Aktions- und Bildungswochen gegen Antisemitismus 2017

Spenden gegen Rechtsextremismus

 

Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus 2017

 

Mit den bundesweiten Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus vereinen die Amadeu Antonio Stiftung und das Anne Frank Zentrum bundesweit über 100 Veranstaltungen lokaler Initiativen, die über Antisemitismus aufklären und Gegenstrategien vermitteln. Die deutschlandweit größte Aktion gegen Antisemitismus findet rund um den 9. November 2017 statt.

In der U-Bahn werden Menschen verprügelt, weil vermutet wird, sie seien jüdisch. Eine neugebaute Synagoge wird durch Vandalismus beschädigt und ein deutschlandweit bekannter Politiker einer demokratisch gewählten Partei hält eine antisemitische Rede. Nur drei von hunderten antisemitischer Vorfälle und Straftaten, die nicht etwa aus dem Geschichtsbuch stammen, sondern täglich geschehen. Die diesjährigen Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung in Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum sind also dringlicher denn je – in diesem Jahr bereits zum 15. Mal!

Unter dem Titel #AntisemitismusHeute widmen sich  mehr als 100 Vernanstaltung bundesweit Themen von Antisemitismus im Hip-Hop über israelbezogenen Antisemitismus bis hin zur antisemitismuskritischen Bildung in der Migrationsgesellschaft. Die Bandbreite ist groß: vom Zeitzeug_innen-Gesprächen in Schwerin, über Workshops zur Prävention von Antisemitismus in Dortmund bis zu der „Youth against antisemitism“ aus Esslingen am Neckar, die ein ganzes Abendprogramm mit abschließendem Konzert organisieren. Mit vier regionalen Netzwerktreffen wird Raum für Erfahrungsaustausch der Akteure in der Arbeit gegen Antisemitismus geschaffen. An öffentliche Gebäude in mehreren Städten wird die „Chronik antisemitischer Straftaten und Vorfälle“ der Amadeu Antonio Stiftung projiziert, um Licht in das Dunkelfeld antisemitischer Delikte zu bringen.

Auch beim Fußball ist Antisemitismus seit dem Aufstieg RB Leipzigs in die Bundesliga ein breit diskutiertes Thema. Fliegende Pflastersteine und Schwerverletzte, wie nach dem Spiel von RB Leipzig bei Borussia Dortmund im Winter diesen Jahres wiesen auf ein Problem, auf das die Fußballfans gegen Antisemitismus schon länger aufmerksam machen. Im Rahmen der Aktionswochen werden die aktiven Fußballfans so auch u.a. einen Vortrag zur weit verbreiteten Feindschaft gegenüber RB Leipzig in Bremen organisieren und erklären, was diese mit Antisemitismus zu tun hat.

Linker Antisemitismus? Für die meisten klingt das nach wie vor, wie ein Widerspruch in sich. Dass es indes auch in der politischen Linken einen weit verbreiteten Antisemitismus gibt, wird Gegenstand des Vortrags von David Hirsh am 14. November in den Räumlichkeiten der Amadeu Antonio Stiftung sein. In seinem kürzlich erschienen Buch „Contemporary Left Antisemitism“ setzt sich der britische Soziologe u.a. mit Antisemitismus in der Labour Party oder der selbsterklärten antizionistischen BDS-Bewegung auseinander.

Daniel Botmann, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, ist froh über die Unterstützung in der Bekämpfung von Antisemitismus durch die Aktionswochen. „Es ist zu begrüßen, dass bei den Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus die jüdische Perspektive sichtbar wird und die jüdischen Gemeinden einbezogen sind. Gerade in Zeiten eines deutlichen Rechtsrucks ist es Aufgabe aller Demokraten, sich gemeinsam entschieden gegen jede Form von Antisemitismus zu engagieren.“

Die Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus wollen jeden und jede dazu ermutigen, Haltung gegen Antisemitismus und Gesicht für eine offene und tolerante Gesellschaft zu zeigen.

Den laufend aktualisierten Veranstaltungskalender finden Sie hier.


Die bundesweiten Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus werden gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"

 
 

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