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Christopher W.

, 27 Jahre (staatlich anerkannt)

Am Abend des 17. April 2018 wurde das Leben des 27-jährigen Christopher W. aus Aue (Sachsen) frühzeitig beendet. W. ist derart körperlich entstellt worden, dass er durch die Polizei zunächst nicht identifiziert werden konnte, als sie ihn in einem alten Abrissgebäude des ehemaligen Auer Güterbahnhof auffanden. Zuvor kam es offenbar zu einer Auseinandersetzung mit drei dem Opfer bekannten Männern, in der Christopher W. mit Schlägen und Tritten angegriffen, einer Röhrenlampe sowie einer ausgehängten Tür malträtiert und schließlich in einen Schacht gestoßen wurde. Fotos des zertrümmerten Körpers von Christopher W. stellten die Gewalttäter anschließend ins Netz.

Aufgrund der sexuellen Orientierung des Opfers gingen der brutalen Tat schon Wochen zuvor körperliche Attacken und homophobe Beleidigungen durch die Täter voraus, wie Angehörige berichten. Die drei Männer (22, 22 und 26 Jahre alt) waren der Polizei bereits wegen rechter Delikte bekannt. Einer von ihnen fiel besonders durch NS-verherrlichende Symbole in seinem privaten Zimmer sowie sozialen Netzwerken auf.

Der Prozess am Landgericht Chemnitz dauert noch an (Stand: März 2019). Die Staatsanwaltschaft spricht in der Anklage von Mord, die Polizei von vollendetem Totschlag. Aus einer kleinen Anfrage der Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Die Linke) geht hervor, dass die Tat unter der „politisch motivierten Kriminalität rechts“ eingeordnet wurde. Christopher W. ist somit das 17. durch staatliche Behörden anerkannte Todesopfer rechter Gewalt in Sachsen und das 85. bundesweit.

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