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Arbeit mit Betroffenen rechter Gewalt

Arbeit mit Betroffenen rechter Gewalt

Ausstellung über Rechte und rassistische Gewalt in Sachsen seit 1990

Mit der Ausstellung „Rechte und rassistische Gewalt in Sachsen“ will die Opferberatung Dresden das Bewusstsein für das alltägliche rechtsmotivierte und rassistische Gewalt in der Gesellschaft schärfen. Mit der Ausstellung, die die Perspektive der Betroffenen einnimmt, soll Empathie geweckt und Solidarität geschaffen werden. Dadurch werden Betroffene ermutigt, bei Bedarf Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Denn nehmen sie nehmen oftmals den niedrigschwelligeren Weg zu den Opferberatungsstellen als zur Polizei zu gehen. So kann auch das Dunkelfeld rechter Gewalt erhellt werden.

Foto: © RAA Sachsen e.V.

Wirklich etwas verändern

© AufAndHalt e.V.

Seit Jahren hilft der Verein „AufAndHalt“ ehrenamtlich Betroffenen von rassistischer Diskriminierung und Gewalt in Thüringen.

 

Thüringen gerät vor allem im Sommer mit größeren Neonazifestivals in das Licht der Öffentlichkeit. „Rock für Deutschland“, „Fest der Völker“ oder „Tag der nationalen Jugend“ heißen diese Veranstaltungen. Was das bedeutet, weiß „AufAndHalt“, Anlaufstelle für Betroffene von rechter Gewalt und rassistischer Diskriminierung.

Denn wenn sich 1.200 Neonazis in einer Stadt aufhalten, verheißt das nichts Gutes. So wurde ein Jugendlicher mit vietnamesischem Hintergrund am helllichten Tag beim Verlassen seines Wohnhauses mit Steinen angegriffen. Bei einer weiteren Auseinandersetzung mit Neonazis wurde eine Person vor eine Straßenbahn geschubst, die glücklicherweise noch bremsen konnte. „Trotz solcher Geschehnisse bekamen Rechtsextreme freien Zugang zu ihrer Veranstaltung“, sagt Christel Wagner-Schurwanz.

Bei solchen Ereignissen ist „AufAndHalt" Anlaufstelle für Betroffene. Der Verein schafft es – wohlgemerkt ehrenamtlich - ein Büro offen zu halten, für Notfälle gibt es auch eine Handynummer.

„Wir wollen auch die Öffentlichkeit vor Ort über rechtsextreme Aktivitäten informieren“, sagt Wagner-Schurwanz. So nutzt „AufAndHalt" den Geraer „Offenen Kanal“, um mit Sendungen über Alltagsrassismus, Antisemitismus in Thüringen oder Stolpersteine zu informieren. In seinen Vereinsräumen können sich auch Jugendliche treffen, die Diskussionsrunden und Seminare organisieren wollen. „AufAndHalt" ist ein Verein, der aus der Perspektive der Betroffenen gegen Rassismus und Neonazis vorgeht. Und er ist Anlaufstelle für viele Menschen, die das genauso sehen.

Betroffene in guten Händen

Seit 2002 arbeiten die ostdeutschen Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in einem Qualitätszirkel zusammen. Gemeinsam haben sie Qualitätsstandards für eine professionelle Beratung von Betroffenen, deren Angehörigen und Zeug*innen rechter Gewalttaten entwickelt. Die Standards wurden seither zusammen mit Beratungsstellen westdeutscher Länder weiterentwickelt. Damit diese Beratungsstandards auch für ein breiteres Publikum zugänglich gemacht werden können, hat der Opferfonds CURA die Kosten für den Druck der Broschüre übernommen.

Foto: (CC0 1.0) via Pixabay