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Rechte Gewalt in Steglitz-Zehlendorf

Steglitz-Zehlendorf

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf mit seinen über 310.000 Einwohner*innen steht für Bildung, bemerkenswerte Architektur und pittoreske Seenlandschaften. Hass und Gewalt sind leider auch hier weit verbreitet. Die Berliner Registerstelle erfasste für das Jahr 2019 insgesamt 179 Vorfälle mit rechtsextremen bzw. diskriminierendem Hintergrund, darunter 10 Gewalttaten. Für das Jahr 2020 wurden der Berliner Beratungsstelle ReachOut 6 rechte Gewalttaten bekannt. Bei diesen Zahlen ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, weil die erfassenden Stellen nicht von allen Fällen erfahren.

Während "klassische" rechtsextreme Strukturen in Steglitz-Zehlendorf weniger verbreitet sind als in den Bezirken im Osten Berlins, gilt der Bezirk als Hotspot für Aktivitäten der sogenannten "Neuen Rechten". Akteure wie die "Identitäre Bewegung", die AfD und neurechte Burschenschaften, die sich vordergründig von neonazistischen Organisationen unterscheiden, verbreiten hier ihre menschenfeindlichen Ideen. Während Rassismus in Steglitz-Zehlendorf das häufigste Motiv hinter den erfassten Vorfällen darstellt, sind in den letzten Jahren besonders schwere Fälle antisemitischer Gewalt an die Öffentlichkeit gelangt: So wurde im Juni 2019 ein Mann in einer Parkanlage im Grunewald aus einer Gruppe von 10 Personen heraus antisemitische beleidigt und verletzt. Ein Jahr zuvor gab es einen antisemitischen Mobbingskandal an einer Zehlendorfer Schule, bei dem ein Schüler der neunten Klasse wiederholt und über einen längeren Zeitraum von Mitschüler*innen angegangen wurde - so sehr, dass er sich nicht mehr in die Schule traute und seelische Verletzungen erlitt.

Das Register Steglitz-Zehlendorf erfasst rechtsextreme und diskriminierende Vorfälle im Bezirk und veröffentlicht einen jährlichen Bericht: www.berliner-register.de/steglitz-zehlendorf

ReachOut betreut Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Berlin seit über 15 Jahren: www.reachoutberlin.de


RIAS dokumentiert verschiedene Formen antisemitischer Vorfälle in Berlin und veröffentlicht regelmäßig Berichte dazu: report-antisemitism.de
 

Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) bietet mit ihrem Beratungsprojekt OFEK eine Anlaufstelle in Berlin für Betroffene antisemitischer Gewalt und Diskriminierung: zwst-kompetenzzentrum.de/beratung.

 

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