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Amadeu Antonio Stiftung zu den „Palästinasolidarischen Demonstrationen“

Unter dem Deckmantel der Israelkritik demonstrierten auch im letzten Jahr während des Gaza-Krieges deutschlandweit Antisemiten, wie hier in Bremen im Sommer 2014

In den letzten Tagen kam es an mehreren Orten in Deutschland im Rahmen von Demonstrationen gegen die Entscheidung des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump die amerikanische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, zu massiven antisemitischen Handlungen und Äußerungen. Beispielsweise auf Demonstrationen in Berlin wurden Fahnen mit Davidstern verbrannt und antisemitische Parolen wie „Tod den Juden“, „Tod Israel“ und „Kindermörder Israel“ skandiert sowie Jüdinnen_Juden massiv beleidigt und angegriffen. Wir sind darüber erschüttert und verurteilen diese antisemitischen Ausschreitungen aufs Schärfste.

Sichtbar wird, dass die Auseinandersetzungen um Jerusalem eine Plattform bietet, um antisemitische Haltungen offen zum Ausdruck zu bringen. Viele Jugendliche und junge Erwachsene haben sich an den entsprechenden Demonstrationen beteiligt. Gerade auch unter jungen Menschen gibt es ein sehr großes Bedürfnis, sich mit den Geschehnissen im Nahost-Konflikt auseinanderzusetzen und diese zu diskutieren. Schulen sowie Jugendfreizeiteinrichtungen stehen nun vor der Herausforderung, dies zu thematisieren und aufzuarbeiten. Ziel von bildungspolitischer und pädagogischer Arbeit muss es sein dabei zu unterstützen – trotz unterschiedlicher Betroffenheiten, Perspektiven und Deutungsmöglichkeiten – differenzierte Sichtweisen zu entwickeln, die nicht auf antisemitische Vorurteile und Klischees zurückzugreifen, sondern sich deutlich gegen jegliche Form von Antisemitismus positionieren.Wir fordern daher alle Lehrer_innen, Sozialpädagog_innen und Multiplikator_innen der Jugendarbeit auf:

  • im Klassenraum und im Freizeittreff deutlich Stellung zu beziehen gegen jede Form von Antisemitismus
  • keine Toleranz zu zeigen für antisemitischen Äußerungen und antisemitische Deutungen des sogenannten „Nahost-Konflikts“ – weder von den Schüler_innen und Jugendlichen noch von den Kolleg_innen und Mitarbeiter_innen
  • von Antisemitismus betroffene Jugendliche im Klassenraum und Freizeittreff zu schützen und zu stärken
  • die jüngsten politischen Ereignisse im Unterricht aufzugreifen und entsprechend sensibel das Thema „Nahost-Konflikt“ mit den Jugendlichen zu bearbeiten
  • heute noch gemeinsam mit den Schüler_innen und Jugendlichen Leitbilder zu erstellen, aus denen hervorgeht, dass Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und weitere Ideologien der Ungleichwertigkeit im Klassenraum und Freizeittreff keinen Platz haben

Gerne könnt ihr/können Sie euch/sich von der »ju:an« – Praxisstelle antisemitismus- und rassismusskritische Jugendarbeit beraten lassen.

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