Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Thüringen dokumentiert mit 418 Meldungen einen neuen Höchststand antisemitischer Vorfälle in Thüringen. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr (2024: 392) leicht erhöht und wurde erneut ein Höchststand der Vorfälle pro Jahr seit Bestehen der Meldestelle erreicht.
Von den 418 Gesamtvorfällen entfielen 350 in die Kategorie verletzendes Verhalten, etwa antisemitische Beleidigungen, Kommentare oder Schmierereien. 45 Vorfälle wurden als gezielte Sachbeschädigungen, zehn als Bedrohungen, neun als Massenzuschriften und vier als Angriffe dokumentiert.
Zur Analyse der schon im Jahr 2024 beobachteten israelbezogenen antisemitischen Raumnahme enthält der Jahresbericht erstmals ein Schwerpunktkapitel über Jena als Zentrum des antiisraelischen Aktivismus und des israelbezogenen Antisemitismus in Thüringen. Das zweite Schwerpunktkapitel widmet sich dem Antisemitismus mit rechtsextremem Hintergrund in Thüringen. Mit 103 dokumentierten Vorfällen verzeichnete RIAS Thüringen hier 2025 den stärksten Anstieg unter allen politisch-weltanschaulichen Hintergründen.
