Weiter zum Inhalt

Antisemitismus bei Neonazi-Demonstration

, Dortmund

Im Rahmen einer Demonstration, organisiert von der extrem rechten Kleinstpartei „Die Rechte“, an der sich rund 600 Neonazis beteiligen, werden zahlreiche antisemitische Vorfälle festgestellt. So hängt in dem als Bühne verwendeten LKW ein Banner mit dem Bild des früheren iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschads. Daneben steht der Spruch einer Teheraner Konferenz von 2005 mit dem Titel „The World without Zionismus“. Bei der Demonstration wird diese Botschaft neben dem Veranstaltungsmotto gleichberechtigt transportiert. Auffällig häufig wird das Lied „Europa-Jugend-Revolution“ von Carpe Diem abgespielt, das mit Textzeilen wie „eine Macht, der das Geld gehört“ deutlich antisemitisch verstandene Codes enthält. Während einer der zahlreichen Pausen -die Polizei hat immer wieder Verstöße gegen die Auflagen zu beanstanden -wird im vorderen Teil des Zuges die Parole „Wer Deutschland liebt, ist Antisemit“ angestimmt. Entsprechende Codes werden auch vom Redner aus Norwegen bedient, der alle in seiner Sicht schädlichen Entwicklungen auf „Rothschild“ und auf George Soros zurückführte. So sei der französische Präsident Macron nur eine Marionette und auch die AfD keine Alternative, weil an deren Spitze ein „Rotharier und eine ehemalige Goldman Sachs-Bankerin“ stünde. Ein russischer Redner doziert, dass die „Globalisten“ die „weißen Völker zerstören“ wollten. Am deutlichsten wird Zwezdomir Andronow vom Bulgarischen Nationalbund (BGNS). Er erklärt, mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hätten „dunkle Mächte“ das Ruder in Europa übernommen, die den „Bolschewismus“ vorantrieben. Der Kontinent sei heute „ein Konzentrationslager mit dem Ziel, unsere völkische Identität zu zerstören“.