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Aktionswochen gegen Antisemitismus

Das Jüdische Quartett #4 – „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland: Wer feiert was?“

Seit mindestens 1700 Jahren leben Jüdinnen und Juden auf dem Gebiet, das sich heute Deutschland nennt. Dokumentiert wird das in einem Edikt von Kaiser Konstantin aus dem Jahr 321. 2021 wird deshalb zu einem Festjahr, dessen Ziel ist, so schreibt der dafür gegründete Verein 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V. auf seiner Website, jüdisches Leben sichtbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen.

In dieser Ausgabe des Jüdischen Quartett wollen wir dieses Festjahr einläuten, mit Kritik und Diskussion: Denn ja, Feiern! Nur Wie? Und was eigentlich?

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Was heißt denn hier Festjahr? Wer feiert hier wen? Wer feiert mit und wer hält sich raus? Wer erinnert was? Welche Geschichten über jüdisches Leben werden erzählt, welche verschwiegen oder vergessen?

Jüdisches Leben heute ist in Deutschland unabänderlich verknüpft mit der Shoah. Aber Jüdinnen und Juden und auch das Judentum sind gleichzeitig mehr als die Opfer des Nationalsozialismus. Es gibt eine reichhaltige Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland, die es zu erzählen lohnt. Welche Rolle sollte in einem solchen Festjahr das Gedenken an die Shoah und das Erinnern an die lange Geschichte des Antisemitismus in Deutschland spielen?

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland ist nämlich auch eine lange Geschichte von Antijudaismus und Antisemitismus, von Verschwörungserzählungen, Pogromen, von Vertreibung, Verfolgung und Vernichtung. Angesichts dieser Geschichte kann es nur verwundern, dass es immer noch jüdisches Leben in Deutschland gibt. Das ist auch das Verdienst resilienter Jüdinnen und Juden selbst, die nicht nicht wegen sondern trotz alledem Gründe liefern, nächstes Jahr diese lange, jüdische Geschichte zu feiern.

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland ist zudem aber auch eine lange und vor allem heterogene Geschichte: Von intellektuellen und verarmten, von orthodoxen, liberalen und säkularen Jüdinnen und Juden; sie reicht von blühendem jüdischen Leben im Mittelalter über die Emanzipation der Jüdinnen und Juden im 19. Jahrhundert zu dem heutigen Kampf um Ansprüche für Ghettorenten. Die Sichtbarmachung jüdischen Lebens muss diese Vielfalt verdeutlichen.

Also: Feiern, ja! Nur wie und was?

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