Am Rande einer Demonstration mit dem Motto „Gerechtigkeit für Kinder“ in Berlin-Mitte spricht der Sänger Xavier Naidoo von „Menschenfressern und Kannibalen“ und erklärt laut SWR, „dass er dort sei, weil es nicht um ’normales Sex-Trafficking und Frauen‘ gehe, sondern um ‚Menschenfresser‘. ‚Die Fressen unsere Babys, verdammt nochmal'“. Er sagt außerdem jede*r hätte schon mal unwissentlich „Menschenfleisch gegessen“ und laut SWR „Kannibalen sei es das Allerwichtigste, dass ‚wir alle Kannibalen werden, mit ihnen zusammen, damit wir alle in die Hölle runterfahren.'“ Und einem US-Unternehmen unterstellt er „embryonales Gewürzmittel“ auf Chips zu streuen.
Mit den Wörtern „embryonales Gewürzmittel“ bedient er sich einer modernen Form der antisemitischen Verschwörungserzählung, nämlich der „Ritualmordlegende“. Diese besagt, dass Jüdinnen*Juden christliche Kinder töten, um deren Blut für das Pessachfest zu nutzen. Vor allem während der Corona-Pandemie erfuhr diese antisemitische Verschwörungserzählung eine Art Neuauflage in Form des QAnon-Verschwörungsmythos. Dieser besagt, dass eine ominöse „satanistische Elite“ Kinder entführe und foltere, um an das Stoffwechselprodukt Adrenochrom aus dem Blut der Kinder zu gelangen. Mit diesem, so die Behauptung, erhalte diese „Elite“ eine Art Lebenselixier.
Anlass für die Demonstration war die Veröffentlichung der Epstein-Akten. Eine Sammlung an Millionen von Dokumenten, die über die Netzwerke des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell aufklären.
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