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Verfassungsschutzbericht: Kürzungen gefährden Kampf gegen rechtsextreme Jugendradikalisierung

Foto: Unsplash/Colin Lloyd, bearbeitet durch Amadeu Antonio Stiftung
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Berlin, 30.06.2026: Anlässlich der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2025 warnt die Amadeu Antonio Stiftung davor, die Dynamik des modernen Rechtsextremismus auf Parteien oder klassische Neonazi-Strukturen zu reduzieren. Besonders alarmierend ist die wachsende Radikalisierung junger Menschen in digitalen Räumen und die Entstehung neuer gewaltorientierter Jugendgruppen, die einen niedrigschwelligen und erlebnisorientierten Zugang in rechtsextreme Strukturen ermöglichen.

Über Anti-CSD-Mobilisierungen, Kampfsport und andere aktionsorientierte Kampagnen gelingt es Rechtsextremen, junge Menschen anzusprechen. Jungnazi Gruppen wie „Jung und Stark“ oder „Deutsche Jugend Voran“ versprechen Gemeinschaft und Identität und führen Jugendliche so schrittweise an Gewalt heran. Der Erstkontakt entsteht so gut wie immer über soziale Medien, wie Instagram oder TikTok, auf denen Rechtsextremismus als Lifestyle vermarktet wird. Die rechtsextremen Gruppen fungieren als Vorfeld rechtsextremer Parteien und tragen dazu bei, dass rechtsextreme Ideologien, Symbole und Gewalt als legitime Jugendkultur erscheinen.

Der Rechtsextremismus wird jünger, digitaler und brutaler. Wir erleben eine Generation, die rechtsterroristische Attentäter verehrt, Gewalt öffentlich inszeniert und menschenfeindliche Ideologien als Lifestyle verbreitet. Diese Entwicklung entsteht dort, wo demokratische Gegenangebote fehlen, Hass im Netz normalisiert wird und der Staat sich zurückzieht. Wir können nicht erst reagieren, wenn Straftaten begangen werden, sondern müssen präventiv handeln: in Schulen, Jugendzentren, Vereinen und digitalen Räumen. Das geht nur durch Präsenz“, erklärt Timo Reinfrank, geschäftsführender Vorstand der Amadeu Antonio Stiftung.

Die Stiftung warnt, dass die aktuelle Kürzungspolitik der Bundesregierung am Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ diese Entwicklung weiter verschärfen könnte.

Wer verhindern will, dass junge Menschen ein rechtsextremes Weltbild entwickeln, muss ihnen demokratische Räume, verlässliche Bezugspersonen und soziale Angebote bieten. Prävention beginnt dort, wo Jugendliche Anerkennung, Beteiligung und Perspektiven erfahren – nicht erst, wenn sie bereits radikalisiert sind. Deshalb ist es fatal, dass die Bundesregierung ausgerechnet bei der demokratischen Infrastruktur sowie der Jugend- und Präventionsarbeit kürzt. Wer den Rechtsextremismus wirksam zurückdrängen will, muss diese Angebote ausbauen und nicht abbauen“, so Timo Reinfrank.

30.06.2026

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