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Förderpreise und Förderprogramme

Förderpreise

Der Preis ehrt Künstler:innen und Werke, die sich mit kreativen Mitteln gegen Rassismus und Diskriminierung stark machen und für Menschenrechte eintreten. Mehr Infos zum Amadeu Antonio Preis finden Sie hier.

Einmal jährlich wird der Preis zur Ehrung des Engagements der demokratischen sächsischen Zivilgesellschaft vergeben. Mehr Infos zum Sächsischen Förderpreis für Demokratie finden Sie hier.

Förderprogramme

Zusätzlich zu unserer allgemeinen Projektförderung, die über Spenden finanziert wird, gibt es verschiedene Förderprogramme in Kooperation mit anderen Geldgeber:innen. Diese finden Sie hier:

Förderinitiative „Engagierte stärken! Ostdeutschland für demokratische Kultur“ 2020 und 2021

Viele zivilgesellschaftliche Initiativen in Ostdeutschland stehen unter enormem Druck. Sie werden von Rechtsextremen angefeindet, stoßen auf Gleichgültigkeit in ihrer Umgebung und haben Schwierigkeiten, finanzielle Unterstützung für ihren Einsatz zu bekommen. Die Amadeu Antonio Stiftung und die Open Society Foundations haben auf diese Herausforderungen mit der Förderinitiative „Engagierte stärken! Ostdeutschland für demokratische Kultur“ reagiert. Diese Initiative unterstützt im Jahr 2020 und 2021 die Zivilgesellschaft in Ostdeutschland dabei, ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam für eine lebendige demokratische Kultur vor Ort zu streiten. Für die Förderinitiative stellen die Open Society Foundations und die Amadeu Antonio Stiftung insgesamt eine halbe Million Euro bereit.

 

Es konnten bereits 45 Projekte in Ostdeutschland unterstützt werden, die die Kooperation zivilgesellschaftlicher Akteur:innen im Umgang mit demokratiegefährdenden Entwicklungen voranbrachten und migrantische und jüdische Selbstorganisationen stärkten. Durch den Fokus auf Kooperationsprojekte konnten lokale Netzwerke gestärkt und junge, selbstorganisierte Initiativen unterstützt werden. Drei Projekte sollen hier exemplarisch vorgestellt werden:

 

Nach dem Terroranschlag: Jüdische Perspektiven in Halle sichtbar machen

Das Projekt des Museumsvereins Synagoge Gröbzig, der Universität Halle-Wittenberg und der jüdischen Gemeinden von Halle und Dessau in Sachsen-Anhalt ist ein hervorragendes Beispiel kollektiven Handelns verschiedener Akteur:innen und gleichzeitiger Unterstützung von Selbstorganisationen. Das Projekt ermutigt junge jüdische Studierende, ihre Perspektiven auf Jüdischsein mit nichtjüdischen Studierenden zu teilen. So unterstreicht es die Notwendigkeit, dass Bildungskonzepte über jüdisches Leben und jüdische Kultur unter Einbeziehung jüdischer Perspektiven entwickelt und umgesetzt werden müssen.

 

Vielfalt im ländlichen Raum Sachsens zeigen

Das im Jahr 2019 gegründete Netzwerk Kommit im Landkreis Bautzen steht sinnbildlich für eine inklusive Zivilgesellschaft. Das selbstorganisierte Netzwerk von Migrant:innen und Verbündeten macht mit seinen Mitgliedern von Spätaussiedler:innen, Menschen aus der vietnamesischen Community und Geflüchteten aus Syrien und Afghanistan sichtbar, wie viele unterschiedliche migrantische Perspektiven es im Landkreis gibt. Die Mitglieder unterstützen sich gegenseitig mit Räumlichkeiten und Expertise und bringen sich in gesellschaftliche Debatten im Landkreis Bautzen ein, der von rechtsextremen Hegemoniebestrebungen geprägt ist.

 

Solidarisch gegen Hetze zusammen stehen - das grenzenüberwindende Netzwerk Oberlausitz

In einem Pilotprojekt wurde darüber hinaus mit dem Verein Augen auf - Zivilcourage zeigen e.V. aus der sächsischen Oberlausitz ein regionaler Akteur ausgewählt, der dabei unterstützt wird, ein regionales Netzwerk auszubauen, sich weiter zu qualifizieren und demokratische Kultur vor Ort zu fördern. Augen auf e.V. ist seit 20 Jahren aktiv im Bereich der soziokulturellen, menschenrechtsbezogenen und demokratiefördernden Arbeit. Klar positioniert und kreativ organisiert der Verein grenzüberschreitende antirassistische Fußballturniere, macht die Inhumanität des europäischen Grenzregimes sichtbar oder gestaltetet humorvolle Plakate gegen die sogenannte „Extremismusklausel“. Im Jahr 2019 war Augen auf e.V. einer der Preisträger des Sächsischen Förderpreises für Demokratie.

