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Der rechten Vernetzung entgegenwirken!

© KuDePo e.V.

Das Open Air Festival „Rand.Gestalten“ macht im August deutlich: Für flüchtlingsfeindliche und diskriminierende Tendenzen ist in Marzahn-Hellersdorf kein Platz. 

Von Mick Prinz

Die anhaltende Mobilisierung rechter Gruppen gegen Geflüchtete und ihre Unterstützer_innen ist auch im Berliner Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf so spürbar wie noch nie. Sowohl die AfD als auch die NPD versammeln sich regelmäßig, um zusammen mit flüchtlingsfeindlichen „Nein zum Heim“-Gruppen ein Klima der Angst zu schüren. So auch Anfang April, als über 160 Rechte unter dem Motto „Sicherheit statt Angst“ in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft demonstrierten. Dass die Flüchtlingsgegner_innen dabei auch vor direkter Gewalt keinen Halt machen, zeigen zwei Brandanschläge auf Asylunterkünfte allein im Mai 2016. So zündeten unbekannte Täter auf dem Gelände einer geplanten Flüchtlingsunterkunft Baumaterialien an, während sich in unmittelbarer Nähe eine bereits bewohnte Einrichtung für Geflüchtete befand.

Wenn über rechte und rassistische Gewalt in Berlin berichtet wird, gerät regelmäßig der Randbezirk in die Schlagzeilen. Eingeworfene Scheiben, Körperverletzungen und sogar das Abfeuern von Schreckschusspistolen stellen in Marzahn-Hellersdorf keine Seltenheit dar.

Die Ereignisse und Entwicklungen der vergangenen Monate haben deutlich unterstrichen, dass es an öffentlich wahrnehmbaren Aktionen und der damit verstärkten Vernetzung von demokratiebejahenden Strukturen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf nicht fehlen darf. Der ehrenamtliche Verein KuDePo e.V. („Hellersdorfer Zentrum für Kultur, Demokratie und Politik“) möchte hier ansetzen und ein wahrnehmbares Zeichen gegen Rassismus, Homophobie sowie sexuelle Diskriminierung und Gewalt setzen. Zum sechsten Mal findet am 13. August das Free-Open-Air-Festival „Rand.Gestalten“ auf dem Gelände des „AJZ Kita“ statt. Neben der klaren Positionierung gegen Rechtsextremismus will der Verein die kulturelle und politische Eigeninitiative in Marzahn-Hellersdorf beleben und primär junge Menschen für ein demokratisches Engagement motivieren.

Neben musikalischer Unterhaltung wird es zahlreiche Infostände und Workshops geben. So erwartet die Besucher_innen auf dem Gelände der AJZ Kita Bands unterschiedlichster Musikgenres. Gemeinsam mit Geflüchteten werden außerdem diverse Essensstände und eine Kinder-Ecke gestaltet. Festivals wie „Rand.Gestalten“, die sich explizit an die breite, demokratische Zivilgesellschaft richten, sind weit mehr als nur ein Freizeitangebot. Sie bieten Gelegenheit, fernab von rechter Stimmungsmache zusammenzukommen und ein Zeichen für zivilgesellschaftlichen Zusammenhalt zu setzen.

Das am 13. August stattfindende Festival wird von der Amadeu Antonio Stiftung gefördert.

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Kommentar

Aus „Wir werden sie jagen“ werden Taten und wir alle sind mitgemeint — der Angriff auf Matthias Ecke

Am Freitagabend wurde der sächsische SPD-Spitzenkandidat für die Europawahl, Matthias Ecke, in Dresden beim Plakatieren für die Europawahl angegriffen und so schwer verletzt, dass er nicht ansprechbar war. Unsere Gedanken und unsere volle Solidarität sind bei Matthias Ecke und seinen Angehörigen. So erschüttert wir über den extremen Angriff sind, so wenig darf er uns überraschen. Es ist die logische Konsequenz aus “Wir werden sie jagen”, der von Alexander Gauland nach der Bundestagswahl 2017 vorgegebenen Stoßrichtung. Rechtsextremer Hass und Hetze fallen auf fruchtbaren Boden.

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