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Aktionswochen gegen Antisemitismus

Pressegespräch Lagebild #09: Ukraine-Krieg und Antisemitismus

Im Rahmen der Veröffentlichung unseres neuen, digitalen und dynamischen Lagebilds zum Thema Ukraine-Krieg und Antisemitismus sowie der neuen Terrorwelle in Israel haben wir am Mittwoch, den 08.06.2022 mit Tahera Ameer, unserer Vorständin der Amadeu Antonio Stiftung, Aron Schuster, dem Direktor des Zentralwohlfahrtsstelle für Juden in Deutschland (ZWST) und Vertreter:innen der deutschen Presse über die aktuelle Lage des Antisemitismus in Deutschland gesprochen.

Die Relevanz ist unbestreitbar, so spricht Tahera Ameer von einer starken Normalisierung von Antisemitismus in Deutschland. Außerdem macht Nikolas Lelle, Projektleiter der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus, deutlich, dass es allzu häufig nicht bei antisemitischen Äußerungen bleibt: “Denn was wir deutlich sehen: Diese führen zu Taten, zu einer massiven Bedrohung der Sicherheitslage von Jüdinnen und Juden, antisemitische Äußerungen insbesondere Alltagsantisemitismus führt ganz unmittelbar zu Angriffen auf Jüdinnen und Juden in Deutschland”.

Gestützt werden diese Wahrnehmung von den fünf Kernbeobachtungen des Lagebilds: Antisemitismus findet sich in verschiedenen Formen rund um den Ukraine-Krieg wie beispielsweise in NS-Relativierungen und Gleichsetzungen sowie in antisemitischen Verschwörungserzählungen. Auch die Verherrlichung der terroristischen Morde in Israel im Frühjahr diesen Jahres wirkt sich auf die Sicherheitslage von Jüdinnen und Juden in Deutschland aus.

Wie so oft wird in Deutschland auch in dem Diskurs um den Ukraine-Krieg einer jüdischen Perspektive kaum Beachtung geschenkt. Aron Schuster versucht im Gespräch mit der Presse, als auch im Lagebild #09 mit aller Deutlichkeit dieser Perspektive Raum zu geben und zu zeigen, was der russische Angriffskrieg auf die Ukraine für die jüdische Community in Deutschland bedeutet. Er erzählt eindrücklich von Verwandtschaftsbeziehungen in die Ukraine, da viele Jüdinnen:Juden in den 1990er und Anfang 2000er Jahren als Kontingentflüchtlinge aus der Ukraine nach Deutschland kamen. Außerdem spricht er von seiner Arbeit bei einem Hilfsnetzwerk, das die Evakuierung von Shoah-Überlebenden aus der Ukraine nach Deutschland organisiert.

Dass das Thema Antisemitismus in Deutschland auch in den deutschen Medien Anklang findet und der Wunsch nach Austausch und Informationen besteht, zeigt sich in der Resonanz des Gesprächs. Von der taz, über die Tagesschau bis zur Jüdischen Allgemeinen wurde über unser Lagebild berichtet und die Relevanz von zivilgesellschaftlicher Aufmerksamkeit bestätigt.

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