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Neujahrsgruß: Auf ein neues Jahr in schwierigen Zeiten

Shana Tova !שנה טובה
Wir wünschen allen Jüdinnen*Juden ein gutes neues Jahr 5787 – nicht nur ein gutes Jahr, ein süßes, ein kreatives, ein mit positiven Zielen erfülltes Jahr!

Von Tahera Ameer

All diese Zukunftshoffnungen brauchen mehr gegenseitige Ermutigung denn je. Ich blicke nach Sachsen-Anhalt, wo wir seit den Landtagswahlen letzte Woche wissen: Eine gesichert rechtsextreme Partei ist stärkste Kraft, nur knapp von einer absoluten Mehrheit entfernt. Dieses Ergebnis betrifft uns alle, aber es betrifft uns nicht alle gleich. Denn manche sind nicht nur nur Adressat*innen dieser Politik – sie sind ihr Gegenstand.

Für Jüdinnen*Juden bedeutet dieses Wahlergebnis, dass die Kräfte, die sie bedrohen, stärker werden. Dass ihnen der Hass noch selbstbewusster und gewalttätiger entgegenkommt. Dieses Wahlergebnis macht die Bedrohung noch spürbarer, die von einer rechtsextremen Partei und ihrer wachsenden gesellschaftlichen Unterstützung ausgeht. Es trägt dazu bei, ein politisches Klima zu schaffen, in dem antisemitische Ressentiments wieder offener ausgesprochen und jüdisches Leben zum Gegenstand von Ausgrenzung, Abwehr und politischer Instrumentalisierung gemacht werden. Und es greift diejenigen an, die für eine Gesellschaft eintreten, in der jüdisches Leben geschützt und selbstverständlich sichtbar sein kann. Wer diese Entwicklung als bloße Provokation oder als Teil eines normalen politischen Streits behandelt, verkennt ihre Gefahr.

Für viele bedeutet das Angst. Für andere Wut. Für manche beides. Dazu kommen Entsetzen und Fassungslosigkeit. Nicht, weil sie die Realität nicht verstehen. Sondern weil sie sie sehr genau verstehen.

Und das ist genau das, was die davon weniger Betroffenen aushalten müssen: nicht beruhigen, nicht relativieren, nicht erklären, warum es doch nicht so schlimm kommen werde. Sondern zuhören, wenn Menschen sagen: Ich habe Angst. Ich bin wütend. Ich bin fassungslos. Ich sehe, was hier passiert.

Denn für diejenigen, die explizit von dieser Politik betroffen sind, geht es nicht um eine politische Debatte. Es geht um die Frage, ob sie in diesem Land selbstverständlich dazugehören – und ob das auch morgen noch gilt.

Wendet Euch an uns, wenn ihr Unterstützung braucht. Der Soforthilfefonds und Schutzfonds helfen Euch schnell in Berlin – die Projektförderung deutschlandweit.

Gerade an Rosh Hashanah wollen wir deshalb eines nicht aus dem Blick verlieren: eine hoffnungsvolle Zukunft. Wir werden weiterhin alles dafür tun, dass jüdisches Leben nicht um seinen Platz kämpfen muss, sondern selbstverständlich seinen Platz hat.

Shana Tova – auf ein gutes, süßes und hoffnungsvolles neues Jahr.

Tahera Ameer
Vorständin der Amadeu Antonio Stiftung

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Pressemitteilung_PMK_2025

Rechte Gewalt auf Rekordniveau: Alle 12 Minuten eine rechte Straftat

Die Zahlen zur politisch motivierten Kriminalität für das Jahr 2025 markieren einen neuen Höchststand: Mit 85.000 Straftaten hat sich die Zahl binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Die Amadeu Antonio Stiftung warnt vor einem zunehmend enthemmten gesellschaftlichen Klima und einer weiteren Verschärfung rechter Gewalt.

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