Ein 16-Jähriger verletzt zwei 13-jährige Mädchen an einem Gymnasium schwer mit einem Messer.
Im Anschluss an die Tat taucht ein auf Englisch verfasstes 19-seitiges „Manifest“ auf, welches nur so vor Antisemitismus strotzt. Der Autor des Textes spricht davon, dass die Gesellschaft „verjudet“ sei und von einem „Zionist occupied government“ (ZOG) gesteuert werde. Deutschland wird dabei als besonders stark von dieser angeblichen Kontrolle „betroffen“ dargestellt.
Im Weltbild des Autors erscheinen „die Juden“ als eine homogene, ungemein mächtige Gruppe, die im Hintergrund agiere. Zur Abwertung und Entmenschlichung nutzt der Text eine Reihe antisemitischer Schmähbegriffe wie „kikes“, „jewrope“, „jewsus“ (für Jesus) oder „jewrocuckland“.
Der Autor verbindet das ZOG-Narrativ mit klassischen antisemitischen Verschwörungserzählungen: Demnach würden Menschen über Medikamente, staatliche Institutionen, Religion oder Nahrungsmittel „für finstere Zwecke gefügig gemacht“. Politische Parteien werden pauschal als „von Juden finanziert“ abgelehnt und delegitimiert.
Besonders gravierend ist die Gewaltlogik des Dokuments: Mit dem Begriff „Zero day“ bezeichnet der Autor den Tag des geplanten Attentats. Es solle „den mit Abstand jüdischsten Ort in Europa“ treffen. Auch wenn keine direkten „ZOG-Institutionen“ angegriffen werden sollen, schlägt der Text vor, „die Schafe zu schlachten, die helfen, sie aufrechtzuerhalten“. Gemeint sind vermeintlich Lehrer*innen.
Der Verfasser äußert sich zudem abwertend über Christen und Muslime und schreibt Gewaltfantasien gegenüber Frauen nieder.
Vorfalltyp: Terror / Tod
Erscheinungsform: Verschwörungsideologien / Israelbezogener Antisemitismus
