Der 31-jährige Lothar Fischer wird in der Silvesternacht auf den 01.01.1991 in Flensburg (Schleswig-Holstein) bei einem Angriff von einem rechtsextremen Skinhead so schwer verletzt, dass er sechs Tage später stirbt.
Lothar Fischer war wohnungslos, litt an einer Alkoholsucht und gehörte damit einem Feindbild der Rechtsextremen an. Der ursprünglich aus Bayern stammende Mann verbrachte die Silvesternacht im „Taubenhaus“, einem Abbruchhaus in Flensburg. In jener Nacht trifft er auf den angetrunkenen, jugendlichen Täter. Weil Lothar Fischer sich negativ über Skinheads äußert, will der Neonazi ihm „einen guten Arsch voll hauen“, wie aus dem Gerichtsurteil hervorgeht. Der Täter betrachtete sein Opfer als „Penner“ und misshandelte ihn. Als Lothar Fischer bereits verletzt und wehrlos am Boden liegt, tritt der rechtsextreme Skinhead noch mehrfach mit seinen Springerstiefeln gegen Kopf und Oberkörper seines Opfers. Er kam schwer verletzt in ein Krankenhaus, welches er jedoch wenig später, entgegen dem Rat der Ärzt*innen, verließ. Am 06. Januar 1991 starb Lothar Fischer an den Folgen seiner schweren Verletzungen.
Der Täter wurde am 20. April 1993 vor dem Landgericht Flensburg zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Der Umstand, dass Lothar Fischer sich selbst aus dem Krankenhaus entließ, wirkte sich strafmildernd für den Täter aus.
Die Opferberatungsstelle Zebra e.V. ruft jährlich zu Veranstaltungen in Gedenken an Lothar Fischer auf. Seine Geschichte ist heute Teil des historisch-politischen Stadtrundgangs „Die Baseballschlägerjahre in Flensburg“.