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Lachen befreit und macht mutig

Die Debattenkultur im Internet ist aggressiv, verletzend und nicht selten hasserfüllt und bedrohlich. Aufgeladen mit rassistischen Ressentiments richtet sie sich vor allem gegen Geflüchtete und Migrant_innen. Das Projekt HoGeSatzbau begegnet  menschenverachtenden Kommentaren mit spitzen Zungen und Humor.

Die Initiative gründete sich als anonyme und vor allem sicherere Alternative zu dem ursprünglich privat geführten Kampf gegen rechte Hetze im Internet: „Wir haben, nachdem wir uns unzählige Male über die katastrophale Rechtschreibung der arischen Hasskommentare aufgeregt haben, irgendwann angefangen, unter unseren Klarnamenprofilen Neonazis zu korrigieren. Ein gefährliches Unterfangen, wie wir schnell merkten. Nach ein paar Korrekturen war uns klar, dass das eigentlich öffentlich passieren müsste. Das war die Geburtsstunde der HoGeSatzbau.“

Wenn Grenzen überschritten werden und Hass verbreitet wird, dann ist eine Möglichkeit mit der Bedrohlichkeit von Wörtern umzugehen gemeinsam über sie zu lachen. Dazu korrigieren die Hooligans gegen Satzbau Beiträge, die sie in den Weiten des Internets finden. Sie verteilen Tipps zur deutschen Orthografie und beantworten den Verfasser_innen ihre nie gestellten Fragen zu Meinungsfreiheit, Krieg, Flucht, Empathie und Menschlichkeit.

Um sich der Hetze in sozialen Netzwerken entgegenzustellen, bedarf es Mut. Vor allem durch die Korrekturen, welche direkt auf menschenfeindliche Aussagen im Internet aufmerksam machen, erreichen sie, dass viele Menschen bewusster das Internet bzw. die sozialen Medien nutzen. Sie wollen Mut machen, damit sich viele verbal oder physisch in den Weg stellen, wenn Unrecht passiert und Menschenfeindlichkeit sich ihren Weg bahnt. Durch optische Spielereien und eigene Meldungen rufen wir dazu auf, Quellen und Aussagen zu hinterfragen, zu überprüfen und nicht kritiklos zu übernehmen.

Die Beschäftigung mit Hasskommentaren im Internet zehrt bei allem geübten Humor bisweilen auch an den Hooligans: „Was uns am meisten ausmacht, sind die Inhalte, also der implizierte Hass, in den rechten Posts. Ab und zu gönne ich mir darum auch kurze Erholungsphasen, in welchen ich nicht korrigiere. Das passiert meist dann, wenn ich das Gefühl habe, bei der nächsten Korrektur Amok zu laufen. Meine Motivation sind meine Kinder, ich glaube sogar, es ist unser aller Grund, warum wir nicht aufgeben. Wir wollen ein Teil des Widerstands gegen diese menschenverachtenden Entwicklungen sein, um nicht irgendwann an den Punkt zu kommen, gefragt zu werden: „warum hast du nichts getan?“

Die Förderung von Demokratie, Gesprächskultur, Austausch, Gegenrede und nicht zuletzt den kritischen Umgang mit Medien und Informationen ist wichtig in Zeiten, in denen ausschließlich der Lauteste Gehör zu finden und die absolute Wahrheit zu beanspruchen scheint!

Damit sich die HoGeSatzbau weiterhin mit Hasskommentaren auseinandersetzen und ihr gewonnenes Wissen auch vermehrt für inhaltliche Auseinandersetzungen zur Verfügung stellen können, benötigen sie Ihre Hilfe. In Zusammenarbeit mit der Amadeu Antonio Stiftung soll die bisherige ehrenamtliche Arbeit ausgebaut werden. Sie braucht Strukturen, Arbeitsmittel und Zeit, um HoGeSatzbau strategisch, inhaltlich und kommunikativ auf professionelle Beine zu stellen und langfristig zu begleiten.

HoGeSatzbau hat dazu auf Startnext eine „Krautpfanding“-Kampagne gestartet, um die Initiative gegen Rechts-Schreibung zu professionalisieren.

 

 

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