Jahresbericht der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Niedersachsen
Im Jahr 2025 wurde RIAS Niedersachsen mit 672 Vorfällen ein neuer Höchststand antisemitischer Vorfälle bekannt. Dies entspricht einem Durchschnitt von 13 Vorfällen pro Woche.
Die am häufigsten dokumentierte Form von Antisemitismus war wie im Vorjahr der israelbezogene Antisemitismus mit 67 %, gefolgt von Post-Schoa-Antisemitismus mit 41 % und antisemitischem Othering mit 30 %. Antijudaismus wurde in 10 % der Fälle dokumentiert.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein deutlicher Anstieg gezielter Sachbeschädigungen, die sich gegen jüdische Einrichtungen, das Eigentum von Jüdinnen und Juden oder gegen Gedenkorte richteten.
Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Niedersachsen dokumentiert antisemitische Vorfälle und wertet diese wissenschaftlich aus. Ziel von RIAS ist es, die Erfahrungen und Wahrnehmungen von Betroffenen sichtbar zu machen und das Dunkelfeld von Antisemitismus in Niedersachsen aufzuhellen. RIAS Niedersachsen befindet sich in Trägerschaft der Amadeu Antonio Stiftung und ist Mitglied des Bundesverbandes RIAS e.V.
RIAS Niedersachsen wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ mit Mitteln des BMBFSFJ durch das Landes-Demokratiezentrum Niedersachsen (L-DZ) und aus Mitteln des Niedersächsischen Justizministeriums durch das Landesprogramm für Demokratie und Menschenrechte gefördert.