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Öffentliche Ausstellung mehrfach antisemitisch beschmiert

RIAS Niedersachsen berichtet von mehreren antisemitisch motivierten Beschädigungen einer Ausstellung im Zeitraum von Juli bis September 2021. Im Rahmen der Sonderausstellung „Komplizenschaft“ des Ostfriesisches Landesmuseum Emden wurden an sieben Standorten in der Emder Innenstadt Möbelstücke aufgestellt, die an das im Nationalsozialismus von Jüdinnen und Juden geraubte Kulturgut erinnern. Beschriftet sind die Möbelstücke mit den Bezeichnungen „Hollandgut“ oder „Judenmöbel“. Ab 1942 wurden Güter, die als „Hollandgut“ bezeichnet wurden, auch nach Emden gebracht und auf sogenannten „Judenauktionen“ an die Bevölkerung verkauft.
Seit Beginn der Installation wurden fünf der Möbelstücke beschädigt. Das Museum geht in drei der Fälle von einem antisemitischen Hintergrund aus. Bei den Vorfällen, die sich in der Zeit von Anfang Juli bis Mitte August ereigneten, wurden antisemitische Beschriftungen hinterlassen und die Stücke beschädigt. So wurde bei einem Stück das Wort Jude mit einem Reinigungsmittel entfernt. Bei einer anderen Installation wurde das Wort „Hollandgut“ in „Hollandschuld“ umgewandelt. Wieder ein anderes Mal wurde aus „Judenmöbel“ „Juden vermöbeln“ gemacht. Das Museum hat die Beschädigungen auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht, berichtet aber auch von Solidaritätsbekundungen von Emder Bürger:innen.

 

Kategorie: Sachbeschädigung

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