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Ausschreibung zum Sächsischen Förderpreis für Demokratie 2022

Zum heutigen Tag des Grundgesetzes startet die Bewerbungsphase für den Sächsischen Förderpreis für Demokratie 2022. Bis zum 17. Juli können sich Vereine, Netzwerke, Religionsgemeinschaften, Schulen, Bürgerinitiativen, Unternehmen und Kommunen in Sachsen bewerben oder vorgeschlagen werden.

Der Preis würdigt alljährlich herausragendes Engagement von Initiativen und Kommunen gegen menschenfeindliche Ideologien und für Menschenrechte sowie ein demokratisches Miteinander in Sachsen.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Der erste Satz im ersten Artikel des Grundgesetzes der BRD ist stark und wunderschön zugleich. Er wird oft für sich allein zitiert, als sei damit alles gesagt, als sei er selbst der Garant für die Gleichwertigkeit aller Menschen.

Doch was bedeutet der Schutz unserer Grundrechte in der Realität, insbesondere in Sachsen? Was bedeutet es, Menschen zu unterstützen, welchen nicht die nötigen Voraussetzungen gegeben sind sich und ihre Persönlichkeit zu entfalten? Was ist nötig um zu verhindern, dass Menschen marginalisiert, ausgegrenzt oder sogar mit dem Leben bedroht werden?

Eine Gesellschaft, deren Fundament die unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechte bilden, benötigt eine starke Zivilgesellschaft. Besonders an Orten, an denen der Gegenwind eher einem Orkan gleicht. In Regionen, in denen nicht nur marginalisierte Gruppen unter Unmenschlichkeiten leiden, sondern auch den Helfenden selbst Ausgrenzung und Übergriffe drohen. Sie benötigt Menschen, die sich wehren, gegen Diskriminierung und Hetze. Menschen, die handeln und sich mit ihrem Engagement für eine menschenwürdige Gemeinschaft einsetzen.

Heute am 23.05.2022, dem Tag des Grundgesetzes, feiern wir die Menschenwürde als Basis unserer Gemeinschaft und damit auch die Menschen, die sich täglich dafür einsetzten!

Heute startet die Ausschreibung des Sächsischen Förderpreises für Demokratie in folgenden Kategorien:

Der Projektpreis

Der Sächsische Förderpreis für Demokratie macht die zivilgesellschaftliche Initiativen seit 2007 sichtbar.  Es geht um die kleinen Vereine aus den Landkreisen und Gemeinden, die Kultur und Freizeitangebote anbieten, Angebote für alle, die sich eine offene und solidarische Gesellschaft wünschen. Es geht um Projekte, die für das Leben und die Lebensrealitäten von Minderheiten sensibilisieren und damit einen Beitrag leisten Diskriminierungen abzubauen. Und es geht um Formate, die zum Diskutieren, Streiten, Lernen und Erleben einladen – denn auch das ist wichtiger Bestandteil einer lebendigen Demokratie.

Der Kommunenpreis

Das Engagement dieser Menschen trifft insbesondere dort auf fruchtbaren Boden, wo sie von ihren Kommunen unterstützt werden. Kommunen, die sich selbstbewusst hinter Minderheiten stellen, die Menschen außerhalb der Mehrheitsgesellschaft dabei unterstützten sicht-, und hörbar zu sein. Kommunen, welche sich nicht scheuen Konflikte beim Namen nennen und diese aktiv angehen. Kommunen die verbinden und ein tolerantes, menschliches Miteinander fördern. Aus diesem Grund wird neben dem Projektpreis seit 2014 auch die Auszeichnung „Kommune der Demokratie“ verliehen.

Der Peter-Henkenborg-Preis für die Didaktik der politischen Bildung

Demokratie leben bedeutet auch Demokratie lernen. Dies gelingt nur in einer „Kultur der Anerkennung“. Damit setzte Peter Henkenborg ein neues Qualitätsmerkmal in den Fokus der Politischen Bildung. Der Peter-Henkenborg-Preis will Initiativen würdigen, die in besonderem Maße innovative didaktische Methoden und Formate der politischen Bildung (weiter-)entwickeln. Seit dem letzten Jahr ergänzt daher, der nach dem Didaktiker Peter Henkenborg benannte Preis für die Didaktik der politischen Bildung die Ausschreibungen optimal.

Bewerben Sie sich bis zum 17.Juli mit ihrer Initiative oder Nominieren Sie eine Kommune in Sachsen unter www.demokratiepreis-sachsen.de

Unter allen Einsendungen wählt Ende September eine Jury den Preisträger oder die Preisträgerin aus. Der Preis wird im Rahmen des Festakts für den Sächsischen Förderpreis für Demokratie am 7. November in Dresden verliehen.

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(c) Amadeu Antonio Stiftung. İsmet Tekin mit Unterstützer*innen aus Halle und von der Amadeu Antonio Stiftung.
Gefördertes Projekt

TEKIEZ in Halle: Es muss weitergehen, auch wenn es schwer ist

İsmet Tekin ist Überlebender des antisemitischen und rassistischen Anschlags von Halle im Oktober 2019. Er arbeitete damals im Imbiss „Kiez-Döner“ im belebten Paulusviertel, einem der Anschlagsorte. Seit drei Jahren setzen er, sein Bruder und Unterstützer*innen sich ohne Pause gegen das Vergessen ein. Leicht gemacht wird ihnen das nicht. Im Gedenkort TEKIEZ organisieren sie das Gedenken an die Opfer des Anschlags derzeit weitgehend ehrenamtlich. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt sie dabei mit einer Projektförderung.

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