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Rechtsterrorismus und Geschlecht

(c) Michael Trammer
11.07.2018 - Tag der Urteilsverkündung im NSU Prozess - Kundegung und Proteste mit der Forderug nach weiterer Klärung der Hintergründe und der Aufklärung des Netzwerkcharakters des NSU. Angehörige, Familien und Nebenklage liefen vorne weg.

Die Fachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus hat sich nach dem Bekanntwerden des NSU auf den Weg gemacht, das Verhältnis von Geschlecht, Rechtsextremismus und öffentlicher (Fehl-)Wahrnehmung im NSU-Komplex genauer zu untersuchen und darüber aufzuklären. Dazu verfolgten wir von Anbeginn an das NSU-Verfahren am Oberlandesgericht in München und analysierten geschlechtersensibel die dazugehörige Medienberichterstattung. Dabei ordnen wir kritisch die erfolgreiche (Selbst-)Inszenierungen der  Hauptangeklagten Beate Zschäpe und anderer Frauen im Unterstützer*innenumfeld des NSU ein und sensibilisieren für die Fehlwahrnehmung von Sicherheitsbehörden und Sozialarbeit im Umgang mit rechten Frauen. Dabei zeigten sich weitere Le_rstellen, wie z.B. die unaufgearbeitete Rolle von Antisemitismus bei der Radikalisierung der NSU-Mitglieder oder dass sich ein Gender-Bias und struktureller Rassismus in Sicherheitsbehörden, Medienberichterstattung und Gesellschaft wechselseitig bedingen können. In verschiedenen Handreichungen, Artikeln und Veranstaltungen werden diese Themen aufgegriffen, Bezüge zu anderen aktuellen rechtsterroristischen Fällen gezogen und Vorschläge aus unterschiedlichen Perspektiven für Gegenstrategien gemacht, denn das Ende des NSU-Prozesses darf nicht das Ende der gesellschaftlichen Aufklärung bedeuten.

 

Weitere Informationen:

 

Ihre Ansprechpartnerin:

Rachel Spicker

Amadeu Antonio Stiftung

Fachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus

Novalisstraße 12

10115 Berlin

Telefon: 030. 240 886 12

e-Mail: fachstelle@amadeu-antonio-stiftung.de

 

 

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