Der Präsident der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) und ein weiteres Mitglied der Studierendenunion verlassen nach einem Gespräch im Bundestag in Berlin-Mitte, in dem sie über Antisemitismus sprechen, das Gebäude. Draußen fährt ein Auto mit lauter Musik auf sie zu und verfolgt beide im Schritttempo. Darin sitzen zwei junge Frauen, und die Fahrerin schreit „Free Palestine“, „Fuck Israel“ und zeigt den Mittelfinger. Der Präsident der JSUD filmt den Vorfall, um sich selbst zu schützen. Später postet er es auf seinem Social-Media-Kanal. Daraufhin erreichen ihn Beleidigungen und Drohungen aus dem Umfeld der Fahrerin sowie die Aufforderung, das Video zu löschen.
Zwei Tage später nimmt der Präsident an einer Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde teil. Als er beschließt, draußen einen Spaziergang zu machen, ruft ihm eine Frau zu, dass er das Video löschen solle. Erst später realisiert er, dass es sich bei der Frau um die Autofahrerin von vor zwei Tagen handelt, die ihm offenbar aufgelauert hat. Im Hintergrund der Frau stehen mehrere Männer, die zu ihr gehören und mit ihr vor der Synagoge warten. Der Präsident kehrt daraufhin nicht mehr zur Synagoge zurück. Freund*innen berichten allerdings, dass die Frau weiterhin gegenüber der Synagoge in einem Café sitzt, von dem aus man diese gut im Blick hat. Die Frau versucht zudem, in die Synagoge zu gelangen. Der anwesende Rabbiner beobachtet das Geschehen und gibt dem Wachpersonal Bescheid, die Frau von der Synagoge fernzuhalten.
Das Video wird mehrfach gemeldet, weshalb die Plattform es schließlich löscht. Woher die Frau weiß, dass sich der Präsident zu diesem Zeitpunkt in der Synagoge aufhält, ist unklar. Klar ist aber, dass er sich regelmäßig in der Gegend aufhält, da sich dort auch das Büro befindet und er dort meist mit einem Pullover der JSUD herumläuft und Kippa trägt, wodurch er als Jude erkennbar ist.
Vorfalltyp: Bedrohung und Beleidigung