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Neue Handreichung veröffentlicht: „Fairplay statt Hass – Was wir gegen Menschenverachtung und rechtsextreme Ideologien im Fußball machen können“

Pressemitteilung der Amadeu Antonio Stiftung Inland/Rechtsextremismus – Berlin, 11.09.2015

Amadeu Antonio Stiftung veröffentlicht Handreichung: „Fairplay statt Hass – Was wir gegen Menschenverachtung und rechtsextreme Ideologien im Fußball machen können“

Die Amadeu Antonio Stiftung hat eine neue Handreichung mit dem Titel „Fairplay statt Hass – Was wir gegen Menschenverachtung und rechtsextreme Ideologien im Fußball machen können“ veröffentlicht. Die Broschüre ist eine Antwort auf das wachsende Problem mit rechtsextremen Hooligans und ist aus den Erfahrungen des Projekts Fussball-gegen-Nazis.de der Amadeu Antonio Stiftung entstanden. Die Handreichung liefert konkrete Hilfestellungen, wie sich Fußballfans, Vereine und Verbände gegen Diskriminierung und für Toleranz stark machen können.

Derzeit beeindrucken Fußballvereine und ihre Fans durch ihr Engagement für Flüchtlinge. Die hohe Bereitschaft zur Willkommenskultur ist im Fußball durch das langjährige antirassistische Engagement gewachsen. Dieses muss weiter gestärkt werden,

erklärt Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung.

Dennoch ist der Fußball weiter für Rechtsextreme attraktiv. Die in Hamburg angemeldete Demonstration unter dem Titel ´Tag der Patrioten´ zeigt deutlich, wie eng Hooligans und Neonazis vernetzt sind,

führt Kahane aus. Genau jetzt sei es an der Zeit, sich für einen Fußball ohne Hass stark zu machen.

Fußball ist in Deutschland die bekannteste und beliebteste Sportart, sie prägt das Berufs- und Freizeitleben von Millionen Menschen. Tausende engagieren sich ehrenamtlich im Fußballbereich, organisieren sich in antirassistischen Faninitiativen oder tragen Kampagnen gegen Homophobie. Derzeit sammeln Vereine und Fans Spenden für Flüchtlinge in Millionenhöhe. Auf der anderen Seite versuchen Neonazis immer wieder über den beliebten Sport neue Anhänger zu rekrutieren.

Die Amadeu Antonio Stiftung nimmt den Fußballbereich deshalb seit 2012 in den Blick und betreibt das Onlineportal Fussball-gegen-nazis.de.

Das Portal berichtet über Probleme mit Rechtsextremen im Fußballsport und wie man diesen aktiv begegnen kann,

erläutert Anetta Kahane.

Die nun erschienene Broschüre stellt Initiativen vor, bietet Hilfestellungen für die Ehrenamtlichen an und soll zur Nachahmung anregen. Sie beschäftigt sich aber auch mit der Frage, warum sich Hass im Fußball überhaupt so stark ausbreiten kann.

Bundesweit engagieren sich seit den 1990er Jahren besonders die Fans gegen rechte Ideologie in den Stadien, inzwischen werden sie dabei von den Fußballvereinen und –verbänden unterstützt. Die Amadeu Antonio Stiftung setzt sich dafür ein, den Einsatz der Fans weiter zu würdigen.

Die Broschüre „Fairplay statt Hass“ wurde mit Mitteln aus dem „Pool zur Förderung innovativer Fußball- und Fankultur“ der Deutschen Fußball Liga GmbH finanziert und kann kostenfrei bei der Amadeu Antonio Stiftung bestellt oder im Internet heruntergeladen werden: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/fairplay_statt_hass.pdf

Seit ihrer Gründung 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Die gemeinnützige Stiftung steht unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Thierse.