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284 Bewerbungen für den ersten Amadeu Antonio Preis

284 Bewerbungen für den ersten Amadeu Antonio Preis

Am 4. Dezember 2015 wird der erste Amadeu Antonio Preis in Eberswalde verliehen. Für den Preis, den die Amadeu Antonio Stiftung und die Stadt Eberswalde gemeinsam vergeben, sind insgesamt 284 Bewerbungen aus ganz Deutschland und aus den verschiedensten Genres eingegangen.

Wir sind sehr froh, dass sich so viele Künstler, Vereine und Institutionen beworben haben. Gerade in der aktuellen Flüchtlingsdiskussion kommt der Verleihung eine wichtige Bedeutung zu. Und natürlich dient der Preis dem Gedenken an Amadeu Antonio. Die Verleihung wird in unserem Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio stattfinden, einem Haus mit Symbolkraft in unserer Stadt“, so Friedhelm Boginski, der Bürgermeister von Eberswalde. Zwei Tage vor dem 25. Todestag von Amadeu Antonio würdigt der Preis Künstlerinnen und Künstler sowie soziokulturelle Projekte, deren Werke sich kreativ mit den Themen
Rassismus, Menschenrechte und Migration auseinandersetzen. Der Preis, der fortan alle zwei Jahre vergeben werden soll, will die künstlerische Vielfalt mit politischem Engagement sichtbar machen. Zudem sollen zivilgesellschaftliche Initiativen unterstützt werden. „Mit dem Preis wollen wir aber auch offensiv mit der Geschichte umgehen und den Wandel in der Stadt und ihrer Gesellschaft dokumentieren,

sagt Dr. Stefan Neubacher, der Kulturamtsleiter der Stadt.

Seit der Gründung der Amadeu Antonio Stiftung hat sich Eberswalde stark gewandelt. Dieser Wandel ist auch in der Auslobung dieses ersten Preises zu erkennen,

so Anetta Kahane, die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung.

Der Preis wurde im Juli 2015 ausgelobt. Bis zum 20. September 2015 wurden 92 Bewerbungen im Bereich Darstellende Kunst, 23 im Bereich Musik, 43 im Bereich Bildende Kunst, 91 im Bereich Literatur, 23 im Bereich Bildung und 13 im Bereich Soziokultur eingereicht. Am 4. Dezember 2015 wird der erste Amadeu Antonio-Preis im Rahmen einer Festveranstaltung im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio verliehen. Der erste Preis ist
mit 3000 Euro dotiert, der zweite und dritte Preis mit je 1000 Euro. Zur Jury des Amadeu Antonio Preises gehören unter anderem die Leiterin der Werkstatt der Kulturen Berlin, Philippa Ebéné, die Intendantin des Maxim-Gorki-Theater Berlin, Shermin Langhoff, die Sängerin Marianne Rosenberg oder migrantische Selbstorganisationen wie der Afrikanische Kulturverein Palanca.

Amadeu Antonio gilt als eines der ersten Opfer rechter Gewalt nach der politischen Wende. Er wurde im November 1990 von Rechtsextremen überfallen und zusammengeschlagen. Am 6. Dezember 1990 erlag er seinen schweren Verletzungen.