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Ruth K.

, 85 Jahre

Am 01. März 2017 wurde ein Brand in einem Mehrfamilienhaus in der sächsischen Kleinstadt Döbeln gelegt. Die 85-jährige Ruth K. starb an den Folgen einer Rauchgasvergiftung und wurde damit Opfer eines Brandanschlags, der eigentlich nicht ihr galt. Die Polizei ermittelte, dass der Brand von einer Nachbarin gelegt wurde, die einem im Haus lebenden Asylbewerber schaden wollte. Es war nicht der erste Fall von Brandstiftung in dem Wohnhaus: Bereits im März 2016, eine Woche nachdem der besagte Asylbewerber Mehdi G. in das Haus einzog, wurde ein Feuer im Keller gelegt. Drei weitere Brandstiftungen folgten, erst nach der letzten konnte die Täterin ermittelt werden: die 70-jährige Gisela B., die selbst in dem Haus wohnte. Die Täterin heizte nach den Bränden die Stimmung gegen Mehdi G. auf, machte ihn für die eigens gelegten Feuer verantwortlich, gab der Polizei falsche Hinweise und erstattete eine Vielzahl an Anzeigen. Nachdem sich die Hinweise der Polizei auf eine Täterschaft von Gisela B. selbst verdichteten, musste sie wegen mehrfacher schwerer Brandstiftung, Brandstiftung mit Todesfolge und Vortäuschung von Straftaten vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft identifizierte „Ausländerhass“ als Motiv für die Tat, das Gericht kam darin überein, dass der Einzug von Mehdi G. in das Wohnhaus tatauslösend war. Gisela B. wurde zu neun Jahren Haft wegen versuchter schwerer Brandstiftung mit Todesfolge sowie schwerer Brandstiftung mit gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Die Verteidigung hat Revision gegen das Urteil eingelegt.

Auch wenn Ruth K. nicht Ziel des Angriffes war, so wurde sie dennoch Opfer einer rechten Gewalttat. Obwohl die Staatsanwaltschaft Rassismus als Tatmotiv und das Gericht den Einzug des Asylbewerbers als tatauslösend identifizierten, wertet das sächsische Landeskriminalamt den Fall als normale Brandstiftung. Damit taucht er nicht in der offiziellen Statistik politisch motivierter Kriminalität auf.

 

Weitere Quellen:

Leipziger Volkszeitung

Mitteldeutscher Rundfunk

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