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Sven Beuter

, 23 Jahre (staatlich anerkannt)

Am 15. Februar 1996 wird der 23 Jahre alte Punk Sven Beuter in der Innenstadt von Brandenburg/Havel von einem Neonazi massiv geschlagen und getreten. Sven Beuter erleidet bei der Attacke eine Hirnquetschung, einen Schädelbruch, sowie einen Milzriss, und auch die Leber ist angerissen. Er fällt ins Koma. Fünf Tage später stirbt Sven Beuter an seinen massiven Verletzungen. Nur 43 Kilogramm wog das Opfer – er konnte sich gegen den 21-jährigen, stämmigen Sascha L. kaum wehren. Zumal Beuter drei Jahre zuvor schon einmal Opfer eines rechten Angriffs geworden war und bleibende körperliche Schäden davongetragen hatte. Wegen Totschlags erhält Sascha L. eine Haftstrafe von achteinhalb Jahren. An dem schmächtigen Opfer lässt der Täter seinen Hass auf „Zecken“ ab, wie Linke und Punks von der rechten Szene genannt werden. Der rechtsextreme Hintergrund der Tat wird von Polizeipräsidium und Staatsanwaltschaft Potsdam acht Monate lang verschwiegen. Obwohl die Richter dem Neonazi „eine diffus faschistische Weltanschauung“ bescheinigen, wertet das Landgericht Potsdam die Tat nicht als Mord, da dem Täter niedere Beweggründe „nicht mit der nötigen Sicherheit“ nachgewiesen werden könnten. Sascha L. erhält siebeneinhalb Jahre Haft wegen Totschlags.

„Ein Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt“. Viele Bürgerinnen und Bürger haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, dass Sven Beuter nicht vergessen wird. Bis heute wird in Form von Kundgebungen und eine, im Boden eingelassene, Gedenktafel am Tatort an Sven Beuter gedacht.

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