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AfD-Jugend on Tour: Keine normale Schultour!

Die „Generation Deutschland“ ist die neue Jugendorganisation der AfD. In Sachsen organisiert sie derzeit gezielt Infostände vor Schulen, um Schüler*innen für ihre Sache zu gewinnen. Ihr Ziel: Einfluss auf junge Menschen nehmen und demokratische Institutionen gezielt delegitimieren.

Diese Strategie ist kein Zufall: Jugendliche befinden sich in einer Phase der politischen Orientierung und sind daher besonders empfänglich für einfache Antworten auf komplexe gesellschaftliche Fragen. Das erklärte Ziel dieser Aktionen ist es, frühzeitig Einfluss auf junge Menschen zu nehmen und zugleich demokratische Institutionen in Zweifel zu ziehen. Indem Misstrauen gegenüber Politik, Medien und demokratischen Prozessen geschürt wird, soll langfristig die Akzeptanz demokratischer Strukturen untergraben werden.

Personell und ideologisch knüpft die Generation Deutschland an die „Junge Alternative“ an – diese wurde vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Auch der sächsische AfD-Landesverband wird als gesichert rechtsextrem eingestuft. Die neue Organisation steht somit nicht isoliert da, sondern bewegt sich in einem Umfeld, das bereits seit Längerem im Fokus der Sicherheitsbehörden steht.

In den 1990ern verteilten Rechtsextreme CDs mit einschlägiger Rechtsrock-Musik vor Schulen – heute sprechen sie Minderjährige direkt an.

Warum das gefährlich ist

Zum einen werden rechtsextreme Ideologien häufig verharmlost oder bewusst in abgeschwächter Form dargestellt, wodurch sie für Jugendliche weniger abschreckend wirken. Zum anderen erhalten diese Positionen eine Bühne im unmittelbaren Umfeld von Bildungseinrichtungen.

Hinzu kommt, dass gezielt junge Menschen angesprochen werden, die möglicherweise noch nicht über ausreichend politische Erfahrung verfügen, um Inhalte kritisch einzuordnen. Die Gefahr besteht, dass Jugendliche überrumpelt oder durch wiederholte Ansprache schrittweise an bestimmte Denkmuster herangeführt werden.

Langfristig kann dies dazu führen, dass demokratiefeindliche Positionen unter Jugendlichen verbreitet und im schlimmsten Fall als „normale“ Meinungen wahrgenommen werden. Eine solche Normalisierung stellt eine ernsthafte Herausforderung für das demokratische Miteinander dar.

Was Schulen tun können

Schulen sind dieser Entwicklung jedoch nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, angemessen zu reagieren und Schüler*innen zu stärken:

  • Aufklärung im Unterricht: Aktionen der Rechtsextremen im Schulumfeld sollten offen thematisiert und in einen politischen Kontext eingeordnet werden.
  • Kritische Analyse von Materialien: Verteilte Flyer oder Inhalte können gemeinsam im Unterricht besprochen und hinterfragt werden.
  • Stärkung demokratischer Werte: Die Prinzipien des Grundgesetzes – insbesondere Menschenwürde, Freiheit und Vielfalt – sollten aktiv vermittelt und diskutiert werden.
  • Sensibilisierung für Risiken: Schüler*innen sollten die Gefahren rechtsextremer Ideologien verstehen und lernen, diese zu erkennen.

Ziel ist es dabei, junge Menschen zu befähigen, selbstständig und reflektiert zu urteilen.

Schule bleibt ein Ort der Demokratie

Schulen sind zentrale Orte demokratischer Bildung. Hier lernen junge Menschen, unterschiedliche Positionen auszuhalten, Argumente abzuwägen und eigene Haltungen zu entwickeln. Genau deshalb geraten sie zunehmend in den Fokus rechtsextremer Einflussversuche. Nicht ohne Grund möchte die AfD die Schulpflicht abschaffen.

Wenn Schulen zu konfliktscheuen Räumen werden, entsteht ein gefährliches Vakuum, das demokratiefeindliche Akteure nutzen. Umso wichtiger ist es, dass Lehrer*innen und Schüler*innen klar Haltung zeigen, Kontroversen einordnen und Demokratie aktiv erfahrbar machen.

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