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Josef Anton Gera

, 59 Jahre

Nach einem Übergriff stirbt der 59-jährige Rentner Josef Anton Gera am 17. Oktober 1997 in Bochum (Nordrhein-Westfalen) an seinen schweren inneren Verletzungen. Der 26-jährige Neonazi Patrick K. und der 35-jährige Uwe K. hatten dem Rentner am 14. Oktober mit einem Stahlrohr tödliche Verletzungen zugefügt. Der 59-jährige feierte an diesem Abend mit einigen Obdachlosen, auf dem ehemalige Gelände der Firma Krupp an der Alleestraße. In der dortigen Baracke wohnten auch die beiden Mitfeiernden Patrick K. und Uwe K.. Nach Angaben der Beiden, wollte der alkoholisierte Josef Anton Gera angeblich im Laufe des Abends ihnen sexuell näher kommen. Daraufhin griff Patrick K. zu einer Eisenstange und schlug auf den Frührentner ein. Uwe K. tat es ihm gleich. Josef Gera kann sich schwerverletzt aus der Baracke flüchten. Als ihn Passanten finden, bringen sie ihn ins Krankenhaus, in dem er drei Tage später verstarb. Seine Mörder prahlten am Tag des Angriffs vor ihren Familienangehörigen, dass sie es „einem Schwulen gezeigt“ hätten. Diese Aussage unterstrichen sie mit einem Hitlergruß. Das Landgericht Bochum verurteilt die Täter im Frühjahr 1998 zu fünf und sechs Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Einen rechtsextremen Hintergrund schließt der Staatsanwalt mit Verweis auf die schwere Alkoholabhängigkeit der Täter aus.

Azzoncao und die antifaschistische Jugend Bochum hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass Josef Anton Gerber nicht vergessen wird. In Form von Demonstrationen und Gedenkkundgebungen betten sie so den 59-jährigen in die Erinnerungskultur der Stadt ein. Auch eine Gedenktafel in der Nähe vom Tatort soll an Josef Anton Gerber erinnern. Die Inschrift lautet: „Josef Anton Gera verstarb am 17. Oktober 1997, nachdem er auf dem ehem. Kruppgelände von Neonazis angegriffen wurde. Der Hass gegen Homosexualität war der Grund für seinen gewaltsamen Tod. »Wie kann man nur hassen, dass Menschen sich lieben«“ Die letzten Zeilen wurden einem Lied von der Rapperin Sookee entnommen.

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