 

Im Dreiländereck zwischen Tschechien, Polen und Sachsen in der Oberlausitz ist Augen auf e.V. mit einer schwierigen politischen Situation konfrontiert. Die Region ist eine Hochburg rechtsextremer Parteien und Organisationen sowie von Verschwörungsideolog:innen. Im nahegelegenen Ostritz haben Neonazis über lange Zeit Rechtsrock-Konzerte veranstaltet und organisierte Neonazi-Kameradschaften sind aktiv. Zudem hat die Organisation „Ein Prozent“ eine der wichtigsten deutschen Initiativen der sogenannten Neuen Rechten, ihren Sitz in der Region. Im Rahmen dieser Kooperation betreut Augen auf e.V. einen Förderfonds zur Unterstützung von Projekten in den Landkreisen Bautzen und Görlitz. Augen auf e.V. führt aufsuchende Gespräche mit Kooperationspartner:innen und unterstützt diese bei der Entwicklung von Projekten und der Antragsstellung. Maßgeblich beteiligt war der Verein auch an der Aktion „Karawane der Vernunft“, bei der Gewerkschaften, das lokale Theater sowie regionale Bündnisse gegen Rechtsextremismus gemeinsam Flagge zeigten gegen verschwörungsideologische Demonstrationen an der Bundesstraße B96.

 

Weitere Informationen zur strategischen Ausrichtung und dem Auswahlverfahren der Projekte im Rahmen der Förderinitiative finden Sie hier. In unser Projektübersicht 2020 und 2021 finden Sie alle im Rahmen der Förderinitiative bisher geförderten Projekte.

    

    

Überland-Festival in Görlitz 2020 (© Robert Bosch Stiftung, Jörg Gläscher)

stern-Aktion „MUT gegen rechte Gewalt“

Bereits im Jahr 2000 riefen der stern und die Amadeu Antonio Stiftung die Aktion „MUT gegen rechte Gewalt“ ins Leben. Immer noch wichtig, ermutigt sie zu mehr Zivilcourage und leistet Initiativen unbürokratische Hilfe gegen Rechtsextremismus. Dadurch wurden schon über 240 Projekte gefördert. Weitere Informationen und die Möglichkeit für die Aktion zu spenden, finden Sie hier.

© Laut und Bunt

Förderkampagne „Melting Pott“ zusammen mit dem FC St. Pauli und Ben & Jerry´s 2020

Unter dem Motto „Let’s melt barriers“ haben sich Ben & Jerry’s, der FC St. Pauli und die Amadeu Antonio Stiftung im Herbst 2019 zusammengetan, um zivilgesellschaftliches Engagement für eine vielfältige und inklusive Gesellschaft zu fördern. Mit den Einnahmen der limitierten Eissorte „Melting Pott“ konnten 41 Projekte unterstützt werden, die sich gegen Hass und Hetze und für Menschen, die Diskriminierung erfahren, einsetzen.

Ein Container-Treffpunkt für Jugendliche im ländlichen Sachsen-Anhalt, Fortbildungen zu Medienkompetenz für Omas gegen Rechts, Schüler:innen, die zu Zweitzeug:innen gegen Antisemitismus wurden, eine Parade gegen Diskriminierung von Menschen mit Behinderung und viele mehr: Wir sind begeistert von der Kreativität und Vielfalt unserer geförderten Projekte.

 

Einen Überblick über die von der Amadeu Antonio Stiftung im Rahmen der Förderkampagne unterstützten Projekte finden Sie in unserer Projektübersicht. Weitere Informationen zur Förderkampagne und zu unserer Kooperation mit Ben & Jerry’s und dem FC St. Pauli finden Sie in unserer Pressemitteilung zur Kampagne.

  

© Ben & Jerry's

Kooperation mit Campact zur Unterstützung der Zivilgesellschaft in Ostdeutschland (2019 und 2020)

Im Frühjahr 2019 rief die Amadeu Antonio Stiftung in Kooperation mit der Bürgerbewegung Campact die Förderkampagne „Zivilgesellschaft stärken – Ihr habt es in der Hand!“ ins Leben. Im Vorfeld der Kommunal- und Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen wurden damit gezielt lokale Projekte und Initiativen unterstützt, die sich für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und gegen Rechtsextremismus engagieren. Für den Fonds haben die Amadeu Antonio Stiftung und die Bürgerbewegung Campact 100.000 Euro bereitgestellt. Informationen zur Förderkampagne finden Sie in dieser Pressemitteilung.

 

34 Projekte in Sachsen, Brandenburg und Thüringen konnten mithilfe des Förderfonds unterstützt werden: Mit Festivals und Jugendcamps positionierten sich junge Menschen im ländlichen Raum gegen Rechtsextremismus. Bei Argumentations- und Empowermenttrainings machten sich Aktive und Betroffene gegen Rassismus stark. Und mit Marktplatztouren, Plakataktionen oder Flyerkampagnen vernetzten sich Engagierte und stärkten die demokratische Kultur im Kontext der Landtagswahlen. Ein wichtiges Ziel war es, das Agenda-Setting nicht rechtsradikalen Akteur:innen zu überlassen, sondern selbst progressive politische Themen zu setzen.

 

Nach den Landtagswahlen im Herbst 2019 stellte Campact der Amadeu Antonio Stiftung erneut Spenden in Höhe von 65.000 Euro zur Unterstützung des weiteren Engagements der unter Druck geratenen Zivilgesellschaft in Ostdeutschland zur Verfügung. 27 Projekte in ganz Ostdeutschland konnten unterstützt werden. Im Rahmen der Kooperation mit Campact wurde zudem die Zusammenarbeit und Solidarität unter den geförderten Initiativen durch Vernetzungstreffen in Leipzig, in Erfurt und im digitalen Raum unterstützt, um einen Austausch über Strategien zum Umgang mit rechtsradikalen Parteien und demokratiefeindlichen Phänomenen zu ermöglichen.

 

Einen Überblick über die geförderten Projekte finden Sie in unserer Projektübersicht der Jahre 2019 und 2020.

  

Mitmachen stärkt Demokratie

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