kapital-ismus kapiert hat.
Was ist Kapitalismus? Wie kritisiert man ihn, ohne sich in Sackgassen zu verrennen? Und wie werden wir ihn los?
Mehr Informationen finden sich hier.
Referent*innen: Lothar Galow-Bergemann
Datum: 29.10.2026 (19:30 Uhr, Einlass: 19 Uhr)
Ort: Mieze Koze, Gutenbergstraße 3, 97080 Würzburg
Veranstalter*innen: Gegenpol Würzburg
Eine Veranstaltung im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus.
