Weiter zum Inhalt

Marwa El-Sherbini

, 31 Jahre (staatlich anerkannt)

Am 1. Juli 2009 ersticht der NPD-Sympathisant Alex W. (28) im Landgericht Dresden (Sachsen) die schwangere Ägypterin Marwa El-Sherbini (31) und verletzt ihren Ehemann Elwy Okaz schwer. Opfer und Täter befanden sich beide im Gerichtsgebäude, weil Alex W. gegen Marwa El-Sherbini in Berufung ging. Sie hatte gegen Alex W. geklagt, weil dieser im August 2008 die Frau auf einem Spielplatz grundlos als „Islamistin“ und „Terroristin“ beschimpft hatte. Dafür erhielt er eine Geldstrafe. Da W. sie nicht akzeptierte, ging er in Berufung. Im Gerichtssaal beleidigt Alex W. die Ägypterin, dann sticht er überraschend und insgesamt 16-mal auf die Frau ein. Auch der Ehemann erhält 16 Stiche. Ein Bundespolizist greift ein und schießt fälschlicherweise auf Elwy Okaz, da er ihn für den Täter hält. Im November 2009 verurteilt das Landgericht Dresden Alex W. zu lebenslanger Haft wegen Mordes, außerdem verkündet die Kammer eine besondere Schwere der Schuld. Als ein Tatmotiv nennen die Richter Fremdenhass. Die Ermittlungen gegen den Bundespolizisten stellt die Staatsanwaltschaft Dresden im Dezember 2009 ein. Anfangs vernachlässigt die diesbezügliche Berichterstattung in Deutschland den Zusammenhang zu muslimfeindlichen Einstellungen, vielmehr wurde die Herkunft des Täters hervorgehoben; stets wurde Alex W. als „Russlanddeutscher“ bezeichnet – die tödliche Attacke wurde somit zunächst als Mord im Migrantenmilieu verunglimpft. Erst auf Druck durch die ausländische Presse, wird auch in Deutschland die wahre Motivation des Täters erkannt: Alex W. tötete Marwa El-Sherbini aus antimuslimischen Rassismus heraus. Der Mord an Marwa El-Sherbini gilt als bislang schwerster Fall muslimfeindlicher Gewalt in der Bundesrepublik.