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Das Projekt “Ich bin Jude” von Mitzva e.V. – jüdisches Selbstbewusstsein als Inspiration & Empowerment

Die Film- und Social-Media-Kampagne „Ich bin Jude“ von Mitzva e.V. zeigt Filme, die unterschiedliche Facetten jüdischen Lebens portraitieren. So auch der Film „To meet Esther“ von Anna Eret, an dessen Vorpremiere wir Ende November in Berlin-Mitte teilnehmen durften und der ein sehr gutes Beispiel für die Idee der Kampagne ist. Gefördert wird das Projekt von der Amadeu Antonio Stiftung.

„Denn es ist immer noch nicht selbstverständlich, zu äußern, dass ich jüdisch bin.“ 

„To meet Esther“ ist ein Empowerment-Film, den wir alle am Ende dieses Jahres brauchen. Der 18-Minüter lädt dazu ein, jüdisch-Sein besser zu verstehen. Denn für viele Jüdinnen:Juden ist es nicht selbstverständlich, über ihre Identität zu sprechen. Der Film ist für jüdische Menschen gemacht, die in einer nicht-jüdischen Mehrheitsgesellschaft leben und gleichzeitig auch als Appell an die Gesamtgesellschaft zu verstehen, Toleranz und Zusammenhalt an den Tag zu legen. 

Bei der Vorpremiere treffen wir auf das leidenschaftliche Team, angesteckt von der Regisseurin Anna Eret, die für den Film nur einen Ausschnitt aus ihrem ursprünglich als Langversion geplanten Drehbuch verwendete. Von den Kinderdarsteller:innen über erfahrene Schauspieler:innen haben sich alle in das Drehbuch verliebt und etwas aus dem Film lernen können: Zusammen mutig sein, zu seinen Wurzeln stehen und stolz auf das sein, was man (geworden) ist. Dieser Mut ist auch gleichzeitig die Botschaft des Films. 

Cast des Films "To meet Esther".
Cast des Films „To meet Esther“ zusammen mit der Regisseurin Anna Eret (2. von links).

Genauer gesagt geht es um die junge Schülerin Esther, die ein Referat über ihren Stammbaum hält und ihrer Klasse erklärt, dass sie Jüdin ist. Sie erzählt von der Familiengeschichte und klärt damit ihre Mitschüler:innen auf. Durch dieses „Outing“ riskiert sie, als anders markiert zu werden und sogar antisemitischen Hass auf sich zu ziehen. Doch sie ist mutig und trotzt sogar ihren Eltern, die nicht ganz einverstanden mit ihrem Referat sind, weil sie ihre Tochter vor Vorurteilen beschützen wollen und ihren ganz eigenen Bezug zum Judentum haben. Am Ende hinterlässt uns die Geschichte mit dem Zauber der Königin Esther, eine der ersten Feminist:innen aus der Torah.

„Die Angst, die wir als Jüdinnen:Juden mit der Muttermilch aufgenommen haben“ (Zitat aus dem Drehbuch) wird in diesem Film thematisiert: jung, frisch und mutig. 

Warum die Geschichte von „To meet Esther“ so fesselnd ist? Weil viele Jüdinnen:Juden sich in der Geschichte wiederfinden können. Der gezeigte Mut des kleinen Mädchens und die einhergehende Angst sind Elemente, die mit vielen (jüdischen) Familiengeschichten verflochten sind. Denn von der eigenen Biografie zu erzählen, ist für viele Jüdinnen:Juden mit Angst verbunden: Angst vor beispielsweise feindseligen Reaktionen von nicht-jüdischen Menschen. 

Mit dem Film wird ein ganzes Gedankenkarussell angestoßen: Was wäre, wenn wir in einer Welt leben können, in der wir unsere Herkunft nicht geheim halten müssen, in der wir über unsere Identität kommunizieren können, wann und wie es uns gerade passt? Die Frage lässt uns auf den Gedanken zulaufen, dass diese Welt eine wärmere, offene und herzlichere Welt sein könnte, denn alle Menschen würden sich in ihr wohlfühlen. 

Allein wegen dieses Gedankenexperimentes ist „To meet Esther“ ein sehenswerter Film für verschiedene Generationen, die sich alle unterschiedlich mit dem Thema Identitätsfindung auseinandersetzen. Im typischen Kurzfilm-Style regt er zum Nachdenken an und gibt uns eine jüdische Tradition weiter: Mutig sein, so wie Königin Esther, und gemeinsam mutig sein. Denn alle sollten den Mut haben dürfen, zu sagen, wer sie sind und niemand sollte sich verstecken müssen. Sich selbst akzeptieren und andere so nehmen wie sie sind. Dazu gehört Mut und den zeigt die junge Hauptdarstellerin auf eine starke Art und Weise. Wir sind daher sehr glücklich darüber, dieses tiefgründige und inspirierende Projekt fördern zu dürfen, gerade in diesen unbeständigen Zeiten.

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