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CSD-Monitoring verzeichnet neuen Rekord: Mehr als jeder zweite CSD wird angegriffen

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Berlin, 26. Oktober 2026: Mit dem Ende der CSD-Saison veröffentlicht die Amadeu Antonio Stiftung zum dritten Mal ein umfassendes Monitoring zu Angriffen auf CSDs in Deutschland. Die Zahlen sind erschreckend: Mehr als die Hälfte aller CSDs, die im Jahr 2026 in Deutschland stattfanden, wurden angegriffen.

Angriffe auf CSDs auf Rekordniveau
Bundesweit 299 CSDs fanden dieses Jahr statt – mehr als jemals zuvor. Doch auch die Zahl der Angriffe und Störungen auf CSDs ist stark gestiegen: Mit mindestens 156 gestörten Veranstaltungen ist mehr als die Hälfte aller deutschen CSDs betroffen – manche sogar mehrfach. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Zahl der Angriffe auf CSDs gestiegen und erreicht einen Höchststand. Die Amadeu Antonio Stiftung sieht darin eine zunehmende Normalisierung queerfeindlicher Gewalt.

„Queere Menschen sind in Deutschland nicht sicher – das zeigt nicht zuletzt der tödliche islamistische Anschlag auf den Berliner CSD“, erklärt Ronja Pohl, Autorin des Monitorings und Rechtsextremismusexpertin der Amadeu Antonio Stiftung. „Es finden immer mehr CSDs statt, das ist Grund zur Hoffnung. Aber die Gefahr für Veranstalter*innen und Teilnehmende von CSDs ist enorm. Rechtsextreme Gegendemonstrationen, körperliche Übergriffe und verbale Anfeindungen gehören mittlerweile zur traurigen Realität der CSDs. Das ist nicht normal.“

Immer mehr körperliche Übergriffe
Die Zahl der körperlichen Übergriffe auf CSD-Teilnehmende ist sprunghaft gestiegen: Zählte das Monitoring im Jahr 2025 noch vier körperliche Angriffe, waren es im Jahr 2026 schon mindestens 19 – ein Anstieg um 375%. Auch die Anzahl der Sachbeschädigungen mit 27 Vorfällen hat sich im Vergleich zum Vorjahr verfünffacht. Die Beleidigungen gegen CSD-Teilnehmende (58 Vorfälle) sind im Vergleich zum Vorjahr um über 50% gestiegen.

„Neben rechtsextremen Aufmärschen, beobachten wir auch zunehmend spontane Angriffe von Passant*innen und Einzelpersonen gegen CSDs“, warnt Tahera Ameer, Vorständin der Amadeu Antonio Stiftung. „Diese zunehmende Gewalt und Enttabuisierung zeigt: Queerfeindlichkeit ist wieder anschlussfähiger geworden. Die Normalisierung von Queerfeindlichkeit ist extrem gefährlich und muss mit allen Mitteln bekämpft werden.“

Trotz Gefährdungslage: CSDs erhalten weniger Unterstützung
Aufgrund der erhöhten Gefährdungslage werden CSDs in Zukunft höhere Sicherheitsvorkehrungen treffen müssen, die zunehmend aus privaten Mitteln finanziert werden müssen. Die Amadeu Antonio Stiftung geht davon aus, dass ohne finanzielle Unterstützung immer weniger CSDs, besonders im ländlichen Raum, stattfinden können.

„CSDs wird es immer schwerer gemacht, Fördermittel zu beantragen. In manchen Behörden gelten sie als zu politisch, um Förderungen zu bekommen, anderen wiederum sind sie zu unpolitisch für die Anerkennung als politische Versammlung“, erklärt Pohl. „Vor diesem Hintergrund haben wir dieses Jahr Sicherheitsmaßnahmen für 28 CSDs gefördert – viele davon in ostdeutschen Kleinstädten. Dabei kann es aber nicht bleiben. Der Staat muss dafür sorgen, dass queere Menschen sicher sind.“

Den Link zum Monitoring finden Sie hier: www.amadeu-antonio-stiftung.de/csds-schuetzen-2026/.

 

26.10.2026

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